mini|Amanda Lear (2010) mini|Amanda Lear (1990) Amanda Lear (* 18. November oder 18. Juni 1939. Sollte, wie vielfach unterstellt, Amanda Lear identisch mit einer Person namens Alain Maurice Louis René Tap sein, so weist ein im Jahr 1979 vom Standesamt der Stadt Nantes im Namen der Französischen Republik angefertigter Auszug aus dem Geburtsregister (Aktenzeichen Saigon/Cochinchine 1939/242) als Geburtsdatum den 18. Juni 1939 aus; der Geburtsort ist demnach Saigon. oder 1941 oder 1946 oder 1950 in Saigon oder Hongkong oder Hanoi) ist eine französisch-britische Sängerin, Malerin, Moderatorin, Schauspielerin und Model.

Lear hat ihre Karriere als Model in den 1960ern begonnen. Sie war mit Salvador Dalí befreundet und seine Muse. In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre wurde sie als Disco-Queen mit Hits wie Blood and Honey, Queen of Chinatown und Follow Me bekannt. In den 1980er und 1990er Jahren moderierte sie Fernsehshows in Italien, Frankreich und Deutschland. In den späten 2000ern und 2010ern spielte sie in Frankreich am Theater. Sie hat auch zahlreiche Bilder gemalt, die in vielen Kunstgalerien ausgestellt wurden.

Leben Nach mehreren Quellen, die einen männlichen Geburtsnamen untermauern könnten,Ian Gibson (Hrsg.): Amanda Lear und andere Extravaganzen. In: Salvador Dali. Die Biographie. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1998, S. 552.Evelyn Künneke: Sing Evelyn, sing. Revue eines Lebens. Hoffmann und Campe, Hamburg 1982, ISBN 3-455-04028-4, S. 228–231. soll Lear am 18. Juni 1939 als Alain Maurice Louis René Tap(p) in Saigon geboren worden sein.Il Borghese. Band 29, 1978, S. 514: „Amanda Lear è una vecchia conoscenza di quanti bazzicavano l’ambiente dell' avanspettacolo. Si chiamava allora Peki d’Oslo (all'anima della fantasia!) e praticava lo «spogliarello travestito». Peki d’Oslo era indicata (o indicato) sul passaporto e sulle note della polizia di Carcassonne come «Tap Alain, nato a Saigon il 18 giugno del 1939, detto 'Amanda', cittadino francese». È cosi.“GiovanBattista Brambilla, «Il caso Amanda», Pride - Nr. 110, August 2008, S. 48–49.„Nel 1978, la giornalista Camilla Cederna scrive un articolo per TV Sorrisi e Canzoni in cui dice di aver sbirciato il passaporto francese della cantante depositato al bureau del suo albergo a Milano. Il documento risulterebbe rilasciato a Carcassonne, Sud della Francia, intestato a «Alain Tap, detto Amanda, travestito, nato a Saigon il 18 giugno 1939». Più in basso il nome d’arte: "Peki d’Oslo".“ (Simone Vazzana: , «La Stampa», (italienisch), abgerufen am 4. Mai 2025). Als Orte ihrer Kindheit und Jugend werden Südfrankreich oder die französische Schweiz genannt, wo sie ihre Schulbildung und ihre Fremdsprachenkenntnisse in Internaten erworben haben soll. Lear spricht fließend Französisch, ihre Muttersprache, Englisch, Italienisch, Spanisch und Deutsch.NDR Talk Show, N3, 1999.

2006 wurde sie vom französischen Kulturminister Renaud Donnedieu de Vabres zum Chevalier de l’Ordre National et des Lettres ernannt. Anlässlich der Verleihung des Ehrentitels 2007 gaben die Behörden bekannt, dass er «Mme Amanda Tapp, dite Amanda Lear» („Frau Amanda Tapp, genannt Amanda Lear“) zuteil werde. Damit wurde Tapp als ihr Familienname, von dem sie oft behauptet hatte, er sei nicht ihrer, bestätigt.

Amanda Lear begann im Herbst 1965, ihre Memoiren unter dem Titel 15 Jahre mit Salvador Dalí zu schreiben, nachdem sie den Maler als Kunststudentin in London kennengelernt hatte.Dali – 15 Jahre mit Savaldor Dali. Goldmann Verlag, München 1984, S. 5. In dem Buch berichtet Lear, dass sie Anfang der 1960er Jahre ein Studium an der Académie des Beaux-Arts in Paris begonnen habe. Ab 1964 habe sie das Studium an der Londoner St Martins School of Art fortgesetzt.

Am 11. Dezember 1965 heiratete sie in London den 22-jährigen schottischen Architekturstudenten Paul Morgan Lear, wodurch sie einen britischen Pass erhielt. Der Name der Braut wurde auf dem Standesamt von Chelsea mit Amanda Tap angegeben, Tochter von André Tap, Hauptmann der französischen Armee im Ruhestand.

