mini|Ehemaliges Amtsgericht Hagen im Bremischen, heute Rathaus Das Amtsgericht Hagen im Bremischen war ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Hagen. Nachdem das Gericht seinen Sitz zunächst in der Burg zu Hagen hatte, wurde 1846 ein eigenes Gerichtsgebäude errichtet, das nach der Auflösung des Gerichtes aktuell als Rathaus der Gemeinde Hagen im Bremischen genutzt wird.

Geschichte Nach der Revolution von 1848 wurden im Königreich Hannover die Rechtsprechung von der Verwaltung getrennt und die Patrimonialgerichtsbarkeit abgeschafft.Gesetz über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 () Das Amtsgericht wurde daraufhin mit der Verordnung vom 7. August 1852 die Bildung der Amtsgerichte und unteren Verwaltungsbehörden betreffend als königlich hannoversches Amtsgericht gegründet. Es umfasste das Amt Hagen.Hannoversche Gesetzgebung über Staats- und Gemeinde-Verwaltung, 1852, S. 32, 65, online Das Amtsgericht war dem Obergericht Lehe untergeordnet.Verzeichnis der Obergerichte, Anlage zur Verordnung zur Ausführung der §§ 14, 15 und 35 des Gesetzes über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 vom 7. August 1852, abgedruckt in: Gerhard Adolf Wilhelm Leonhardt: Die Justizgesetzgebung des Königreichs Hannover: unter besonderer Berücksichtigung der Regierungs- und ständischen Motive zum practischen Gebrauche. Band 3, 1852, S. 135 online 1859 wurde das Obergericht Lehe aufgelöst und das Amtsgericht Hagen im Bremischen wurde dem Obergericht Verden zugeordnet.

Mit der Annexion Hannovers durch Preußen wurde es zu einem preußischen Amtsgericht in der Provinz Hannover. Das Amtsgericht war 1852 bis 1879 auch Weserzollgericht. Seit 1879 war es dem Landgericht Verden zugeordnet.

Durch Verordnung vom 30. Januar 1948 wurde das Amtsgericht Hagen im Bremischen mit Wirkung zum 1. Februar 1948 dem Gerichtsbezirk des Landgerichtes Stade zugewiesen.Nds. GVBl. Nr. 1/1948, S. 3

Es wurde mit dem Dritten Gesetz zur Aufhebung kleiner Amtsgerichte vom 20. Februar 1974 zum 1. Mai 1976 aufgelöst. Sein Sprengel wurde auf die Amtsgerichte Langen und Osterholz aufgeteilt.

Gebäude Das zweigeschossige traufständige verklinkerte Gebäude auf Sockel in Backstein mit ziegelgedecktem Walmdach wurde 1846 als Amtsgericht mit Gefängnis von der königlichen Verwaltung gebaut. Das Haus mit der symmetrischen Fassadengliederung und einem mittigen Eingang, ist straßenseitig erreichbar über eine zweiläufige Freitreppe. Die Inschrift über dem Portal mit der Jahreszahl und Initialen „E A R“ für Ernst August Rex, sowie segmentbogenförmige Öffnungen, sparsamer Backsteinschmuck und ein geschossteilendes Gesims gestalten das Gebäude. Es steht unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Hagen im Bremischen).Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen

Rathaus Im Rathaus, Amtsplatz 3, werden die meisten zentralen Aufgaben der Gemeinde erledigt: Bürgermeister, Touristik und Wirtschaftsförderung, Zentraler Service und Soziales, Finanzen und Ordnung (mit u. a. Einwohnermeldeamt, Ordnungsamt, Standesamt).

Als Außenstelle dient das benachbarte ehemalige Forsthaus (davor Amtsgebäude), Amtsplatz 2: Bauen, Planen und Umwelt.

Richter bis 1856: Otto Chr. von Gruben 1856–1865: von Rantzau 1865–1873: G. L. W. Jungblut 1874–1890: Schreiber 1890–1893: von Michels Nov./Dez. 1893: Amtsassessor Bueren ab 1894: von Dassel.

Weblinks Behördengeschichte beim Niedersächsisches Landesarchiv (Abteilung Stade) Hagen

Einzelnachweise

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