mini|ÖV-Bevorzugungsmassnahmen sind ein wichtiger Aspekt des Systems RBus RBus – R steht für rapid – ist ein Massnahmenpaket zur Effizienz- und Attraktivitätssteigerung der besonders stark frequentierten Linien des Luzerner Trolleybusnetzes. Das Konzept orientiert sich dabei am weltweit verbreiteten Bus-Rapid-Transit-Konzept und setzt sich aus den Elementen Infrastruktur, Angebot und Rollmaterial zusammen.BHLS für Luzern und andere Schweizer Städte? Grundlagen aus der Forschung Situationsanalyse für Luzern. Hochschule Luzern, Sonderegger, Roger, Jonas Fröhlicher und Widar von Arx, 5. Juni 2014 Hierbei setzt RBus auf ÖV-Bevorrechtigung, Verkehrsmanagementanlagen, Fahrbahnhaltestellen, Busspuren, direkte Tangentiallinien ohne Umsteigezwang im Zentrum sowie durchgehend niederflurige Doppelgelenkwagen mit hoher Beförderungskapazität.AggloMobil due, Verkehrsverbund Luzern, 24. August 2012 Ziele des Systems RBus sind neben einer Steigerung der Beförderungskapazität vor allem die Reduktion der Reisezeit auf der Gesamtstrecke im Schnitt um zehn Prozent sowie eine Erhöhung der Pünktlichkeit, insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten.

Auf den Linien des Systems RBus werden überwiegend Doppelgelenktrolleys des Typs Hess lighTram 4 beziehungsweise Hess lighTram 25DC eingesetzt. Die insgesamt 31 Fahrzeuge wurden im Vorfeld der RBus-Eröffnungen in den Jahren 2014, 2016, 2017 und 2019 beschafft und setzen sich durch die Sonderlackierung sowie die Radabdeckungen von den restlichen Fahrzeugen auf dem Netz der Verkehrsbetriebe Luzern ab. Ferner waren sie die ersten Fahrzeuge in Luzern, welche eine Tram-ähnliche Frontgestaltung aufwiesen. Ergänzt werden sie von drei älteren Doppelgelenktrolleybussen, die bereits seit 2006 im Einsatz sind.

RBus ist ein Gemeinschaftsprojekt des Kantons Luzern, des Gemeindeverbands LuzernPlus, der Stadt Luzern, der Gemeinden Kriens, Emmen und Ebikon, des Verkehrsverbunds Luzern sowie der Verkehrsbetriebe Luzern.Medienmitteilung des Kantons Luzern vom 11. April 2014 auf www.lu.ch Es ist zudem im kantonalen Richtplan 2009, dem kantonalen Bauprogramm für Kantonsstrassen 2015 bis 2018, dem kantonalen ÖV-Bericht 2014 bis 2017 sowie dem ÖV-Angebotskonzept AggloMobil due des Verkehrsverbunds Luzern enthalten.Richtplan Kanton Luzern: M5 Öffentlicher Verkehr auf www.richtplan.lu.ch Botschaft des Regierungsrates an den Kantonsrat B116 vom 20. Juni 2014 auf www.lu.chöV-Bericht, Kanton Luzern, 12. Nov. 2013 Im Endausbau soll RBus dem übrigen Trolleybusnetz sowie dem Autobusnetz übergeordnet sein und die S-Bahn Luzern ergänzen, mit der das Trolleybusnetz zudem besser verknüpft werden soll.RBus auf www.vvl.ch

Vorgeschichte Korridor Kriens Trotz einem 3-Minuten-Takt stiess die Linie 1 in den 1990er-Jahren immer wieder an die Kapazitätsgrenze, weshalb die vorhandenen NAW/Hess-Solotrolleybusse ab 1998 mit sieben Anhängern ergänzt wurden.Paul F. Schneeberger: Verkehrsbetriebe der Stadt Luzern, 100 Jahre Tram, Autobus und Trolleybus. Minirex, Luzern 1999, ISBN 3-907014-12-X, Seiten 219–222 Mit dieser Massnahme konnte zwar die Beförderungskapazität erhöht werden, durch die Linienführung standen die Trolleybusse aber während der Hauptverkehrszeit weiterhin im Stau. Deshalb kam bald die Forderung auf, Kriens an ein Schienenverkehrsmittel anzubinden.JCVP Kriens: Bären Biss Spezial, Dezember 2003Postulat über eine Studie zum volkswirtschaftlichen Nutzen einer Schienenanbindung für die Gemeinde Kriens (2005) auf www.gruene-luzern.ch Im Jahr 2002 wurde deshalb eine Studie erarbeitet, in welcher der Anschluss von Kriens mittels eines Trams beziehungsweise einer Stadtbahn geprüft wurde.Bahnerschliessung Kriens auf www.metron.ch Ebenfalls Teil der Studie war die Prüfung einer Zweigstrecke der schmalspurigen Zentralbahn, nachdem 1999 bereits Pläne für einen normalspurigen Tram-Train nach Kriens verworfen worden waren.Neue Zürcher Zeitung: Warten auf das Tram nach Kriens (3. Dezember 2002) auf www.nzz.ch

