mini|Logo des Firebird (1977)

Der Firebird ist ein zweitüriges Coupé oder Cabriolet der zum US-amerikanischen Automobilhersteller General Motors (GM) gehörenden Automobilmarke Pontiac. Während der Zeit, als GM den Chevrolet Camaro entwickelte, wurde auf Grundlage des Camaro auch ein Pontiac-Modell entwickelt. GM konzipierte die beiden Autos 1966 und 1967 als Konkurrenzmodelle zum Ford Mustang während der Muscle-Car-Ära. Der Firebird wurde als typischer Vertreter der Pony-Cars zu einem beliebten Sportwagen.

Entwicklung Am 27. Januar 1967, fünf Monate nach dem Debüt des Schwestermodells Chevrolet Camaro, wurde der erste Firebird als Coupé und Convertible (Cabriolet) vorgestellt. Der Verkauf begann am 23. Februar 1967 zu Preisen ab 2666 Dollar für die Sechszylinderversion mit manuell zu schaltendem Dreiganggetriebe. Wegen der besseren Ausstattung lag der Grundpreis des Firebird immer über dem des Camaro. Weitere Motorvarianten waren unter anderem ein V8 mit 184 kW (250 PS) oder 210 kW (285 PS). Es wurden die Pontiac-eigenen Motoren verwendet. Bei ihnen wird anders als bei der Schwestermarke Chevrolet oder dem Ford-Konzern nicht nach sogenanntem Small- oder Big-Block unterschieden, es gibt den Pontiac-Block mit unterschiedlichen Hubräumen. mini|Pontiac Trans-Am, 1985

Unter John DeLorean, General Manager der Pontiac Motor Division und späterer Gründer des Sportwagenherstellers DMC, wurde der Wagen entwickelt und erhielt den Namen des turbinengetriebenen Experimentalfahrzeuges Firebird XP-21 aus den 1950er-Jahren. Der erste Firebird basierte auf der damals neu entwickelten X-Body-Plattform, für den Chevrolet Nova von 1968. Darauf aufbauend wurde die F-Body-Plattform entwickelt, die er sich auch mit dem Camaro teilte. Sie war eine Universal-Plattform und umfasste die Bodengruppe von Windschutzscheibe/Spritzwand bis zum Heck. Vorn gab es einen Stahlhilfsrahmen, der als Motor- und Getriebeträger über Gummiblöcken (Silentblöcke) mit der Karosserie verschraubt war. Das sollte unter anderem für eine akustische Entkopplung der Fahrgastzelle vom Antrieb sorgen, womit Vibrationen und Schwingungen verringert wurden. Die F-Body-Plattform wurde in vier Generationen und über einen Zeitraum von 35 Jahren produziert. Mit jedem Generationswechsel des Firebird wurde auch die F-Body-Plattform überarbeitet.

Der Pontiac Firebird wurde mit unterschiedlichen Ausstattungen, Motorisierungen und Extras in den Varianten Esprit, Formula oder Trans Am angeboten, wobei der Trans Am immer die leistungsstärkste Variante war.

Der Erfolg der leistungsstarken, aber preisgünstigen Coupés auf Basis einer bestehenden Großserienplattform rief auch zahlreiche japanische Hersteller auf den Plan. So entwickelten die japanischen Konkurrenten Toyota mit der Celica, mit dem Honda Prelude und dem Mitsubishi Eclipse Alternativen zum Firebird. Um die Camaro- und Firebird-Modelle weiterhin attraktiv zu halten, entwickelte GM in den 1970er- und frühen 1980er-Jahren zahlreiche Hochleistungsversionen wie den Z28, den IROC und den Trans Am.

