mini|hochkant=1.3|Präsidentenpalast Ankara
Der Präsidentenpalast () ist der Amtssitz des Präsidenten der Türkei in Ankara. Das Gebäude wurde 2011 bis 2014 im Auftrag von Recep Tayyip Erdoğan nach Entwurf von Şefik Birkiye im neo-osmanischen Stil errichtet. Der Präsidentenpalast bildet zusammen mit der Kongresshalle, der Nationalmoschee, der Ausstellungshalle und der Nationalbibliothek den Präsidentenkomplex (Cumhurbaşkanlığı Külliyesi).
Geschichte mini|Arbeitszimmer des türkischen Präsidenten mini|Sitzungssaal des türkischen Kabinetts mini|hochkant|Ehrengarde in historischen Uniformen
Ursprünglich sollte der Bau als Ministerpräsidentenamt der Türkei dienen. Erst einige Tage nach seinem Amtseintritt als Staatspräsident ließ Recep Tayyip Erdoğan mitteilen, dass der Komplex als sein Amtssitz dienen sollte. Berichten nach mit einer Grundstücksfläche von rund 210.000 Quadratmetern und einer Gebäudefläche von 40.000 Quadratmetern,Türkischer Präsidentenpalast: 1000 illegale Zimmer für Erdogan. In: Spiegel Online, 29. Oktober 2014, abgerufen am 7. Juli 2019. etwa eintausend Zimmern und einer Bausumme von 491 Millionen Euro In: Zeit Online, 4. November 2014. ist er einer der größten Staatspaläste der WeltRainer Hermann: Ein neues Haus für den Sultan. In: FAZ.net, 29. Oktober 2014. und löst die vorige bereits von Mustafa Kemal Atatürk bewohnte Präsidentenresidenz, den Çankaya-Palast, ab. Der neoosmanische Stil lehnt sich an die seldschukische Architektur an, die mit modernen Elementen ergänzt wurde. Führender Architekt war Şefik Birkiye.
Zu der Architektur äußerte sich Erdoğan:
Während in der europäischen Presse aufgrund der Dimensionen vielfach von einer Wiederbelebung osmanischer Sultanspaläste gesprochen wurde, entgegnete der bekannte Historiker und ehemalige Museumsdirektor des Topkapı-Palasts, İlber Ortaylı den Worten Erdoğans, erstens sei Ankara nie seldschukische Hauptstadt gewesen (sondern Konya), zweitens gebe es keine seldschukischen Paläste, die Seldschuken hätten eher in Brücken und Koranschulen investiert, und auch die Osmanen hätten in Sachen Palastbau eher Bescheidenheit geübt. Bezüglich der osmanischen Motive zweifelte er die Fähigkeiten von „Vorstadt-Architekten“ an.Ankara bir Selçuklu başkenti mi? In: Hürriyet – Kelebek, 22. September 2014.
Im Januar 2015 kündigte Erdogan an, den Bau künftig als „Külliye“ zu bezeichnen, um so an ottomanische Tradition anzuknüpfen.Erdogan to change Palace-name adding religious connotation. In: Hürriyet Daily News, 16. Januar 2015. Seitdem wird der Präsidentschaftssitz auf der offiziellen Webseite des Präsidenten, Einladungen usw. als Cumhurbaşkanlığı Külliyesi bezeichnet.Webpräsenz des Präsidenten der Türkei.
Papst Franziskus war am 28. November 2014 das erste Staatsoberhaupt, das den türkischen Präsidenten in seinem neuen Palast besuchte, am 1. Dezember 2014 folgte als zweites Staatsoberhaupt der russische Präsident Wladimir Putin.http://www.tccb.gov.tr/haberler/170/91627/rusya-devlet-baskani-putin-cumhurbaskanligi-sarayinda.html
Der Oppositionsführer Kemal Kılıçdaroğlu weigerte sich zunächst aus Protest, den Amtssitz zu betreten. Erst nach dem Putschversuch 2016 besuchte er den Präsidenten.Gespräch mit dem türkischen Oppositionsführer, NZZ, 31. Juli 2016
Kritik Baugebiet war die vom Republikgründer Mustafa Kemal Atatürk gestiftete und als grüne Lunge dienende Waldfarm im Westen der Stadt, die als Naherholungsgebiet unter besonderen staatlichen Schutz gestellt war. Auf dem Gelände befindet sich auch der bis 1988 angelegte Türkische Staatsfriedhof. Die weitere Bebauung war aus diesen Gründen stark umstritten. Umstritten war der Bau weiterhin, da der Regierung unter Recep Tayyip Erdoğan vorgeworfen wurde, mit dem Bau Auflagen und Gesetze zu missachten. Trotz mehrerer GerichtsbeschlüsseHasnain Kazim: 1000 illegale Zimmer für Erdogan. spiegel.de, 29. Oktober 2014, abgerufen am 31. Oktober 2014 samt sofortigem Baustopp ordnete Erdoğan den Weiterbau an und kommentierte im Mai 2014, „Wir tun nichts Illegales. Wenn sie [Anm.: die Opposition] sich traut, soll sie doch herkommen und es abreißen.“http://news.yahoo.com/erdogan-unveils-turkeys-controversial-presidential-palace-002523775.html Im Mai 2015 erklärte das oberste Verwaltungsgericht der Türkei in einem einstimmigen Votum den Bau für nicht rechtens und verwarf die grundsätzliche Baugenehmigung.
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