Da die Trolleybuslinie nach wie vor überlastet war, wurden bis 2005 weitere neun Anhänger und 2006 drei Doppelgelenktrolleybusse beschafft, um die Kapazität weiter zu steigern. Erstere kamen auch auf den Linien 6 und 8 zum Einsatz. Da der Bau einer Schienenanbindung nicht innerhalb kurzer Zeit realisiert werden konnte, kamen Konzepte für eine Schnellbusverbindung auf. In einem relativ bescheidenen Umfang wurde diese Idee ab 2010 auf dem Korridor der Linie 1 realisiert, indem man Dienstfahrten der Linie 71 öffentlich machte. (30. Januar 2010) auf www.postauto.ch. Abgerufen am 5. April 2024. Andere Konzepte waren die Tangentiallinien Renggloch-Express nach Littau/Malters und Sonnenberg-Express nach Emmenbrücke. Diese kamen allerdings nicht über einen kurzen Testbetrieb im Jahr 2009 hinaus. (16. April 2009) auf www.kriens.ch

Nachdem im November 2008 bekannt wurde, dass der Tiefbahnhof Luzern wieder im Gespräch war, gab die Gemeinde Kriens einen Bericht in Auftrag, welcher Varianten zur Entwicklung des Öffentlichen Verkehrs aufzeigen sollte. Dieser Bericht kam zum Schluss, dass eine Erschliessung von Kriens mit einem Peoplemover auf erhöhter Trasse sinnvoll sei, da eine unterirdische Bahn zu teuer sei und eine ebenerdige Stadtbahn nicht weiterverfolgt werde.Gemeinde Kriens: , 27. Mai 200920 Minuten: Idee: Hochbahn bis zum Bahnhof Luzern (28. November 2009) auf www.20min.ch Ein Jahr später kam die Idee einer Seilbahn auf,Blick: Seilbahnidee für Kriens nimmt Form an (6. Oktober 2010) auf www.blick.ch und 2013 war eine Schwebebahn entlang der Linie 1 im Gespräch.Neue Luzerner Zeitung: Neuer Vorschlag: Schwebebahn soll Kriens entlasten (8. Juli 2013) auf www.luzernerzeitung.ch Der Kanton Luzern hingegen setzte bereits seit einigen Jahren auf den Ausbau des Bussystems.

Korridor Rontal Das Rontal ist ein Entwicklungsschwerpunkt im Nordosten der Agglomeration Luzern, welcher sich über die Gemeinden Ebikon, Dierikon, Buchrain und Root erstreckt.ESP Rontal auf rawi.lu.ch Im Gegensatz zu Kriens war das Rontal bis zur Linienverlängerung nicht mit dem Trolleybus erschlossen; stattdessen verkehrten die beiden Autobuslinien 22 und 23 vom Bahnhof Luzern in den Entwicklungsschwerpunkt. Bis an die Stadtgrenze beim Maihof überlagerten sich die drei Linien; da es im Bereich des Bahnhofsplatzes und in der Zürichstrasse oft zu Stau kommt, kam die Idee auf, die Anzahl Busse aus dem Rontal in die Innenstadt zu reduzieren, indem die Linie 1 nach Bahnhof Ebikon verlängert wird.ProBahn: Buskonzept der Linie 1 – Bahnhof/Maihof, 11. März 2008 Die Kürzung der Linien 22 und 23 wurde aber teils als problematisch erachtet, da die S-Bahn ab Ebikon nur im 30-Minuten-Takt verkehrt.Zweckverband ÖVL: AggloMobil, 12. Januar 2004

Daher wurde 2010 ein mehrstufiges Angebotskonzept für das Rontal entwickelt. In einem ersten Schritt sollte die Linie 22 nur noch bis Bahnhof Ebikon verkehren, dafür sollten Zubringerlinien nach Perlen und Inwil entstehen, welche in Ebikon Anschlüsse auf die Linien nach Luzern haben sollten. Weiter sollte eine Schnellbuslinie S23 eingeführt werden, welche bis Rotkreuz verkehren sollte und so einen S-Bahn-Ersatz bieten sollte. Nach Bau des damals projektierten Einkaufszentrums EbiSquare sollte in einem zweiten Schritt die Linie 1 bis zu diesem verlängert werden und dafür die Linie 23 ebenfalls bis zum Bahnhof Ebikon eingekürzt werden. Zwischen Luzern und Ebikon hätten nur noch die Buslinien 1 und S23 verkehrt.Albrecht, Kaufmann + Partner AG: ÖV-Optimierung Luzern – Rontal Angebotskonzept, 22. Januar 2010 Im Jahr 2012 wurde dann ein Konzept für das Rontal ohne Schnellbuslinie vorgestellt. Stattdessen sollte die damalige Linie 18 (heute Linie 30) von Littau via Kreuzstutz und Schlossberg nach Ebikon verkehren. Auf diesem Konzept basiert die umgesetzte Planung von RBus im Korridor Rontal, welche eine Trolleybusverlängerung im Zuge der Umgestaltung der Kantonsstrasse K17 vorsah.Kommission stimmt ÖV-Bericht und Erneuerung der Kantonsstrasse in Ebikon zu (7. März 2014) auf www.beiuns.ch

