Förstenreuth ist ein Gemeindeteil des Marktes Stammbach im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Förstenreuth hat eine Fläche von 8,492 km². Sie ist in 718 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 11827,29 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hartmannseinzel, Höhlmühle, Kropfeinzel, Kropfmühle, Mittlereinzel, Obereinzel, Röhrigeinzel, Untereinzel, Weickenreuth und Wildenhof.
Geografie Das Dorf liegt am Solgbach, einem rechten Zufluss des Kofenbachs, und ist unmittelbar von Acker- und Grünland umgeben. Im Norden erhebt sich der Karlberg (), im Westen der Bühl (). Die Kreisstraße HO 35 führt an Neutheilung vorbei zur Bundesstraße 289 bei Sauerhof-Kuppel (1,8 km nördlich) bzw. an (Unter-)Wildenhof und Pumphaus a.Wildenhof vorbei nach Horlachen (2,2 km südlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Weickenreuth (1,9 km westlich) und nach Mittlerweinzel (1 km östlich). Ein Anliegerweg führt nach (Ober-)Wildenhof (1,2 km südöstlich). Der Ort wird von dem nach Hans Seiffert benannten Hans-Seiffert-Weg durchquert, einen vom (früheren) Dreiländerdreieck bei Prex bis Burgkunstadt verlaufenden Wanderweg des Frankenwaldvereins.O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 132f.
Geschichte Nach Helmut Hennig ist Förstenreuth eine Gründung der Förtsch von Thurnau, worauf sich auch der Ortsname bezieht. Die Förtsch sind der Familienstamm der von Wallenrode. Über Nonnen der Familien, die dem Kloster Himmelkron beigetreten sind, dürfte das Kloster schließlich vollständig in den Besitz des Ortes gekommen sein.Helmut Hennig: Geschichte Stammbachs - von den Anfängen bis zur Reichsgründung. Wunsiedel 1989. S. 40.
Zur Realgemeinde Förstenreuth gehörten Mittler-, Ober- und Untereinzel. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Förstenreuth aus 30 Anwesen (2 Höfe, 17 Halbhöfe, 1 Mühle, 1 Sölde, 1 Tropfgütlein, 8 Tropfhäuser) und einer Gemeindeschmiede. Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft stand dem bayreuthischen Vogteiamt Stammbach zu. Das bayreuthische Stiftskastenamt Himmelkron war Grundherr sämtlicher Anwesen.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 408.
Von 1797 bis 1810 unterstand Förstenreuth dem Justiz- und Kammeramt Gefrees. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde der Ort bayerisch. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Förstenreuth dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Stammbach und der entstandenen Ruralgemeinde Stammbach zugewiesen. 1840 kam es zur Bildung der Ruralgemeinde Förstenreuth mit den Orten Hartmannseinzel, Höhlmühle, Kropfeinzel, Kropfmühle, Mittlereinzel, Obereinzel, Röhrigeinzel, Untereinzel, Weickenreuth und Wildenhof. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Münchberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Münchberg (1919 in Finanzamt Münchberg umbenannt). Ab 1862 gehörte Förstenreuth zum Bezirksamt Münchberg (1939 in Landkreis Münchberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Münchberg (1879 in Amtsgericht Münchberg umgewandelt).A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 486. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,494 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Förstenreuth am 1. Juli 1972 nach Stammbach eingemeindet und kam zugleich an den Landkreis Hof.
Ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 7: Eingeschossiger Wohnstallbau mit Satteldach, der Giebel bezeichnet „FS 1842“.T. Breuer: Münchberg, S. 11. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Haus Nr. 11: Zugehörige Scheune des 18./19. Jahrhunderts mit Strohdach.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Förstenreuth Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 600 596 552 580 602 632 618 586 559 540 494 509 482 467 444 432 403 370 528 506 433 347 279HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 78 79 77 79 78 79 78 Quelle
Ort Förstenreuth Jahr 1812 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2020Einwohner 209 205 316 339 312 273 251 266 195 229 176 173Häuser 36 43 43 44 46 44 49 Quelle Dort als Fürstenreuth aufgelistet.
Religion Förstenreuth ist nach St. Maria (Stammbach) gepfarrt und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.
Persönlichkeiten Karl Schricker (1912–2006), deutscher Maler und Grafiker, in Förstenreuth geboren
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Stammbach) Kategorie:Ort im Landkreis Hof Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hof) Kategorie:Gemeindegründung 1840 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Ersterwähnung 1323 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Hof