Erich Müller (* 28. Dezember 1909 in Chemnitz-Helbersdorf; † 11. Dezember 1976 in Dresden) war ein deutscher Holzkünstler.
Leben Müller war eins von sechs Kindern eines Metalldrehers und einer Schneiderin. Schon als Kind griff er zum Schnitzmesser und beteiligte sich an den Weihnachts-Ausstellungen des Erzgebirgischen Schnitzvereins in Chemnitz. Ab seinem zwölften Lebensjahr besuchte er einmal wöchentlich und nach Volksschul-Abschluss täglich die 1874 gegründete Staatliche Spielwarenfachschule in Grünhainichen, die damals von Professor Alwin Seifert geleitet wurde. 1921 gewann er den Ersten Preis des Kunstgewerbevereins zu Chemnitz im Wettbewerb für selbst gefertigtes Spielzeug. 1924 wurde Theodor Artur Winde auf Müller aufmerksam und holte ihn in seine Fachklasse an der Staatlichen Akademie für Kunstgewerbe in Dresden, wo Müller bis 1928 studierte.
Sein Studienweg führte ihn auch nach Wien und Berlin, wo er das Handwerk als Steinbildhauer erlernte und 1931 die Gesellenprüfung ablegte. 1932 kehrte er zu Winde zurück und wurde als Meisterschüler gefördert. Ab 1934 war Müller freischaffend in Dresden tätig. Er wurde von Oskar Seyffert und Reinhold Langner regelmäßig mit Aufträgen für das Dresdner Museum für Sächsische Volkskunst betraut. Nach einer Studienreise nach Italien (1936), der Teilnahme am Zweiten Weltkrieg als Soldat der Wehrmacht und Kriegsgefangenschaft bis 1946 setzte Müller sein künstlerisches Schaffen ab 1947 fort und heiratete.
Müller schuf aus Holz eine Fülle von Tier-Kleinplastiken, Einzelfiguren und Gruppenszenen, so etwa den „Garten Eden“ mit mehr als 150 Tieren. Seine farbig gefassten Krippenfiguren in knapper Formensprache erfreuten sich großer Beliebtheit. Diese etwa 40 Zentimeter großen Figuren wurden beispielsweise von den Kirchen in Dresden-Plauen und Saalfeld erworben. Auch fertigte er in dokumentarischer Treue nach denkmalpflegerischen Vorlagen Modelle typisch sächsischer Hausformen. Müller schnitzte in staatlichem Auftrag großformatige Holzreliefs aus Lindenholz, so beispielsweise 1953 zweiundfünfzig Reliefs für einen Kindergarten in Radeberg 1955/1956 und sechs Reliefs für das Kinderportal an der Nordseite der Kreuzkirche Dresden.
Müllers Holzplastiken zeichnen sich aus durch sparsame Verwendung aller technischen Mittel, materialgerechte Gestaltung, Konzentration auf das Wesentliche in Inhalt und Form, Realismus und Volkstümlichkeit. Er vermied verniedlichende Genre-Schnitzerei, wie sie damals im Erzgebirge und der Rhön anzutreffen waren.
Das Museum für Volkskunst Dresden hat eine umfangreiche Sammlung von Werken Müllers.
Weiteres Werkbeispiel
Ruhende Kuh (Lindenholz; 1953 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)
Ausstellungen (unvollständig)
Postume Einzelausstellung
1978: Dresden, Museum für Volkskunst DresdenManfred Bachmann: Der Holzschnitzer Erich Müller - ein Künstler aus dem Volke. S. 6–8 in: Johannes Just: Erich Müller - Ausstellung zum Gedächtnis des Holzschnitzers. Herausgeber: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Museum für Volkskunst. Gestaltung: Karl Lange. Format A5, 32 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen (schwarz-weiß), Dresden 1978
Gruppenausstellung
1953: Karl-Marx-Stadt („Mittelsächsische Kunstausstellung“)
Literatur Johannes Just: Erich Müller – Ausstellung zum Gedächtnis des Holzschnitzers. Herausgeber: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Museum für Volkskunst. Gestaltung: Karl Lange. Format A5, 32 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen (schwarz-weiß), Dresden 1978 Künstler am Dresdner Elbhang. Band 2, Elbhang Kurier-Verlag, 2007, S. 309
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Bildhauer (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1909 Kategorie:Gestorben 1976 Kategorie:Mann