Lear bewegte sich im Nachtleben der Londoner Swinging Sixties und lernte Rockmusiker wie Marianne Faithfull, Mick Jagger und Brian Jones kennen, mit dem sie eine Liebesbeziehung hatte. Die Rolling Stones kommentierten das Verhältnis von Lear und Jones in dem Song Miss Amanda Jones auf der LP Between the Buttons von 1967. Kurze Zeit arbeitete Lear als Journalistin und ging dann nach Paris, wo sie ein gefragtes Mannequin, It-Girl und Fotomodell wurde.

In ihrem ersten deutschen Fernsehinterview im Mai 1976 in der Talkshow III nach 9 von Radio Bremen erwähnt Lear gegenüber der Journalistin Carmen Thomas, dass ihre Mutter Russin und ihr Vater ein britischer Seemann gewesen sei und beide Eltern tot seien. Thomas befragte sie auch zu den Gerüchten, bei Geburt dem männlichen Geschlecht zugeordnet worden zu sein. Lear wies die Behauptung als „verrückte Idee eines Journalisten“ zurück. Später sagte sie, Dalí habe die Idee ursprünglich zu Publicity-Zwecken entwickelt.

Karriere Model und erste Fernsehauftritte von 1965 bis 1975 Wegen ihres fotogenen eurasischen Aussehens und ihrer Körpergröße von 1,78 m wurde sie von der Model-Agentur von Catherine Harlé entdeckt.Fabrice Gaignault. Les égéries Sixties. Éditions Fayard, Paris 2006, ISBN 2-213-62054-7, S. 176. Ab 1965 war Lear Modell für Ossie ClarkJudith Watt (Hrsg.): Ossie Clark 1965–74. V & A Publications, London 2005, ISBN 1-85177-458-0, S. 16, 34, 73, 76, 98, 103, 11, 122. und Paco RabanneAmanda Lear: L’Amant Dali. Ma Vie avec Salvador Dali. Mit einem Vorwort von Paco Rabanne. Éditions Michel Lafon, Paris 1994, S. 7, 8. und erschien auf Titelseiten von Jugend- und Modemagazinen. 1967 drehte sie einen Werbefilm für das Parfüm Detchema der Marke Révillon und spielte unter der Regie von Henri Lanoë die Rolle der Monique Rozier im Science-Fiction-Film Ne jouez pas avec les Martiens. auf youtube.com

In Charles Wilps Werbespot 1968 im Afri-Cola-Rausch spielte sie an der Seite von Donna Summer und Marsha Hunt.Charles Wilp (Hrsg.): Dazzledorf. Düsseldorf „Vorort der Welt“. 20 Jahre fotografiert. Verlag Melzer, Dreieich, ohne Jahr (ca. 1978), S. 109.hierzu: Fundstücke des Fernsehens (7) – Der große Afri-Cola-Rausch. FAZ.Net 1969 hatte sie einen Nebenauftritt als Mannequin in der deutschen Krimiserie Der Kommissar.Fernsehserie „Der Kommissar“, Folge 7 „Keiner hörte den Schuss“ (1969). Weitere kleine Film- und TV-Auftritte folgten. 1971 posierte sie am Kreuz und als blinde Nonne in der Dezemberausgabe der Vogue, die von Salvador Dalí gestaltet wurde. 1973 posierte sie für das Cover der Roxy-Music-LP For Your Pleasure in einem schwarzen Lederoutfit mit einem gezeichneten schwarzen Panther.

In ihrer Modelzeit schrieb sie Geschichten, Gedichte und Songs. Es folgten erste Versuche, selbst zu singen, doch erst als sie den Produzenten Anthony Monn kennenlernte, mit dem sie von da an fest zusammenarbeitete, begann eine erfolgreiche Karriere als Sängerin und Entertainerin.

Sängerin und Fernsehmoderatorin ab 1976 mini|Amanda Lear, 1978 1973 moderierte Lear in der Rolle der Octobriana David Bowies 1980 Floor Show.David Bowie: Moonage Daydream. The Life and Times of Ziggy Stardust. Cassell Illustrated/Octopus Publishing Group, London 2005, ISBN 1-84403-380-5, S. 304. Bowie, mit dem Lear eine Beziehung hatte, animierte sie zum Singen.Christopher Sandford: David Bowie. Die Biographie. Update 2003. Verlagsgruppe Koch/Hannibal, Höfen 2003, ISBN 3-85445-240-3. Nach einem Vertragsabschluss bei Ariola trat sie ab 1976 als Sängerin von Disco-Titeln in Erscheinung. Mit Produktionen von Anthony Monn und meist selbstgeschriebenen Texten hatte sie in Südafrika, Europa, Südamerika, der Sowjetunion und Japan bis 1983 mehrere Hits, insbesondere Blood and Honey, Tomorrow, Queen of Chinatown, Follow Me und Enigma (Give a Bit of Mmh to Me).

