mini|Sonnenwirbelhäuser, Zeichnung von Antonín Lewý (1896)
Die Sonnenwirbelhäuser waren eine Siedlung auf dem nordwestlichen Ausläufer des Klínovec (, früher: Sonnenwirbel), unmittelbar an der Straße von Gottesgab nach Kupferberg. Mit einer Höhenlage von etwa waren sie die höchstgelegene Ansiedlung im Erzgebirge.
Geschichte mini|Die Sonnenwirbelhäuser auf einem historischen Kartenausschnitt mini|Neues vom Tourenbuche, in: Sächsische Radfahrer-Zeitung, 11. November 1899, S. 442
Die ältesten bekannten Nachrichten über die Erschließung dieser Bergregion liefern die zuerst 1562 erschienenen Aufzeichnungen von Johannes Mathesius, der seinerzeit in Sankt Joachimsthal als Rektor und Pfarrer angestellt war. In einer topografischen Darstellung erwähnt er den Berg als „Sonnewirbel“. In einer Beschreibung über die Grenzen des Pfarrbezirks berichtet er über die Siedlung:
Nach der an die Aufzeichnungen angehängten Auflistung von Zechen von Mathesius wurden in dieser Gegend von 1533 bis 1551 mehrere Gänge angebrochen. Darunter 1536 die „Sonne wirbels funtgrub am Widergebirg“ und 1543 die „Unruhe funtgrub am Widergebirg“. Im Landkartenwerk der Franziszeischen Landesaufnahme (1842–1853) ist südöstlich der Sonnenwirbelhäuser der „Unruhe Schacht“ kartiert, was für Bergbau als Grund zur Ansiedlung in dieser Höhenlage spricht.
Im Jahr 1927 bestand die Siedlung aus zwei Häusern. Mit Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Siedlung aufgegeben und die Häuser später abgebrochen. Jetzt befinden sich an dem Ort Windkraftanlagen.
Weblinks
Beschreibung der Sonnewirbelhäuser auf zanikleobce.cz (tschechisch)
Einzelnachweise Johannes Mathesius: Sarepta oder Bergpostill Sampt der Joachimßthalischen kurtzen Chroniken. Nürnberg 1562, S. CLXVII. (). Johannes Mathesius: Sarepta oder Bergpostill Sampt der Joachimßthalischen kurtzen Chroniken. S. CXCVI. (). Johannes Mathesius: Sarepta oder Bergpostill Sampt der Joachimßthalischen kurtzen Chroniken., Welthes Jar ein yede Zech angangen/… (Buchstabe S) (). Johannes Mathesius: Sarepta oder Bergpostill Sampt der Joachimßthalischen kurtzen Chroniken., Welthes Jar ein yede Zech angangen/… (Buchstabe U) (). II. Militärische Aufnahme (Franzensische Landkarten), 1842-1853, Maßstab 1: 28 800. Österreichisches Staatsarchiv; abgerufen am 25. Oktober 2014
Kategorie:Wüstung im Okres Karlovy Vary Kategorie:Wüstung im Erzgebirge Kategorie:Jáchymov