Das Pariser Labkraut (Galium parisiense) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Labkräuter (Galium) innerhalb der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae).

Beschreibung Das Pariser Labkraut wächst als krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 20 Zentimetern. Der Stängel ist vierkantig mit rückwärts gerichteten Stacheln. Die Laubblätter sind 1 bis 2 Millimeter breit und am Rande durch vorwärts gerichtete Stacheln rau.

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die Blüten stehen einzeln oder bis zu siebt sowohl blattachselständig als auch gehäuft in einem endständigen rispigen Blütenstand. Die grünlichgelben, außen roten Blüten sind bei einem Durchmesser von nur 0,5 Millimetern sehr klein und schmaler als die Frucht.

Die Fruchtstiele stehen aufrecht. Die Früchte sind 0,8 bis 1 Millimeter lang, körnig-rau und steifhaarig oder kahl.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22, 44 oder 66.

Vorkommen Das Verbreitungsgebiet des Pariser Labkrautes umfasst Makaronesien, Europa und den Mittelmeerraum bis zum Iran. In Mitteleuropa kommt das Pariser Labkraut vereinzelt in Bayern, Baden-Württemberg, Berlin-Brandenburg, in Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Sachsen-Anhalt , in Thüringen, in der Pfalz, an der oberen Mosel und in der Wetterau vor; in Niederösterreich, in der Steiermark und im Burgenland ist es selten. In der Schweiz kommt es im Aargau, Basel, Genf, Tessin und Wallis vor. Auch in Südtirol gibt es Vorkommen. Früher kam es auch in Hessen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern vor.

Das Pariser Labkraut gedeiht am besten auf stickstoffreichen, kalkarmen, sandig-kiesigen Lehmböden. Es besiedelt Äcker und Brachen, Wegränder und ortsnahes Ödland. Es kommt hauptsächlich im Filagini-Vulpietum aus dem Verband Thero-Airion vor oder in Secalietea-Gesellschaften.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2w (mäßig trocken aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (suboueanisch).

Taxonomie Das Pariser Labkraut wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 108 als Galium parisiense erstbeschrieben. Das Epitheton "parisiense" hat Linné von Joseph Pitton de Tournefort übernommen.

Literatur Otto Schmeil, Jost Fitschen (Begr.), Siegmund Seybold: Die Flora von Deutschland und der angrenzenden Länder. Ein Buch zum Bestimmen aller wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. 95. vollst. überarb. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01498-2. Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). 2., korrigierte und erweiterte Auflage. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8001-4990-2.

Einzelnachweise

Jens G. Rohwer: Rubiaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 630.

Weblinks

Thomas Meyer: Labkraut Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben). Datenblatt mit Fotos.

Kategorie:Labkräuter