Die Saison 2014/15 war die 69. Spielzeit der National Basketball Association. Meister wurden die Golden State Warriors, die sich im Finale gegen die Cleveland Cavaliers durchsetzen konnten.
Eine Saison wird in vier Phasen unterteilt. Sie beginnt mit der Ruhezeit („Off-Season“), in der sich die Vereinsführungen der Franchises auf die neue Saison vorbereiten. Ihr folgt die Vorbereitungsphase („Preseason“), in der die Teams den Spielbetrieb wieder aufnehmen. In der anschließenden Hauptrunde („Regular Season“), ermitteln die Mannschaften die Qualifikationen für die Playoffs („Post Season“), an deren Ende der Meister der aktuellen Spielzeit ermittelt wird.
Off Season mini|hochkant|Al Jefferson im Trikot der wieder ins Leben gerufenen Hornets Die Schlagzeilen der Off-Season 2014 prägten neben den Namen der neuen Trainer und Manager die Umbenennung eines Franchise sowie der Verkauf eines weiteren. Den ersten Höhepunkt der Vorbereitungsphase stellte dann der am Ende Juni alljährlich stattfindende Entry Draft dar. In zwei Draftrunden konnten sich die 30 NBA-Teams die Rechte an 60 Nachwuchsspielern aus dem In- und Ausland sichern. Neben den automatisch gemeldeten Spielern konnten sich Spieler unter bestimmten Voraussetzungen auch selbst zum Draft anmelden. Auf den Draft folgte einige Tage später der Beginn der Free Agency. In der diesjährigen Offseason fanden zudem die Basketball-Weltmeisterschaften der Damen und Herren statt. In beiden Wettbewerben konnten die Auswahlmannschaften der USA ihre Titel verteidigen.
Namenswechsel Michael Jordan, Besitzer eines in North Carolina ansässigen NBA Teams, ließ Ende Mai 2014 die erfolgreiche Umbenennung seines Franchise verkünden. Die Charlotte Bobcats änderten ihren Namen in Charlotte Hornets um. Dies wurde möglich, nachdem im Jahr zuvor die New Orleans Hornets, die ursprünglich aus Charlotte stammten, den Zusatz „Hornets“ ablegten und sich in „Pelicans“ umtauften. Durch einen Deal mit den Pelicans und der NBA übernahmen die Hornets zudem sämtliche Rechte und Rekorde der ursprünglichen Hornets. Die Fans, welche im Vorfeld in einer durchgeführten Umfrage der Klubführung für die Namensänderung votierten, versprachen sich damit die Rückkehr des Erfolges der ehemaligen „Hornissen“, die bis 2002 in Charlotte spielten. Somit waren die ungeliebten „Bobcats“, die im Lockdownjahr 2011/12 mit einer Siegesquote von 10,6 % (7 Siege aus 66 Spielen) das schlechteste Ergebnis eines Teams seit Bestehen der NBA einfuhren, Geschichte.
Besitzerwechsel Steve Ballmer war der höchstbietende Interessent für die zum Verkauf angebotenen Los Angeles Clippers. Für eine Rekordsumme von 2 Milliarden US-Dollar übernahm der ehemalige Microsoft-Manager im Sommer 2014 das Team vom Vorbesitzer Donald Sterling, welcher nach einem rassistischen Vorfall von der NBA lebenslang als Funktionär gesperrt und damit zum Verkauf des Teams gedrängt worden war. Der Verkauf wurde durch Genehmigung der NBA am 12. August 2014 rechtskräftig. Ballmer stach im Wettbieten Kontrahenten wie Magic Johnson, über den sich Sterling mehrfach negativ äußerte, Yao Ming und weitere Interessenten aus und tätigte damit den höchstdotierten Kauf eines NBA Franchises.Steve Ballmer. In: Der Spiegel.
