Die Liste der Stolpersteine in Gardelegen enthält alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projekts von Gunter Demnig in Gardelegen verlegt wurden. Mit ihnen soll Opfern des Nationalsozialismus gedacht werden, die in Gardelegen lebten und wirkten. Zwischen 2014 und 2022 wurden insgesamt 46 Steine an 15 Adressen verlegt. Im Jahr 2024 kamen vier weitere Steine vor einem ehemaligen Pfarrhaus dazu. Sie erinnern an niederländische KZ-Häftlinge, die dem Massaker in der Feldscheune Isenschnibbe entgingen und vom Pfarrer Friedrich Franz auf dem Dachboden über seinem Schweinestall versteckt wurden. Es waren die ersten Stolpersteine in Gardelegen für nichtjüdische NS-Opfer.

Verlegungen 24. Oktober 2014: acht Steine an vier Adressen 28. Juni 2015: 16 Steine an drei Adressen 18. November 2016: neun Steine an vier Adressen 12. Juni 2018: acht Steine an zwei Adressen 24. Mai 2022: fünf Steine an zwei Adressen 4. März 2024: vier Steine an einer Adresse

Liste der Stolpersteine Adresse Datum der Verlegung Person Inschrift Bild Bild des Hauses Bahnhofstraße 87 Elke Weisbach: Verlegung der ersten Stolpersteine im Oktober. In: az-online. 17. Mai 2014. Abgerufen am 23. April 2016. (1877–1944) Leo Lippstädt stammte aus Czarnikau und wohnte später in Gardelegen und Berlin. Am 7. September 1942 wurde er zunächst ins Ghetto Theresienstadt und am 16. Mai 1944 weiter nach Auschwitz deportiert, wo er den Tod fand.Leo Lippstädt. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945; abgerufen am 26. Oktober 2014. Hier wohnte LEO LIPPSTÄDT Jg. 1877 deportiert 1942 Theresienstadt 1944 Auschwitz ermordet 100px|Stolperstein Gardelegen Bahnhofstraße 87 Leo Lippstädt 100px|Stolpersteinlage Gardelegen Bahnhofstraße 87 100px|Stolpersteine Gardelegen Bahnhofstraße 87 geb. Kychenthal (1895–1944) Julie Lippstädt wurde in Schwerin geboren und wohnte später in Gardelegen und Berlin. Am 7. September 1942 wurde sie zunächst ins Ghetto Theresienstadt und am 16. Mai 1944 weiter nach Auschwitz deportiert, wo sie den Tod fand.Julie Lippstädt. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945; abgerufen am 26. Oktober 2014. Hier wohnte JULIE LIPPSTÄDT geb. Kychenthal Jg. 1895 deportiert 1942 Theresienstadt 1944 Auschwitz ermordet 100px|Stolperstein Gardelegen Bahnhofstraße 87 Julie Lippstädt (1923–1942) Joachim Lippstädt wurde in Gardelegen geboren. Von Berlin aus wurde er am 29. November 1942 nach Auschwitz deportiert, wo er den Tod fand.Joachim Lippstädt. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945; abgerufen am 26. Oktober 2014. Hier wohnte JOACHIM LIPPSTÄDT Jg. 1923 deportiert 1942 ermordet in Auschwitz 100px|Stolperstein Gardelegen Bahnhofstraße 87 Joachim Lippstädt Ernst-Thälmann-Straße 5 (1870–1943) Hier wohnte ALBERT KLEIN Jg. 1870 deportiert 1942 Theresienstadt ermordet 2.6.1943 100px|Stolperstein Gardelegen Ernst-Thälmann-Straße 5 Albert Klein 100px|Stolpersteinlage Gardelegen Ernst-Thälmann-Straße 5 100px|Stolpersteine Gardelegen Ernst-Thälmann-Straße 5 (1873–1943) Hier wohnte BERTHA KLEIN geb. Hammerstein Jg. 1873 deportiert 1942 Theresienstadt ermordet 8.4.1943 100px|Stolperstein Gardelegen Ernst-Thälmann-Straße 5 Bertha Klein (1901–1942) Hier wohnte LEA KLEIN Jg. 1901 deportiert 1942 Riga ermordet 18.8.1942 100px|Stolperstein Gardelegen Ernst-Thälmann-Straße 5 Lea Klein Ernst-Thälmann-Straße 7 (1886–1942) Hier wohnte DAVID HOLZ Jg. 1886 gedemütigt / entrechtet ermordet 100px|Stolperstein Gardelegen Ernst-Thälmann-Straße 7 David Holz 100px|Stolpersteinlage Gardelegen Ernst-Thälmann-Straße 7 100px|Stolpersteine Gardelegen Ernst-Thälmann-Straße 7 (1920–?) Hier wohnte GERDA HOLZ Jg. 1920 deportiert 1943 ermordet in Auschwitz 100px|Stolperstein Gardelegen Ernst-Thälmann-Straße 7 Gerda Holz (1896–1942) Hier wohnte GRETE HOLZ geb. Zwillenberg Jg. 1896 gedemütigt / entrechtet ermordet 100px|Stolperstein Gardelegen Ernst-Thälmann-Straße 7 Grete Holz Ernst-Thälmann-Straße 36 (1900–1941) Karl Marcus stammte aus Gardelegen und wohnte später in Nürnberg. Von dort aus wurde er am 29. November 1941 ins Lager Jungfernhof, einem Außenlager des Ghetto Riga, deportiert, wo er den Tod fand.Karl Marcus. