mini|hochkant|Wappen derer von Wehingen bei den „Helden von Sempach“ mini|Mauerreste der Burg Wehingen, Stammsitz des Wehinger Adelsgeschlechtsmini|hochkant|Berthold von Wehingen mini|hochkant|Anna von Wehingen Die Herren von Wehingen waren ein niederadeliges schwäbisches Rittergeschlecht.
Geschichte Im Mittelalter hatte des Geschlecht als Vasallen der Hohenberger die Herrschaft Wehingen inne. Diese umfasste Besitz im Tal der unteren Bära in den heutigen Gemeinden Gosheim, Wehingen, Egesheim und Reichenbach. Ihr Stammsitz war die Burg Wehingen oberhalb des heutigen Wehinger Ortsteils Harras, von der nur noch Reste erhalten sind. 1215 erscheint Dietrich von Wehingen als Zeuge des Bischofs von Konstanz. Hugo und Berthold „milites de Wahingen“ traten am 5. Juni 1253 als Zeugen Walther von Kallenberg und Heinrich von Wildenfels auf, sowie Hugo von Wehingen am 2. September 1258 als Zeuge des Grafen Albert II. von Hohenberg. 1263 rühmte man Agnes von Wehingen, Priorin des Klosters Kirchberg, wegen ihres frommen Lebenswandels. 1289 erscheint Heinrich von Wehingen als Schultheiß und 1317 als Bürger von Rottweil, sowie am 19. Juni 1290 als Bürgermeister von Rottweil. Hugo von Wehingen war am 6. Juli 1299 Lehensmann des Grafen Albert II. von Hohenberg, sowie Ulrich von Wehingen 1302 Dienstmann des Pfalzgrafen Gottfried von Tübingen. Radolt von Wehingen, 1355 Diener des Bischofs von Freising Albert von Hohenberg, agierte als Siechenhauspfleger, der in der Schlacht von Sempach am 9. Juli 1386 erschlagen wurde. Reinhard von Wehingen, Hofmeister Leopold des Frommen, wurde am 9. Juni 1370 auf vier Jahre zum Verweser der herzoglichen Einkünfte ernannt. 1371 bürgte er als Verweser für Herzog Leopold. Von 1384 bis 1387 erscheint er als Hofmeister des Herzogs, darauf am 11. Mai 1390 in Baden als Herzog Albrechts Landvogt, sowie am 1. Juli 1391 als vorderösterreichischer Landvogt von Herzog Albrecht mit dem Schirm des Klosters St. Blasien betraut. Im Mai 1392 wurde er mit den Heiratsverhandlungen von Herzog Albrecht des Dicken mit Herzogin Katharina von Burgund beauftragt. Am 23. April 1399 verpfändete er die obere Herrschaft Hohenberg. Er starb am 3. Mai 1394 als oberster Torhüter in Österreich unter der Enns.Statistisches Landesamt: Familie der Herren von Wehingen. In: Beschreibung des Königreichs Württemberg. J.G. Cotta, 1876, S. 388–389.
Reinhard von Wehingen hinterließ die Söhne Berthold, Bischof von Freising und Leopold, oberster Türhüter in Österreich unter der Enns. Berthold von Wehingen begann seine geistliche Laufbahn als Probst von St. Stephan, Meister der Wiener Stadtschule, darauf Domherr von Passau, Pfarrer von Groß-Rußbach. Am 20. September 1381 wurde er zum Bischof von Freising gewählt, welches Amt er bis zu seinem Tod am 7. September 1410 bekleidete. 1404 zum Erzbischof von Salzburg ernannt, erkannte ihn das Salzburger Domkapitel nicht an. Als Staatsmann diente er am österreichischen Hof den Herzögen Albrecht III., Leopold IV., Wilhelm und Leopold IV. als deren Kanzler. Beide Brüder wurden begraben in der von ihnen 1394 gestifteten Kapelle im Kreuzgang des Stiftes Klosterneuburg.Statistisches Landesamt: Familie der Herren von Wehingen. In: Beschreibung des Königreichs Württemberg. J.G. Cotta, 1876, S. 389. 1389 fungierte Bernhard von Wehingen als hohenbergischer Landvogt. 1392 waren Konrad, Heinrich und Hans von Wehingen Mitglieder der Gesellschaft des St. Georgschildes. Konrad von Wehingen erscheint am 15. April 1429 als Rat Herzog Friedrichs von Österreich. Am 14. Oktober 1430 berief Graf Ludwig von Württemberg Hans von Wehingen zum Krieg gegen die Hussiten ein. Herzog Albrecht von Österreich belehnte am 25. Oktober 1452 den Bürger von Rottweil Hans von Wehingen mit dem Altstädter Arnoldshof. Letzterer wirkte am 1. Dezember 1457 als Urteilssprecher des Hofgerichtes zu Rottweil zwischen Graf Ulrich von Württemberg und Ulrich von Helfenstein. Hans und Heinrich von Wehingen gerieten in der Schlacht von Seckenheim am 30. Juni 1462 in die Gefangenschaft des Kurfürsten Friedrich von der Pfalz.