Trainerwechsel Neun Trainerposten wurden zu Beginn der diesjährigen Saison neu besetzt. So verpflichteten unter anderem die Brooklyn Nets Lionel Hollins, die Utah Jazz Quin Snyder und die Detroit Pistons Stan Van Gundy. Mit der Verpflichtung von Becky Hammon vermeldeten die San Antonio Spurs als erstes Franchise in der Geschichte der NBA eine weibliche Assistenztrainerin in offizieller Funktion. Die ehemalige WNBA Spielerin gehörte bereits in der letztjährigen Season dem Trainerstab an, übte diese Funktion allerdings unbezahlt in Form eines Praktikums aus. Neben diesen Ereignissen waren die meistdiskutierten Trainerneuverpflichtungen:
Derek Fisher beendete im Sommer seine 18-jährige Spielerkarriere und unterzeichnete einen Fünf-Jahres-Vertrag als neuer Cheftrainer bei den New York Knicks. Seine erste Station als Trainer ermöglichte ihm sein früherer Coach bei den Los Angeles Lakers und jetziger Knicks Präsident, Phil Jackson. Fisher löste Mike Woodson ab, welcher bereits nach dem Scheitern in den Playoffs der vergangenen Saison entlassen worden war. Fishers Vertrag ist mit 25 Millionen US-Dollar dotiert.Fisher übernimmt bei den New York Knicks. In: Der Spiegel, 10. Juni 2014. Steve Kerr ist ein weiterer Neuling auf dem Posten eines Cheftrainers. Nachdem die Golden State Warriors in der ersten Runde der Playoffs an den Los Angeles Clippers gescheitert waren, trennte sich die Vereinsführung von Coach Mark Jackson und präsentierte nur wenige Tage später Steve Kerr als dessen Nachfolger für die neue Saison. Dieser Wechsel löste bei Teilen der Mannschaft und Fans leichte Verwunderung aus. So berichtete unter anderem der Kapitän der Mannschaft, Stephen Curry, er sei nicht grundsätzlich überrascht über einen Trainerwechsel, jedoch durchaus verwundert darüber, wie schnell dieser vollzogen wurde. Gerüchten zufolge waren auch die New York Knicks an Kerr interessiert, was die Klubführung der Warriors zum schnellen Handeln verleitete.Golden State mit dem nächsten Versuch Byron Scott wurde als neuer Head Coach bei den Los Angeles Lakers präsentiert. Für Scott, der bereits als Spieler mit Magic Johnson für die Lakers auf Titeljagd ging, erfüllte sich ein persönlicher Traum. Der Coach des Jahres 2008 wurde Nachfolger von Mike D’Antoni und unterschrieb für vier Jahre. Sein Vertrag ist mit 17 Millionen US-Dollar dotiert.Byron Scott wird Trainer der LA Lakers Flip Saunders hieß der neue und alte Coach bei den Minnesota Timberwolves. Nachdem er bereits zwischen 1995 und 2005 die „Wölfe“ trainierte, kehrte er erneut auf die Trainerbank zurück, um an alte Erfolge anzuknüpfen. Unter anderem erreichte das Team unter seiner Führung die Conference-Finals (das Halbfinale der Meisterschaft) im Jahre 2004.Saunders wieder Headcoach der Wolves Jason Kidd führte in seinem ersten Trainerjahr die Brooklyn Nets in das Viertelfinale der Playoffs der letztjährigen Saison. Dort scheiterte man am späteren Vizemeister Miami Heat. Kidd forderte von der Klubführung ein erweitertes Mitspracherecht bei Spielerneuverpflichtungen, welches ihm aber von Clubeigner Mikhail Prokhorov verweigert wurde. Diese Unstimmigkeit nutzten die Milwaukee Bucks, um Kidd von den Nets loszueisen. Der letztjährige Tabellenletzte der Central Division trat dafür zwei Zweitrunden-Picks (2015, 2019) an die Nets ab. Kidd soll eine neue Mannschaft um Jabari Parker und Giannis Antetokounmpo formieren.Kidd wechselt nach Milwaukee David Blatt schrieb amerikanische Sportgeschichte. Er ist der erste Cheftrainer eines NBA-Franchise, der zuvor weder als Co-Trainer noch als Spieler in dieser Liga aktiv war. Blatt, der die israelische und amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, trainierte zuletzt Maccabi Tel Aviv. Mit dieser Mannschaft gewann er die Triple Crown. Weitere Stationen als Trainer waren für den aktuellen Euroleaguesieger unter anderem Aris Saloniki, Dynamo Moskau sowie Benetton Treviso. Zudem trainierte er auch die A-Nationalmannschaften von Israel und Russland. Blatt, der dafür bekannt ist offensiver spielen zu lassen, wurde zur neuen Saison von den Cleveland Cavaliers angeheuert. Mit dem ebenfalls neu verpflichteten Starspieler LeBron James, der zu den besten aktiven Basketballspielern zählt, soll der Israeli die „Cavs“ wieder zurück in die Playoffs führen.Cavs verpflichten Blatt als Head Coach
NBA-Draft
Der NBA-Draft 2014 fand am 26. Juni 2014 im Barclays Center in Brooklyn, New York statt. Der seit 2003 als stärkster Jahrgang angesehene Draft wurde im Vorfeld durch die Namen Wiggins, Parker und Embiid dominiert, welche als die aussichtsreichsten Kandidaten für den ersten Pick gehandelt wurden. Geleitet wurde die Veranstaltung vom neuen Commissioner der NBA, Adam Silver. Unter den 60 Picks fanden sich elf Spieler aus Europa. Von den fünf gemeldeten deutschen Spielern wurde hingegen keiner berücksichtigt.
