Königsheim (vormals KingsheimKöniglich-Württembergisches Staatshandbuch, Stuttgart, 1808) ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg. Zur Gemeinde gehören außer dem Dorf Königsheim keine weiteren Ortschaften.

Geographie mini|links|Königsheim

Geographische Lage Königsheim liegt auf einer welligen Höhe des Großen Heubergs im Südwesten der Schwäbischen Alb.

Nachbargemeinden Königsheim grenzt, im Uhrzeigersinn beginnend im Norden, an Egesheim, Bärenthal, Renquishausen, Böttingen und Bubsheim.

Schutzgebiete

In Königsheim liegt das Landschaftsschutzgebiet Sommerschafweide auf dem Wachtbühl. Königsheim hat zudem Anteil am FFH-Gebiet Großer Heuberg und Donautal sowie am Vogelschutzgebiet Südwestalb und Oberes Donautal. Darüber hinaus gehört Königsheim zum Naturpark Obere Donau.Daten- und Kartendienst der LUBW

Geschichte Frühe Geschichte Königsheim wurde im Jahre 777 erstmals als „Kunigshaim“ urkundlich erwähnt. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag Königsheim im Herzogtum Schwaben. Im 13. Jahrhundert befand sich das Dorf im Besitz des Klosters Beuron und kam an die Grafschaft Zollern. Seit 1391 gehörte das Dorf Konrad von Weitingen. Schließlich gelangte Königsheim mit der Herrschaft Mühlheim 1409 an die Herren von Enzberg.

Geschichte seit dem 19. Jahrhundert Nach Gründung des Königreichs Württemberg wurde das Dorf 1810 dem Oberamt Spaichingen zugeordnet. Im Zuge der Gebietsreform während der NS-Zeit in Württemberg kam der Ort 1938 zum Landkreis Tuttlingen. Im Jahre 1945 wurde Königsheim Teil der Französischen Besatzungszone und gelangte somit zum Nachkriegsland Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Bundesland Baden-Württemberg aufging.

Religion Das katholisch geprägte Dorf gehört zu den sechs Kirchengemeinden der Seelsorgeeinheit Oberer Heuberg mit Pfarrsitz in Böttingen im Dekanat Tuttlingen-Spaichingen der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Schon 1448 bekam Königsheim eine eigene steinerne Kirche, die 1837 durch das heutige Gebäude ersetzt wurde, die Kirche St. Agatha. Bereits vor der Einrichtung der Seelsorgeeinheit war die Kirchengemeinde St. Agatha niemals selbstständig, sondern von alters her mit der Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt in Egesheim verbunden.

Einwohnerentwicklung Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner 1. Dezember 1871 404 1. Dezember 1880 ¹ 390 1. Dezember 1900 ¹ 331 1. Dezember 1910 ¹ 340 16. Juni 1925 ¹ 332 16. Juni 1933 ¹ 334 17. Mai 1939 ¹ 334 13. September 1950 ¹ 381 6. Juni 1961 ¹ 419 27. Mai 1970 ¹ 531 Jahr Einwohner 31. Dezember 1975 493 31. Dezember 1980 452 25. Mai 1987 ¹ 507 31. Dezember 1990 509 31. Dezember 1995 513 31. Dezember 2000 532 31. Dezember 2005 563 31. Dezember 2010 555 31. Dezember 2015 550 31. Dezember 2020 574 ¹ Volkszählungsergebnis

Politik mini|Rathaus und Feuerwehrhaus in der Ortsmitte

Verwaltungsverband Die Gemeinde ist Mitglied des Gemeindeverwaltungsverbandes Heuberg mit Sitz in Wehingen.

Gemeinderat Der Gemeinderat in Königsheim besteht aus den acht ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 wurde der Gemeinderat durch Mehrheitswahl gewählt. Mehrheitswahl findet statt, wenn kein oder nur ein Wahlvorschlag eingereicht wurde. Die Bewerber mit den höchsten Stimmenzahlen sind dann gewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 67,8 %.