Zu seiner Glanzzeit wurden in einem Jahr über 211.000 Firebirds (1979) hergestellt. Gegen Ende der 1990er-Jahre ging die Nachfrage über den Zeitraum von 10 Jahren um 53 % zurück. Die Produktionszahlen lagen im Schnitt nur noch bei 35.000 Fahrzeugen, sodass GM das Ende der F-Body-Plattform beschloss. Ein weiterer Punkt war das Alter der F-Plattform zu dieser Zeit. In über 20 Jahren weiterentwickelt, konnte sie den kommenden Sicherheitsanforderungen nicht mehr genügen. Insbesondere der Kollisionsschutz im Heck und in den Seiten hätte eine umfangreiche Überarbeitung nötig gemacht, die sich von einer Neuentwicklung kaum unterschieden hätte.

Im September 2002 wurde nach 35 Jahren die Produktion des Firebird eingestellt. Mit der Einstellung der Marke Pontiac im Jahr 2010 gibt es keine Chance mehr, ein Folgemodell, analog zum Chevrolet Camaro (5. Generation von 2009), auf den Markt zu bringen.

1. Generation (1967–1969)

Der neue Firebird erhielt einige Verbesserungen gegenüber dem Camaro der 1. Generation. So wurde der Motor weiter nach hinten verlegt, um eine gleichmäßigere Gewichtsverteilung zu erreichen. Um Drehschwingungen der an einlagigen hinteren Blattfedern aufgehängten angetriebenen starren Hinterachse zu vermeiden, gab es zusätzliche Längslenker. Alle Firebirds der ersten Generation hatten bereits eine Windschutzscheibe aus Verbundsicherheitsglas (VSG), die Seitenscheiben und die Heckscheibe bestanden aus Einscheibensicherheitsglas (ESG) Front- und Heckscheibe waren eingeklebt. Die schmalen Elemente der Rückleuchten erinnerten an den GTO. Ebenso die Verfügbarkeit eines Drehzahlmessers auf der Motorhaube vor dem Fahrer.

Angebotene Motoren der 1. Generation Motorname230250326326 HO350350 HO400400 Ram Air400 Ram Air IV400 HO400 HO Ram Air IIIMotorcodeStdW53 "Sprint"StdW53 "Sprint"L30L76L30L76W66L67L74Hubraum3778 cm34103 cm35342 cm35812 cm36554 cm3MotorartOttomotorMotorarbeitsverfahrenViertaktAnzahl Zylinder6-Zylinder-Reihenmotor, längseingebaut8-Zylinder-V-Motor, längseingebautBankwinkel -90°Bohrung × Hub98,55 mm × 82,55 mm98,55 mm × 89,66 mm94,5 mm × 95,3 mm98,55 mm × 95,25 mm104,65 mm × 95,25 mmVentilsteuerungOHC,zwei hängende Ventile mit obenliegender NockenwelleOHV,zwei hängende Ventile mit zentraler Nockenwelle,Stößelstangen und Kipphebeln

1967 Nachdem der Verkauf am 23. Februar 1967 begann, wurde bereits im ersten Produktionsjahr der Absatz von 82.560 Fahrzeugen (67.032 Coupés und 15.526 Cabriolets) erreicht. Damit war das Fahrzeug ein voller Verkaufserfolg. Die Motorisierung reichte vom 3,8-Liter-Sechszylindermotor mit 165 brutto SAE-HP bis zum 6,6-Liter-Achtzylinder (400 in3) mit 325 SAE-PS, der auch im Pontiac GTO angeboten wurde. Allerdings leistete der Motor im GTO 350 SAE-PS. Die Reduzierung um 25 SAE-PS erreichte man, indem das Gestänge zwischen Primär- und Sekundärstufe des Rochester-Doppel-Register-Vergasers einen kleinen Anschlag erhielt. Damit konnten die Sekundärdüsen nur mit 90 % wirksam werden. Der 400 war mit oder ohne Ram-Air-System erhältlich. Die Stauluft machte sich die ansonsten dekorativen Haubenhutzen zunutze, und der Motor hatte eine schärfere Nockenwelle und stärkere Ventilfedern. Die Ram Air-Option war mit einem hohen Aufpreis verbunden, für 600 Dollar erhielt der Kunde eine wenig beworbene Leistungssteigerung, welche jedoch sehr oft bestellt wurde. Schon im ersten Jahr wurde der Firebird als Pace Car auf dem Daytona International Speedway eingesetzt.