Spielerwechsel Vereinswechsel innerhalb der NBA beginnen mit der Phase des Tradens, in der es den Teams gestattet ist, Spieler und Rechte an Spielern untereinander zu tauschen. Ihr folgt die Free Agency, die in dieser Saison am 1. Juli 2014 begann. Spieler, die bestehende Verträge nicht verlängerten, beziehungsweise von Seiten der Teams nicht verlängert bekamen, konnten ab diesem Stichtag einen neuen Vertrag zu veränderten Konditionen bei ihrem bisherigen Verein oder ab dem 10. Juli bei einem anderen Franchise unterschreiben. Spieler, die keinen neuen Arbeitgeber innerhalb der NBA finden, beenden ihre Karriere oder setzen sie in der D-League beziehungsweise in einer ausländischen Liga fort. Im Gegenzug verpflichten NBA-Teams auch Spieler aus der D-League und dem Ausland. Zu den meistdiskutierten Spielerwechseln gehörten:
LeBron James verließ die Miami Heat nach der verlorenen Finalserie von 2014 und unterzeichnete einen neuen Vertrag bei seinem alten Verein, den Cleveland Cavaliers, für die er bereits zwischen 2003 und 2010 auflief. Mit Kyrie Irving, der zum wertvollsten Spieler der abgelaufenen Weltmeisterschaft gewählt wurde und der einen neuen Vertrag über fünf Jahre unterschrieb, formierte James nun den Angriff der Cavs.LeBron James Returns To Cleveland Kevin Love war von mehreren Teams umworben worden, unter anderem von den Bulls und den Warriors. Letztendlich entschieden sich die Wolves für die Offerte aus Cleveland. Die dort ansässigen Cavs tradeten für Love Andrew Wiggins (Nr. 1 Pick beim Draft 2014), Anthony Bennett (Nr. 1 Pick beim Draft 2013) sowie einen zukünftigen Erstrunden Pick nach Minnesota. So bekam LeBron James seine geforderte Verstärkung für die Cavs, und die Timberwolves junge talentierte Spieler, um die sie eine neue Mannschaft formieren wollten.Love gibt Wechsel nach Cleveland bekannt Pau Gasol lehnte ein Verlängerungsangebot seines Vertrages durch die Los Angeles Lakers ab, um sich zum Ende seiner Karriere einer neuen Herausforderung zu stellen. Diese fand der 34-Jährige bei den Chicago Bulls, bei denen er einen Vertrag über mehrere Jahre unterzeichnete. Die Bulls stellen für den Spanier die dritte Station als Spieler in der NBA dar.Pau Gasol wechselt zu den Chicago Bulls Tyson Chandler spielte bereits 2011 für die Dallas Mavericks und gewann zusammen mit Dirk Nowitzki den ersten und bisher einzigen Titel für die „Mavs“. Sein Weg führte ihn weiter zu den New York Knicks, bei denen er bereits im ersten Jahr mit dem NBA Defensive Player of the Year Award ausgezeichnet wurde. Zur Saison 2014/15 kehrte er zurück an seine alte Wirkungsstätte. Dort sollte er die anfällige Defensive der Mavericks wieder stabilisieren. Bojan Bogdanović wurde von den Miami Heat bei dem NBA-Draft 2011 in Runde 2 als 31. Pick erwählt. Die Heat schickten ihn aber am selben Abend zu den Timberwolves. Diese tradeten, ebenfalls am selben Abend, seine Rechte zu den New Jersey Nets. Da die Klubführung der Nets die Auffassung vertrat, Bogdanović wäre noch nicht reif für die NBA, empfahlen sie ihm, weitere Erfahrungen in Europa zu sammeln. Der Kroate wechselte daraufhin zum türkischen Erstligisten Fenerbahçe Ülker, wo er für die nächsten drei Jahre spielte und sich in seiner Spielweise weiterentwickeln konnte. Im Sommer 2014 offerierten ihm die Nets, die inzwischen im New Yorker Stadtteil Brooklyn beheimatet sind, ein Vertragsangebot über drei Jahre.Nets holen Bogdanovic in die NBA Kostas Papanikolaou, vormaliger griechischer Meister und Pokalsieger, zweimaliger Euroleaguesieger mit Olympiakos Piräus, kam vom spanischen Meister, FC Barcelona. Er unterschrieb einen Zwei-Jahres-Vertrag bei den Houston Rockets, wobei das zweite Vertragsjahr eine Team-Option bildet. Der 24-jährige Forward war, neben Trevor Ariza, als Ersatz für Chandler Parsons verpflichtet worden.Papanikolaou wechselt in die NBA (griechisch)