Konrad Bolten, auch Conrad Bolten (* 1869/70Die Liste der ankommenden Passagiere der SS Pretoria, Ankunft am 6. September 1906 in New York nennt für den Schauspieler Conrad Bolten das Alter von 36 Jahren; † nach 1929), war ein Theaterschauspieler und Theaterdirektor.

Leben Nachdem sich Bolten in Berlin schauspielerisch versucht hatte, kam er 1890 nach Greifswald und 1891 nach Heilbronn, wo er zwei Jahre blieb, von 1893 bis 1894 war er in Zwickau, 1895 in Rostock, von 1896 bis 1897 am Hoftheater Coburg, von wo er ans Residenztheater in Hannover kam, daselbst zwei Jahre wirkte, um 1900 in den Verband des Kölner Stadttheaters zu treten, wo er bis zum Jahre 1903 im Ensemble stand und Mitglied im Lokalausschuss der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger war. Anschließend war er in Brünn und in der Spielzeit 1905/06 am Berliner Schiller-Theater O. tätig.

Im September 1906 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus und wurde Mitglied im Ensemble der Vereinigten Deutschen Theater von Milwaukee und Chicago. Im September 1919 übernahm er zusätzlich die Leitung des deutschsprachigen Pabst-Theaters in Milwaukee, die er bis 1925 innehatte.Deutsches Bühnenjahrbuch 1921. Berlin 1920, S. 100 und Deutsches Bühnenjahrbuch 1925, Berlin 1924, S. 410 f Ab September 1928 leitete er das Deutsche Theater von Mährisch Ostrau,Neues Wiener Journal vom 3. Oktober 1928, S. 12 trat aber wegen finanzieller Probleme bereits im Februar 1929 von diesem Posten wieder zurück.Der Tag vom 3. Februar 1929, S. 10 Über seinen weiteren Lebensweg ist nichts bekannt.

Künstlerische Würdigung Er vertrat das Fach der jugendlichen Helden und Liebhaber in bester Art und Weise. Selbst in kleinsten Rollen verdiente er ehrenvolle Erwähnung und war trotz seiner kurzen Tätigkeit in Köln bereits auf dem besten Wege zur allgemeinen Beliebtheit. Der Künstler führte eine schöne Sprache, war ausdrucksvoll in Spiel und Bewegung, kehrte bei jeder Gelegenheit die echt künstlerische Seite seiner Schaffenskraft heraus und trug ein gesundes Verhältnis für die dichterischen Gestalten, die er wirkungsvoll verkörperte, zur Schau.

Von seinen charakteristischen, interessanten Leistungen seien erwähnt: „Don Cesar“, „Don Carlos“, „Romeo“, „Ferdinand“ in Kabale und Liebe und der „Erbprinz“ in Zopf und Schwert (Karl Gutzkow).

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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