Am 6. August 1464 erhielten die Brüder Leopold, Christoph, Bernhard, Wolfgang, Wilhelm, Adrian und Achaz von Wehingen von Kaiser Friedrich III. in Wiener Neustadt ein gemehrtes Wappen. Hans von Wehingen fungierte am 25. September 1486 als österreichischer Rat, Kämmerer und Vogt zu Oberhohenberg, am 11. März 1494 als württembergischer Vogt von Nagold. Konrad von Wehingen diente von 1474 bis 1490 als Johanniterkommentur in Feldkirch. 1475 war Agnes von Wehingen Äbtissin des Klosters Rottenmünster. Wilhelm von Wehingen, 1457 in Diensten Erzherzogin Mechthilde, stiftete 1486 ein Gebet in der Pfarrkirche von Rottenburg. 1479 wurde Thomas von Wehingen als württembergischer Vasall aufgeführt. Seit 1488 Mitglied des Schwäbischen Bundes, wurde er 1487 als zollerischer Vogt von Haigerloch erwähnt, 1492 Burgvogt von Zollern, 1493 zollerischer Amtmann und Diener zu Haigerloch, 1494 Obervogt von Haigerloch. Möglicherweise ist mit ihm das Geschlecht in Schwaben erloschen, da von seinen hinterlassenen Kindern 1508 nur Töchter genannt werden. Laut Gabelkover war 1527 Christoph von Wehingen Kanoniker von Trient und Brixen. 1525 wirkte Veit von Wehingen als vermutlich letzter Namensträger österreichischer Rat und 1543 kaiserlicher Feldzeugmeister. Nachdem das Geschlecht vermutlich 1560 im Mannesstamm erloschen ist, belehnte Kaiser Ferdinand I. die Freiherren und spätere Grafen von Schönkirchen dem Obersterblandtürhüteramt.
Wappen Als Stammwappen führten die Wehinger einen durch einen weißen oder silbernen Zickzackbalken geteilten blauen Schild.
Historische Wappenbilder
Wappen mit Bezug zum Geschlecht Wehingen
Die Wappen mehrerer Orte erinnern noch heute an das Geschlecht.
Persönlichkeiten Manche Familienmitglieder brachten es zu angesehenen Ämtern. Agnes von Wehingen, 1263 Priorin des Klosters Kirchberg Agnes von Wehingen, 1475 Äbtissin des Klosters Rottenmünster Berthold von Wehingen († 1410), Bischof von Freising, Gegenerzbischof von Salzburg, Kanzler der habsburgisch österreichischen Herzöge Hans von Wehingen, 1486 österreichischer Rat, Kämmerer und Vogt von Oberhohenberg, 1494 württembergischer Vogt von Nagold. Reinhard von Wehingen († 1394), herzoglicher Hofmeister, Landvogt, oberster Torhüter in Österreich unter der Enns. Veit von Wehingen († um 1545), österreichischer Rat und kaiserlicher Feldzeugmeister
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Schwäbisches Adelsgeschlecht Kategorie:Geschichte der Schwäbischen Alb