Die Italienische Ochsenzunge (Anchusa azurea, früher auch Anchusa italica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Ochsenzungen (Anchusa) innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae).

Beschreibung mini|links|Habitus, Laubblätter und Blüten mini|links|Blütenstand, gut zu erkennen ist das Indument mini|Radiärsymmetrische, fünfzählige Blüte im Detail mini|Klausen mini|Illustration aus Album de la flora médico-farmacéutica é industrial, indígena y exótica, Tafel 4

Vegetative Merkmale Die Italienische Ochsenzunge wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen 30 bis 80, selten bis zu 150 Zentimetern. Der graue, steif aufrechte, oben stark verzweigte und stielrunde Stängel ist abstehend behaart (Trichome). Die weißen Trichome sitzen auf Knötchen. Die Stängelblätter sind nicht oder kaum gestielt und sind lanzettlich. Die unteren Laubblätter sind etwa 10 bis 20 Zentimeter lang und 1,5 bis 3,5 Zentimeter breit.

Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Mai bis September. Die gestielten Blüten stehen in großen Doppelwickeln zusammen.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf 6 bis 10 Millimetern langen Kelchblätter sind nur an ihrer Basis verwachsen und bis zur Fruchtzeit verlängern sie sich auf bis zu 18 Millimetern. Sie sind rau behaart. Die fünf lebhaft himmelblauen Kronblätter bilden eine Blütenkrone mit Durchmessern von 8 bis, meist 10 bis 15 Millimetern. Die Kronzipfel sind vorn kreisrund und flach ausgebreitet. Die Schlundschuppen sind länglich und bärtig behaart.

Die Klausenfrucht zerfällt in vier 6 bis 10 Millimetern lange Teilfrüchte. Sie sind 6 bis 7 Millimeter lang, hellbraun, wulstig und dicht warzig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32.

Vorkommen Die Italienische Ochsenzunge (wie die Gemeine Ochsenzunge früher lateinisch buglossa genanntOtto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 165.) kommt ursprünglich in Makaronesien, in Nordafrika, in Süd-, Mittel- und Osteuropa, im Kaukasusraum, in West- und Zentralasien und in Pakistan weitverbreitet und ist in Nordamerika und in Südafrika ein Neophyt. Das hauptsächliche Verbreitungsgebiet der Italienischen Ochsenzunge ist der Mittelmeerraum. In Mitteleuropa wird sie gelegentlich als Zierpflanze angebaut, und sie ist örtlich, aber meist nicht beständig aus der Kultur verwildert. Die Italienische Ochsenzunge kommt im Elsass, im Tessin, in Graubünden und in Österreich vor. In Deutschland kommt die Italienische Ochsenzunge in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Mittelthüringen, nordwestlichen Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und in Mecklenburg-Vorpommern vor.

Die Italienische Ochsenzunge gedeiht am besten auf trockenen, nicht unbedingt kalkfreien, aber stickstoffreichen, lockeren Böden in klimabegünstigten Lagen. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährestoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).

Systematik Die Erstveröffentlichung von Anchusa azurea erfolgte 1768 durch den englischen Gärtner Philip Miller (1691–1771) in The Gardeners Dictionary, 8. Auflage, Anchusa no. 9. Das Artepitheton azurea bezieht sich auf die blauen Kronblätter. Synonyme für Anchusa azurea sind: Anchusa italica , Buglossum italicum , Anchusa biceps , Anchusa macrophylla , Anchusa paniculata , Buglossum vulgare , Anchusa macrocarpa , Buglossum italicum .

Botanische Geschichte Je nach Autor gibt es etwa drei Varietäten oder auch keine Subtaxa: Anchusa azurea var. azurea: Anchusa azurea var. kurdica : Es ist bei vielen Autoren das Synonym für die Art Anchusa azurea. Anchusa azurea var. macrocarpa : Es ist bei vielen Autoren das Synonym Anchusa macrocarpa für die Art Anchusa azurea.

Giftigkeit

Die Italienische Ochsenzunge enthält Pyrrolizidinalkaloide, die in Überdosis ein Lebergift darstellen und das Erbgut schädigen.https://www.mandelbaum.at/docs/724043919.pdf

Literatur

Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Portrait. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1. Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). 2., korrigierte und erweiterte Auflage. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8001-4990-2.

Einzelnachweise Benito Valdés, 2011: Boraginaceae. Datenblatt Anchusa azurea In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3. Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 2201–2202.

Weblinks

Thomas Meyer: Ochsenzunge Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben). Günther Blaich: Datenblatt mit Fotos. Gerhard Nitter: Steckbrief mit Fotos. Dieter H. Wilken, 1993: Datenblatt des Jepson Manual Treatment.

Kategorie:Raublattgewächse