Die Grasblättrige Skabiose (Lomelosia graminifolia) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lomelosia innerhalb der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae).

Beschreibung mini|links| Grasblättrige Skabiose, fruchtend mini|Blütenstand und Fruchtstand

Vegetative Merkmale Die Grasblättrige Skabiose wächst als krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von selten 10, meist 20 bis 50 Zentimetern. Der aufsteigende, unverzweigte Stängel ist im oberen Bereich dicht anliegend behaart.

Alle Laubblätter sind schmal-linealisch, ganzrandig und auf beiden Blattseiten dicht, fein seidig behaart (Trichome).

Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Juli bis August oder auch bis September. Jeder Stängel endet in nur einem köpfchenförmigen Blütenstand. Der köpfchenförmige Blütenstand hat einen Durchmesser von 3 bis 4,5, selten bis zu 6 Zentimetern. Die Hüllblätter sind schmal-lanzettlich. Die äußeren Blüten eines Blütenstandes sind größer als die inneren.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph. Der Außenkelch ist 2 bis 3,5 Millimeter hoch. Die Kelchborsten sind 3,5 bis 5 Millimeter lang und gelblich. Die hell-lilafarbenen Blütenkronen enden mit fünf ungleichen Kronzipfeln.

Die 3 bis 4 Millimeter lange Frucht ist dicht, lang behaart.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.

Vorkommen Das Verbreitungsgebiet von Lomelosia graminifolia umfasst die Länder Marokko, Spanien, Frankreich, Italien, die Schweiz, Kroatien, Slowenien, Serbien, Albanien und Griechenland. Lomelosia graminifolia ist in Europa vom nordöstlichen Spanien über das südliche Frankreich sowie dem südlichen Teil des Schweizer Kantons Tessin bis nördlichen sowie zentralen Italien und auf der Balkanhalbinsel vom früheren Jugoslawien bis Albanien und Griechenland verbreitet.

Lomelosia graminifolia gedeiht auf Kalkfelsen und deren Schutt. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+ (trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).

Taxonomie und Systematik Die Erstveröffentlichung erfolgte 1755 unter dem Namen (Basionym) Scabiosa graminifolia durch Carl von Linné in Centuria I. Plantarum ... Band 1 Seite 6–7. Die Neukombination zu Lomelosia graminifolia wurde 1985 durch Werner Greuter und Hervé Maurice Burdet in Willdenowia, Band 15, S. 74 veröffentlicht.

Man kann zwei Unterarten unterscheiden: Lomelosia graminifolia subsp. graminifolia: Sie kommt in Marokko, Spanien, Frankreich, Italien, in der Schweiz, in Kroatien, Serbien und Slowenien vor. Lomelosia graminifolia subsp. arizagae : Sie kommt in Spanien vor.

Quellen Einzelnachweise Konrad Lauber, Gerhart Wagner: Flora Helvetica. Flora der Schweiz. Verlag Paul Haupt, Bern, Stuttgart, Wien, 1996, ISBN 3-258-05405-3, S. 1030. G. Domina (2017): Dipsacaceae.: Datenblatt Lomelosia graminifolia, In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Carl von Linné: Centuria Plantarum, I, 1755, S. 6 eingescannt bei biodiversitylibrary.org.

Weblinks

Thomas Meyer: Skabiose Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben). Datenblatt mit Verbreitung in Frankreich bei tela-botanica. Datenblatt mit Verbreitung in Italien und vielen Bildern bei Schede di Botanica. Datenblatt bei Acta Plantarum.

Kategorie:Kardengewächse