Angebotene Motoren im Modelljahr Motorname230326326 HO400400 Ram AirMotorcodeStdW53 "Sprint"L30L76W66L67Leistung in kW/SAE-PS bei min−1123 kW/165 SAE-PS bei 4700160 kW/215 SAE-PS bei 5200186 kW/250 SAE-PS bei 4600212 kW/285 SAE-PS bei 5000242 kW/325 SAE-PS bei 4800242 kW/325 SAE-PS bei 5200Drehmoment in Nm/lb-ft bei min−1293 Nm/216 lb-ft bei 2600325 Nm/240 lb-ft bei 3800451 Nm/333 lb-ft bei 2800487 Nm/359 lb-ft bei 3200556 Nm/410 lb-ft bei 3400556 Nm/410 lb-ft bei 3600Verdichtung9,0 : 110,5 : 19,2 : 110,5 : 110,75 : 1Gemischaufbereitungein Fallstrom-Einfachvergaserein Fallstrom-Doppel-Registervergaserein Fallstrom-Doppelvergaserein Fallstrom-Doppel-Registervergaser

1968 Das Modell von 1968 unterschied sich nur geringfügig, zum Beispiel durch neue, seitlich herumgezogene Blinker vorn, die gleichzeitig als seitliche Markierungsleuchten dienten. Auf den hinteren Seitenwänden wurde oberhalb des Stoßfängers das stilisierte Pontiac-Logo als „V“ angebracht. Es diente auch als seitliche Markierungsleuchte, wie sie ab 1968 gesetzlich vorgeschrieben waren. Außerdem entfielen die kleinen Dreiecksfenster der Türen zugunsten großer Türscheiben. 107.112 Exemplare (90.152 Coupés und 16.960 Cabriolets) wurden gebaut. Die Motorleistung stieg beim 6,6-Liter-Motor auf 335 SAE-PS.

Angebotene Motoren im Modelljahr Motorname250350350 HO400400 HO400 Ram AirMotorcodeStdW53 "Sprint"L30L76W66L74L67Leistung in kW/SAE-PS bei min−1130 kW/175 SAE-PS bei 4800160 kW/215 SAE-PS bei 5200198 kW/265 SAE-PS bei 4600239 kW/320 SAE-PS bei 5100246 kW/330 SAE-PS bei 4800250 kW/335 SAE-PS bei 5000250 kW/335 SAE-PS bei 5300Drehmoment in Nm/lb-ft bei min−1325 Nm/240 lb-ft bei 2600345 Nm/255 lb-ft bei 3800481 Nm/355 lb-ft bei 2800516 Nm/380 lb-ft bei 3200583 Nm/430 lb-ft bei 3300583 Nm/430 lb-ft bei 3400Verdichtung9,0 : 110,5 : 19,2 : 110,5 : 110,75 : 1Gemischaufbereitungein Fallstrom-Einfachvergaserein Fallstrom-Doppel-Registervergaserein Fallstrom-Doppelvergaserein Fallstrom-Doppel-Registervergaser