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945; abgerufen am 26. Oktober 2014. Hier wohnte KARL MARCUS Jg. 1900 deportiert 1941 Riga-Jungfernhof ermordet 100px|Stolperstein Gardelegen Ernst-Thälmann-Straße 36 Karl Marcus 100px|Stolpersteinlage Gardelegen Ernst-Thälmann-Straße 36 100px|Stolpersteine Gardelegen Ernst-Thälmann-Straße 36 (1867–1939) Hier wohnte LOUIS MARCUS Jg. 1867 gedemütigt / entrechtet tot 11.1.1939 100px|Stolperstein Gardelegen Ernst-Thälmann-Straße 36 Louis Marcus Hopfenstraße 18–20 (1873–1942) Elly Cohn sollte 1942 nach Theresienstadt deportiert werden. Dem entzog sie sich durch Suizid. Hier wohnte ELLY COHN Jg. 1873 vor Deportation Flucht in den Tod 2.12.1942 100px|Stolperstein Gardelegen Hopfenstraße 18–20 Elly Cohn 100px|Stolpersteinlage Gardelegen Hopfenstraße 18–20 Hopfenstraße/Bahnhofstraße Petra Hartmann: Scholl-Schüler setzen neue Stolpersteine. In: volksstimme.de. 13. Juni 2018. Abgerufen am 13. Juni 2018. (1862–1943) Julius Hesse war Inhaber einer Hopfenhandlung. Er und seine Frau Zerlina wurden 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert, wo Julius Hesse am 13. Januar 1943 ermordet wurde. Hier wohnte JULIUS HESSE Jg. 1862 deportiert 1942 Theresienstadt ermordet 13.1.1943 100px|Stolperstein Gardelegen Hopfenstraße-Bahnhofstraße Julius Hesse 100px|Stolpersteinlage Gardelegen Hopfenstraße-Bahnhofstraße 100px|Stolpersteine Gardelegen Hopfenstraße-Bahnhofstraße (1895–?) Robert Hesse war der Sohn von Julius und Zerlina Hesse. 1938 wurde er im KZ Buchenwald interniert. 1939 floh er nach Kuba, wo ihm aber die Einreise verweigert wurde. 1940 wurde er zunächst in England und später in Kanada interniert und am 16. April 1943 entlassen. Hier wohnte ROBERT HESSE Jg. 1895 ‘Schutzhaft’ 1938 Flucht 1939 Kuba MS St. Louis Einreise verweigert 1940 inhaftiert England interniert Kanada entlassen 16.4.1943 100px|Stolperstein Gardelegen Hopfenstraße-Bahnhofstraße Robert Hesse geb. Rosenfeld (1873–1943) Zerlina Hesse wurde mit ihrem Mann Julius 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie am 26. Februar 1943 ermordet wurde. Hier wohnte ZERLINA HESSE geb. Rosenfeld Jg. 1873 deportiert 1942 Theresienstadt ermordet 26.2.1943 100px|Stolperstein Gardelegen Hopfenstraße-Bahnhofstraße Zerlina Hesse (1882–1942) Lina Rieß arbeitete als Musikerin und Klavierlehrerin. Am Tag vor ihrer geplanten Deportation beging sie am 12. April 1942 Suizid. Hier wohnte LINA RIESS Jg. 1882 gedemütigt/entrechtet Flucht in den Tod 12.4.1942 100px|Stolperstein Gardelegen Hopfenstraße-Bahnhofstraße Lina Riess Rudolf-Breitscheid-Straße 37 geb. Marcus (1873–1943) Hier wohnte ERNA FRÄNKEL geb. Marcus Jg. 1873 deportiert 1943 Theresienstadt ermordet 4.5.1943 100px|Stolperstein Gardelegen Rudolf-Breitscheid-Straße 37 Erna Fränkel 100px|Stolpersteinlage Gardelegen Rudolf-Breitscheid-Straße 37 100px|Stolpersteine Gardelegen Rudolf-Breitscheid-Straße 37 Ilka Marten: Neun weitere Stolpersteine. In: volksstimme.de. 30. Oktober 2016. Abgerufen am 18. November 2016. (* 1924) Hier wohnte EVA LEMBERG verw. Hontoy Jg. 1924 Flucht 1938 Belgien versteckt gelebt 100px|Stolperstein Gardelegen Rudolf-Breitscheid-Straße 37 Eva Lemberg (1868–1942) Hier wohnte FRIEDA LEMBERG geb. Oschinsky Jg. 1868 vor Deportation Flucht in den Tod 19.7.1942 100px|Stolperstein Gardelegen Rudolf-Breitscheid-Straße 37 Frieda Lemberg geb. Marcus (1898–1944) Julie Lemberg stammte aus Gardelegen. Am 18. Mai 1943 wurde sie von Berlin aus zunächst ins Ghetto Theresienstadt und am 1. Oktober 1944 weiter nach Auschwitz deportiert, wo sie am 1. November 1944 ermordet wurde.Werner Lemberg. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945; abgerufen am 26. Oktober 2014. Hier wohnte JULIE LEMBERG geb. Marcus Jg. 1898 deportiert 1943 Theresienstadt ermordet 1.11.1944 Auschwitz 100px|Stolperstein Gardelegen Rudolf-Breitscheid-Straße 37 Julie Lemberg (1892–1944) Werner Lemberg wurde in Berlin geboren und zog später nach Gardelegen. Am 18. Mai 1943 wurde er von Berlin aus zunächst ins Ghetto Theresienstadt und am 28. September 1944 weiter nach Auschwitz deportiert, wo er ermordet wurde.Werner Lemberg. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945; abgerufen am 26. Oktober 2014. Hier wohnte WERNER LEMBERG Jg. 1892 deportiert 1943 Theresienstadt 1944 Auschwitz ermordet 100px|Stolperstein Gardelegen Rudolf-Breitscheid-Straße 37 Werner Lemberg Salzwedeler Torstraße Elke Weisbach: 16 weitere Stolpersteine in Gardelegen: „Meilenstein in der Geschichtsaufarbeitung.“. In: az-online. 30. Juni 2015. Abgerufen am 23. April 2016. (1909–1979) Heinz Baermann war der Sohn von Simon Baermann. Hier wohnte HEINZ BAERMANN Jg. 1909 Flucht 1939 Rhodesien 100px|Stolpersteine Gardelegen Salzwedeler Torstraße 6 Heinz Baermann 100px|Stolpersteinlage Gardelegen Salzwedeler Torstraße 6 100px|Stolpersteine Gardelegen Salzwedeler Torstraße 6 geb. Behrens (1882–1942) Margarete Behrens stammte aus Gardelegen und heiratete hier Simon Baermann. Sie wurde am 13. Juli 1942 nach Auschwitz deportiert.Margarete Grete Baermann. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945; abgerufen am 23. April 2016. Hier wohnte MAGARETE BAERMANN geb. Behrens Jg. 1892 deportiert 1942 ermordet in Auschwitz 100px|Stolpersteine Gardelegen Salzwedeler Torstraße 6 Magarete Baermann (1906–1943) Ruth Baermann war die Tochter von Simon Baermann. Hier wohnte RUTH BAERMANN Jg. 1906 deportiert 1943 ermordet in Auschwitz 100px|Stolpersteine Gardelegen Salzwedeler Torstraße 6 Ruth Baermann (1883–1942) Simon Baermann war verwitwet und brachte die drei Kinder mit in die Ehe. Er wurde am 13. Juli 1942 nach Auschwitz deportiert.Simon Baermann. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945; abgerufen am 23. April 2016. Hier wohnte SIMON BAERMANN Jg. 1883 deportiert 1942 ermordet in Auschwitz 100px|Stolpersteine Gardelegen Salzwedeler Torstraße 6 Simon Baermann geb. Baermann (1915–1942) Edith Goldner war die Tochter von Simon Baermann.Edith Goldner. Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945; abgerufen am 23. April 2016. Hier wohnte EDITH GOLDNER geb. Baermann Jg. 1915 deportiert 1942 Auschwitz ermordet 11.12.1942 100px|Stolpersteine Gardelegen Salzwedeler Torstraße 6 Edit Goldner Sandstraße 34 geb. Liebenthal (1896–?) Gertrud Sonnenfeldt stammte aus Hamburg und war Ärztin für Orthopädie und Geburtshilfe. 1922 heiratete sie Walter Sommerfeldt. Sie und ihr Mann flohen 1939 nach Schweden und später in die Vereinigten Staaten. Hier wohnte DR. GERTRUD SONNENFELDT geb. Liebenthal Jg. 1896 Flucht 1939 Schweden 1939 USA 100px|Stolperstein Gardelegen Sandstraße 34 Dr Gertrud Sonnenfeldt 100px|Stolpersteinlage Gardelegen Sandstraße 34 100px|Stolpersteine Gardelegen Sandstraße 34 (1926–2012) Helmut Sonnenfeldt war der Sohn von Walter und Gertrud Sonnenfeldt. Er und sein Bruder Richard konnten 1938 nach England fliehen. Später übersiedelte er in die Vereinigten Staaten, wo er nach seinem Hochschulabschluss ab 1952 im Außenministerium arbeitete. Zwischen 1969 und 1974 war er Mitglied im United States National Security Council und enger Berater von Henry Kissinger. Hier wohnte HELMUT SONNENFELDT Jg. 1926 Flucht 1938 England 1944 USA 100px|Stolperstein Gardelegen Sandstraße 34 Helmut Sonnenfeldt (1923–2009)