Jakob-Adolf Heilmann (* 20. Oktober 1888 in Reichertshofen, Bayern; † 9. Dezember 1949 in Berlin) war ein deutscher Bauingenieur, kommunaler Baubeamter und Hochschullehrer, der 1948/1949 auch als Parteifunktionär der NDPD politisch aktiv war. Er war Vorsitzender des NDPD-Landesvorstands Sachsen-Anhalt und 1949 Mitglied des Zweiten Volksrates der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) bzw. der Provisorischen Volkskammer der DDR.
Leben Heilmann promovierte 1914 an der Technischen Hochschule Aachen mit der Dissertation Neuzeitliche Wasserversorgung in Gegenden starker Bevölkerungsanhäufung in DeutschlandDatensatz im OPAC der Deutschen Nationalbibliothek, zuletzt abgerufen am 13. Mai 2026 zum Dr.-Ing., arbeitete später als (technischer) Stadtbaurat in Halle (Saale) und lehrte von 1920 bis 1933 als außerordentlicher Professor für Wasserversorgung an der Technischen Hochschule Dresden.Adolf Heilmann im Catalogus professorum dresdensis des Universitätsarchivs der TU Dresden Als Stadtbaurat in Halle wirkte er unter anderem am Bau der Giebichensteinbrücke (1926–1928) mit und konzipierte im Jahr 1928 die Forstwerderbrücke.Holger Brülls, Thomas Dietzsch: Architekturführer Halle an der Saale. Reimer, Berlin 2000, ISBN 3-496-01202-1, S. 127 und S. 133.Bebilderte Artikel zu den Bauwerken gibt es auf der Seite Halle im Bild: Forstwerderbrücke und Giebichensteinbrücke Zum 1. Mai 1933 trat er in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 2.279.060).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/14251465 Er war Chefredakteur der Fachzeitschrift Der Gesundheitsingenieur.Gerhard Wettig (Hrsg.): Der Tjul'panov-Bericht. Sowjetische Besatzungspolitik in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. S. 245.
1945 wurde er als Professor an die Universität Halle berufen. Im April 1948 gehörte er mit Otto Rühle und Siegfried Dallmann zum Organisationskomitee für die Gründung der NDPD in Sachsen-Anhalt und wurde dann erster Vorsitzenden des NDPD-Landesverbands. Am 3. September 1948 wurde er in den Parteivorstand und zum stellvertretenden Vorsitzenden der NDPD gewählt.Berliner Zeitung vom 4. September 1948, S. 2.
Im April 1949 wurde er in den Ausschuss zur Verteilung der Nationalpreise berufenNeues Deutschland vom 28. April 1949, S. 3. und im September 1949 zum stellvertretenden Leiter der Hauptverwaltung Bauwesen der Deutschen Wirtschaftskommission (DWK) ernannt.Neues Deutschland vom 8. September 1949, S. 5.
Er war 1949 Mitglied des Zweiten Volksrates der SBZ bzw. der Provisorischen Volkskammer der DDR.
Literatur Harry Waibel: Diener vieler Herren. Ehemalige NS-Funktionäre in der SBZ/DDR. Peter Lang, Frankfurt am Main u. a. 2011, ISBN 978-3-631-63542-1, S. 128.
Einzelnachweise
Kategorie:Bauingenieur Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Dresden) Kategorie:Hochschullehrer (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) Kategorie:Politiker (DDR) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:NDPD-Funktionär Kategorie:Abgeordneter der Volkskammer Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1888 Kategorie:Gestorben 1949 Kategorie:Mann