Bürgermeister Vögte, Schultheißen und Bürgermeister von Königsheim: 1568–1572 Jörg Frech 1573–1582 Caspar Frech 1583–1625 Hans Schüle/Scheuerli/Scheyerlin 1625–1666 Staffa/Steffa Frech 1670–1690 Bläsi Frech 1680–1709 Michel Frech 1710–1715 Josef Mattes 1716–1734 Lorenz Frech 1734–1749 Valentin Frech 1750–1754 Hans Martin Sigrist 1754 Valentin Frech 1755–1774 Valentin Mattes 1783–1793 Hans Martin Dreher 1794–1798 Thomas Dreher 1798–1800 Karle Dreher, Johannes Dreher 1801–1805 Mattheis Dreher 1805–1819 Vinzenz Dreher 1834–1835 Schultheiß Mattes 1844–1847 Schultheiß Frech 1847–1849 Carl Stier 1849–1876 Karl Frech 1876–1882 Roman Wäschle 1882–1915 Leo Mattes 1915–1943 Mammertus Mattes 1943–1945 Sauter (eingesetzter Bürgermeister) 1946–1972 Xaver Dreher 1972–1982 Siegfried Klein 1982–2003 Hans Fortenbacher seit 2003 Konstantin Braun

Kultur und Sehenswürdigkeiten Königsheim liegt an der Schwäbischen Albstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.

Bauwerke Die katholische Kirche wurde am 9. Februar 1448 der heiligen Agatha geweiht und 1837 neu erbaut Pfarrerhaus (Pater Wilhelm Gemeindehaus), 1863/1864 erbaut Antoniuskapelle, 1899 erbaut

Naturdenkmäler Friedrichshöhle Dörrhaldenhöhle Friedenslinde

Wirtschaft und Infrastruktur Die Gemeinde hat sich zu einem Industriestandort entwickelt. Sie ist eine der steuerstarken Gemeinden des Landkreises Tuttlingen. 2008 gibt es in der Gemeinde 350 Arbeitsplätze. Bei 561 Einwohnern bedeutet dies eine positive Pendlerbilanz, 267 Berufseinpendler stehen 154 Berufsauspendler gegenüber.Statistisches Landesamt Baden-Württemberg Metallverarbeitende Betriebe sind vorherrschend. Die größten Arbeitgeber sind Aicher Alfred-Johann (Mechanische Werkstätten), Aicher Augustin (Präzisionstechnik), Dreko (CNC Dreh-, Bohr- und Frästeile), EZU (Präzisionsdrehteile), Frech Josef (Formteile-Werkzeugbau) und Loma (Präzisionsdrehteile).

Die Stromversorgung erfolgt durch die EnBW, die Wasserversorgung durch den Zweckverband Wasserversorgung Hohenberggruppe mit Sitz in Meßstetten, die Abwasserreinigung durch die Verbandskläranlage in Egesheim.

Verkehr Durch Königsheim verläuft die Landesstraße 443. Die Gemeinde liegt im Gebiet des Verkehrsverbunds Schwarzwald-Baar-Heuberg. Regelmäßige Busverbindungen bestehen nach Spaichingen, Wehingen und Mühlheim.

Öffentliche Einrichtungen Mehrzweckhalle Backhaus Jugendtreff Kindergarten Emma Lembeck Im ehemaligen Schulgebäude betreibt das Dekanat Tuttlingen-Spaichingen die Jugendbegegnungsstätte St. Franziskus.

Söhne und Töchter Milita Schäfer (1902–1944), Steyler Missionsschwester und Märtyrin Basilius Steidle (1903–1982), römisch-katholischer Ordensgeistlicher, Patrologe und Hochschullehrer

Literatur Gemeinde Königsheim: Königsheim – eine Heuberggemeinde; Autoren: Hans Fortenbacher, Karl Augustin Frech, Jutta Klug-Treppe, Hans-Joachim Schuster, Edgar Speck, Erwin Walz. Geiger-Verlag, Horb am Neckar. Kapellen auf dem Heuberg – Kleinode unserer Heimat. Josef Zisterer, Verlag Regionalkultur, 2025. ISBN 978-3-95505-489-2.

Weblinks

Königsheim in der Beschreibung des Oberamts Spaichingen von 1876 auf Wikisource Offizielle Website der Gemeinde Königsheim

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Tuttlingen

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