1969 Der Jahrgang 1969 wurde merklich überarbeitet. Unter anderem erhielt die Frontpartie einen markentypischen Grill. Die vier Scheinwerfer saßen nicht mehr in der Frontmaske mit Grill, sondern außerhalb, und wurden mehr in die Karosserieform integriert. Seitlich wurden die „Haifischkiemen“ von der hinteren Seitenwand beim 1968er Modell als angedeutete Luftauslässe an den vorderen Kotflügel hinter den Radkasten beim 1969er Modell verlegt. Die Fahrzeugseite erhielt (analog zum Chevrolet Camaro) stark ausgeprägte Kanten über den Radläufen. Die Form der hinteren seitlichen Markierungsleuchten änderte sich vom „V“ zu einem kleinen Firebird-Logo, vorn wurden im unteren Teil der Kotflügel kleine runde Leuchten eingebaut. Der Tankstutzen wurde aus Sicherheitsgründen aus dem Kofferraum unter die Stoßstange hinter das Kennzeichen verlegt. Das Zündschloss des Firebirds wurde zusammen mit der inzwischen bei GM üblichen Lenkradsperre in der Lenksäule angebracht.

Das Ram Air 400 wurde in Ram Air IV umbenannt, verbunden mit einer leichten Leistungssteigerung. Die Option 400 wurde in Ram Air II umbenannt.

Das Basismodell kostete 2821 Dollar. Das „Trans Am Performance and Appearance“-Paket wurde im März 1969 eingeführt und bildete das Spitzenmodell. Nur 689 Firebird Coupés und acht Cabriolets wurden mit dieser Ausstattung gebaut, wahrscheinlich infolge des hohen Mehrpreises von 725 Dollar. Alle Trans Am waren polarweiß mit blauen Rennstreifen, Heckblech und Aufklebern. Die Motorhaube, exklusiv für den Trans Am, hatte funktionelle Lufteinlässe, die vom Fahrer aus geschlossen werden konnten. Die nach hinten gerichteten Kotflügelauslässe aus Fiberglas deckten faustgroße Löcher zur Entlüftung des Motorraums ab. Ein breiter Spoiler überspannte das hintere Deck. Das Interieur war das gleiche wie beim einfachen Firebird, obwohl es wahlweise eine Rallye-Instrumententafel mit einem 160-mph-Tachometer und einen Drehzahlmesser bis 8000/min bot. Käufer konnten auch einen auf der Motorhaube eingebauten Drehzahlmesser für 85 Dollar bestellen.

Bis Ende 1969 wurden insgesamt 87.708 Fahrzeuge (76.059 Coupés und 11.649 Cabriolets) gebaut. Durch Verzögerungen bei der Entwicklung musste das 1969er Modell gut vier Monate länger gebaut werden. Die zweite Generation wurde nicht wie üblich im Herbst vorgestellt, sondern erst zum Jahresbeginn 1970.

Auch wenn es damals noch nicht offensichtlich war, waren die Chevrolet Corvette und der Pontiac Firebird Trans Am die einzigen amerikanischen Hochleistungsfahrzeuge, die seit ihrer Einführung ohne Unterbrechungen gebaut wurden.

Angebotene Motoren im Modelljahr Motorname250350350 HO400400 HO Ram Air III400 Ram Air IVMotorcodeStdW53 "Sprint"L30L76W66L74L67Leistung in kW/SAE-PS bei min−1130 kW/175 SAE-PS bei 4800175 kW/230 SAE-PS bei 5400198 kW/265 SAE-PS bei 4600242 kW/325 SAE-PS bei 5100246 kW/330 SAE-PS bei 4800250 kW/335 SAE-PS bei 5000257 kW/345 SAE-PS bei 5400Drehmoment in Nm/lb-ft bei min−1325 Nm/240 lb-ft bei 2600346 Nm/255 lb-ft bei 3800481 Nm/355 lb-ft bei 2800515 Nm/380 lb-ft bei 3200583 Nm/430 lb-ft bei 3300583 Nm/430 lb-ft bei 3400583 Nm/430 lb-ft bei 3700Verdichtung9,0 : 110,5 : 19,2 : 110,5 : 110,75 : 1Gemischaufbereitungein Fallstrom-Einfachvergaserein Fallstrom-Doppel-Registervergaserein Fallstrom-Doppelvergaserein Fallstrom-Doppel-Registervergaser

Galerie 1. Generation

Preisentwicklung 1967–1969