Die Verlängerung der Fahrleitung nach Ebikon wurde im Rahmen der Projekterarbeitung mehrfach in Frage gestellt, unter anderem gab es im September 2016 einen politischen Vorstoss, welcher forderte, dass fahrleitungslose Alternativen mit Diesel- und Hybridbussen auf die Tauglichkeit für die Verlängerung der Linie 1 geprüft werden sollten.Luzerner Zeitung: Vorstoss zur Verlängerung der Buslinie 1 sorgt für Verwirrung, Artikel vom 15. September 2016 Nachdem sowohl die VBL als auch der Verkehrsverbund Luzern die Rahmenbedingungen für die Verlängerung der Linie 1 aufgezeigt hatten und auch das System TOSA mit Schnellladestationen auf Grund der Kompatibilität mit dem Trolleybusnetz nicht in Frage gekommen war, gaben die Vertreter der CVP Ebikon ihren Widerstand auf.Luzerner Zeitung: Ebikoner geben Widerstand gegen Fahrleitungen auf, Artikel vom 11. November 2016 Die Vertreter der lokalen SVP hielten sich in den folgenden Monaten ebenfalls zurück. Im Dezember 2017 forderte die kantonale Sektion der Partei aber eine Sistierung der Verlängerung der Linie 1 sowie eine Volksabstimmung über die Kredite für die Finanzierung der Oberleitung sowie des geplanten Bushubs am Bahnhof Ebikon. Als Begründung wurde aufgeführt, dass ein fahrleitungsgebundenes Trolleybussystem nicht mehr zeitgemäss und von den Anwohnern unerwünscht sei sowie dass das ÖV-Angebot in Ebikon mit den bestehenden Buslinien ausreiche.Luzerner Zeitung: SVP ist gegen die Verlängerung der Buslinie 1 Artikel vom 7. Dezember 2017Luzerner Zeitung: Mall-Buslinie: Volk soll entscheiden Artikel vom 18. Dezember 2017 Die Kredite für die Trolleybusverlängerung zur Mall of Switzerland sowie den Bau des Bushubs am Bahnhof Ebikon wurden am 29. Januar 2018 vom Luzerner Kantonsrat mit je rund drei Viertel der Stimmen genehmigt, die Rückweisungsanträge der SVP auf Grund der aufgeführten Einwände wurden zuvor im Rahmen der Sitzung abgewiesen.Luzerner Zeitung: ÖV-Ausbau findet klare Mehrheit im Luzerner Kantonsrat Artikel vom 29. Januar 2018

Der Spatenstich der Trolleybusverlängerung zwischen Maihof und Ebikon Fildern erfolgte schliesslich am 1. Oktober 2018, die erforderlichen Fahrleitungsanlagen und Anpassungen für den Betrieb mit Doppelgelenkwagen dauerten bis am 9. Dezember 2019.Verkehrsverbund Luzern: für die Trolleybusverlängerung der Linie 1 in Luzern Ost Medienmitteilung vom 1. Oktober 2018 Die Eröffnung der verlängerten Linie 1 erfolgte eine Woche später, gleichzeitig erfolgten weitere Anpassungen am Busnetz in Luzern Ost, um das Netz auf die neuen Rahmenbedingungen ausrichten zu können.

Korridor Emmenbrücke Das Gebiet rund um den Seetalplatz im Emmer Ortsteil Emmenbrücke soll sich in den nächsten Jahren zum Stadtzentrum Luzern Nord entwickeln.ESP Luzern Nord auf rawi.lu.ch Die ab 2013 begonnene Umgestaltung des Seetalplatzes ist dabei Teil eines Gesamtprojekts zur Siedlungsentwicklung, zur Optimierung des Gesamtverkehrssystems und des Schutzes vor Naturgefahren. In der Planung zum öffentlichen Verkehr wurde der Fokus auf eine bessere Verknüpfung von Bus, Trolleybus und Bahn an den Bahnhöfen Emmenbrücke und Rothenburg Dorf sowie eine vom Motorisierten Individualverkehr unabhängige Führung für die Bus- und Trolleybuslinien gelegt.Gesamtprojekt auf luzern-nord.lu.ch

Die Umsetzung dieser Ziele per Dezember 2016 umfasste unter anderem die Verlegung sämtlicher Linien von der stark befahrenen Gerliswilstrasse auf die Bahnhofstrasse, wodurch eine Haltestellenbedienung direkt vor dem Empfangsgebäude des Bahnhofs Emmenbrücke möglich ist. Auch im Bereich zwischen der Haltestelle Schiff und dem Seetalplatz wurde das Verkehrsregime so angepasst, dass die Hauptstrasse nur noch vom öffentlichen Verkehr sowie Zubringern befahren werden darf. Damit konnten nicht nur die Umsteigebeziehungen verbessert werden, sondern die Fahrplanstabilität rund um den Seetalplatz deutlich erhöht werden.

Linien Linie 1 (1ER)