Thusnelda Johanna Sophie Marie Eveline von Saldern (* 3. Oktober 1837 in Potsdam; † 12. Mai 1910 in Hoym, Anhalt) war eine deutsche Diakonisse und Schriftstellerin.

mini|Thusnelda von Saldern.

Leben Thusnelda entstammte der alten Familie von Saldern-genealogisches Haus Plattenburg, benannt nach dem Stammsitz der Familie Plattenburg in Nordbrandenburg. Sie wurde als Tochter des Rittergutsbesitzers und Landrats Gustav von Saldern-Plattenburg, und seiner Frau Thusnelda, geb. Gräfin von Seherr-Thoss geboren. Aufgewachsen ist sie auf dem mütterlichen Gut Meffersdorf (Kreis Lauban, Oberlausitz), welches als Eigentum des Vaters geführt wurde. Johannes von Saldern und Ernst von Saldern waren ihre Brüder.

Nach Beendigung ihrer Schulzeit absolvierte sie im Diakonissenmutterhaus Bethanien in Breslau eine Ausbildung als Krankenschwester. Bei Gründung des Oberlinhauses in Potsdam (1874) wurde sie zur provisorischen Oberin bestimmt. Am 26. Oktober 1879 wurde sie als erste Diakonisse des Hauses eingesegnet und als Oberin der Schwesternschaft eingeführt.C. Herrlich: Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg. Jahrgang 20, Nr. 25, Julius Sittenfeld-Carl Heymanns Verlag, Berlin, den 18. Juni 1879, S. 149.Julius Disselhoff: Jubilate! Denkschrift zur Jubelfeier der Erneuerung des apostolischen Diakonissen-Amtes. I. Die Diakonissenhäuser in Preußen. 6. Das Oberlinhaus Nowawes (Nr. 55). Verlag der Diakonissen-Anstalt, Kaiserwerth 1886, S. 266.Vgl. Johannes Hübener: Die christliche Kleinkinderschule, ihre Geschichte und ihr gegenwärtiger Stand. Friedrich Andreas Perthes, Gotha 1888, S. 93. 1905 trat sie in den Ruhestand und zog sich in das Hospiz Buchenhaus in Grenzdorf bei Weigandsthal (Schlesien) zurück. 1909 zog sie nach Hoym.

Als Autorin verfasste Thusnelda von Saldern religiös inspirierte Romane und Erzählungen, darunter den Roman Das Margaretenbuch, der bis in die 1940er-Jahre zahlreiche Neuauflagen erlebte und auch ins Englische übersetzt wurde.

Der Verein Oberlinhaus gab 2007 einem Neubau für Wohnen und Rehabilitation von Unfallopfern den Namen Thusnelda-von-Saldern-Haus.

Werke Drei Bausteine. 3. Auflage, Wolfenbüttel 1863. Das Margaretenbuch. Eine Erzählung aus Lothringen. Braunschweig 1875; 3. Auflage-Julius Zwißler-Wolfenbüttel 1876, Bahn, Schwerin 1941. Ruth. Eine Erzählung für Kinder. Wolfenbüttel 1877. Reisebriefe aus Schweden. Wolfenbüttel 1896. Frei zum Dienst. Lichtbilder aus dem Diakonissenleben. Wolfenbüttel 1902.

Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. (Uradel). 1933. Jahrgang 32, Justus Perthes, Gotha 1932, S. 482. Eva Hoffmann-Aleith: Thusnelda von Saldern, die erste Oberin des Oberlinhauses. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1940. Peter Walther, Jürgen Israel (Hrsg.): Musen und Grazien in der Mark. 750 Jahre Literatur in Brandenburg. Band 1: Ein Lesebuch. Lukas Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-931836-68-1, S. 342.

Jobst von Saldern: Geschichten und Historisches aus der Familie derer von Saldern. 2. Auflage, Hamburg 2009, S. 66–69.

Weblinks

Kurzporträt-Oberlinhaus

Einzelnachweise

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