Lear wurde schon in jungen Jahren von Fotografen wie Herbert Tobias, Mick Rock, Pierre et Gilles, Helmut Newton, Robert MapplethorpeLe Vrai Visage d’Amanda. In: Vogue. Nr. 915, März 2011, S. 334. und Antoine Giacomoni porträtiert und posierte 1977 für den Playboy.Lieder für Luder. In: Playboy. Nr. 9, September 1977, S. 105–109. Im nächsten Jahr produzierte der Musikladen von Radio Bremen ein 45-minütiges Special mit Lear.

1978 erschien in Andy Warhols Interview ein Bericht über den Erfolg der Sängerin Amanda Lear in Europa.Tinkerbelle: Amanda Lear. In: Interview. Band VIII, Nr. 3, March 1978, S. 32, 33. Für ihre Plattencover ließ sie sich mit Peitsche in Lack und Leder fotografieren, posierte wie Marlene Dietrich in Der Blaue Engel mit Zylinder und Strapsen auf einem Holzfass (Sweet Revenge, 1978) und als Zwitterwesen aus Schlange, Adler und blondem Vamp (Never Trust a Pretty Face, 1979). 1979 heiratete sie in Las Vegas Alain-Philippe Malagnac d’Argens de Villele, der zuvor der Lebensgefährte des französischen Schriftstellers Roger Peyrefitte gewesen war. Sie zog mit ihm in die Nachbarwohnung von Sophia Loren in der Avenue George V. in Paris. Im selben Jahr gastierte sie in der DDR-Fernsehsendung Ein Kessel Buntes und im August 1980 in Burg-Party.

Lear erhielt den Plattenvertrag bei Ariola unter der Bedingung, Discomusik zu singen. Da sie ursprünglich Rockmusik machen wollte, distanzierte sie sich wiederholt von ihrer Musik. auf: netzeitung.de, 9. September 2004.Thomas Jeier: Amanda Lear: Disco Music ist langweilig! In: Disco Stars. Heyne Verlag, München 1979, S. 75–88. Als die Discowelle Anfang der 1980er Jahre verebbte, konzentrierte sich Lear auf die Malerei, moderierte in Italien und Frankreich Fernsehshows (Premiatissima, W le donne, Cherchez la femme) und veröffentlichte nur noch wenige Singles.

1986 erschien ihre von Christian de Walden produzierte LP Secret Passion, die auch in den USA veröffentlicht wurde. Wegen eines Autounfalls konnte sie sie nicht vermarkten und schrieb stattdessen während ihrer Rekonvaleszenz den Roman L’Immortelle.Amanda Lear: L’Immortelle. Éditions Carrere, Paris 1987, ISBN 2-86804-363-1. 1989 moderierte sie Ars Amanda, eine italienische Talkshow, in der sie Interviews mit Gästen im Bett führte. Im selben Jahr erschien Uomini più uomini, ihr erstes Album mit Liedern auf Italienisch; es folgte Tant qu’il y aura des hommes, ein Album mit der Hälfte der Lieder in französischer Sprache.

Lear veröffentlichte zwei Dance-Alben, Cadavrexquis (Chène Music, 1993) und Alter Ego (ZYX Music, 1995). 1995 startete der deutschsprachige Fernsehsender RTL II das Erotikformat Peep!; sie moderierte von 1995 bis 1996 die ersten 39 Folgen. Die Moderation von Peep! bezeichnete Lear später als „größten Fehler ihrer Karriere“. Sie habe befürchtet, dass das deutsche Publikum sie vergessen werde, und daher die Moderation zugesagt, obwohl sie überzeugt gewesen sei, dass Sex nichts im Fernsehen zu suchen habe.

Weitere Karriere ab 2000 2000 lernte sie bei der Produktion der italienischen Fernsehserie Il brutto anatroccolo den Tänzer Manuel Casella kennen, mit dem sie bis 2008 liiert war. Im Dezember 2000 starb Lears Ehemann bei einem Brand im gemeinsamen Haus in Saint-Étienne-du-Grès, während sich Lear in Italien aufhielt.Auch die Liebe verbrannte … In: Bunte. Nr. 4, 18. Januar 2001, S. 68–72. In der ARD-Sendung Beckmann äußerte sie sich über die Umstände des Unglücks und ihre Trauer. Ein Jahr später veröffentlichte sie das ihrem Ehemann gewidmete Album Heart, das beim französischen Plattenlabel Marais Productions erschien. 2001 und 2002 sprach Lear die Rolle der transgeschlechtlichenMonique Carrera in zwei Folgen der Hörspielreihe Die drei ???.André Minninger (nach Robert Arthur): Die drei ??? Folge 106: Der Mann ohne Kopf. BMG Ariola Miller, 2002. Im selben Jahr spielte sie in dem Blanca-Li’-Film Le Défi (internationaler Titel: Dance Challenge). Ebenfalls 2002 präsentierte sie in Italien eine Show Cocktail d’amore.