Der Echte Gewürzstrauch (Calycanthus floridus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Gewürzsträucher in der Familie der Gewürzstrauchgewächse (Calycanthaceae). Der deutsche Trivialname geht auf die charakteristischen Gerüche von Holz, Rinde und Blüten zurück. Als weitere Trivialnamen sind Nelkenpfeffer, Specereistrauch und Riechäpfelchen sowie Erdbeerstrauch, Wohlriechender Gewürzstrauch und Weinröschen belegt.

mini|Illustration von Pierre-Joseph Redouté mini|Früchte und Samen mini|Laubblätter und Blüte Beschreibung Vegetative Merkmale Der Echte Gewürzstrauch wächst als laubabwerfender Strauch und erreicht Wuchshöhen von bis zu 3 Metern. Er bildet Ausläufer, über die eine vegetative Vermehrung möglich ist. Der Geruch des Holzes sowie der Rinde erinnert an Gewürznelken.

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist 3 bis 10 Millimeter lang. Die einfache und meist ganzrandige Blattspreite sind bei einer Länge von 5 bis 15 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 5 Zentimetern elliptisch bis eiförmig mit spitzem bis zugespitztem oder stumpfem oberen Ende. Die raue Blattoberseite ist grün und die -unterseite graugrün und fein behaart bis fast kahl. Nebenblätter fehlen.

Generative Merkmale Der Echte Gewürzstrauch ist protogyn, also vorweiblich. Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli. Die Blüten stehen einzeln endständig an Kurztrieben. Die großen, zwittrigen und dunkelroten Blüten mit einfacher Blütenhülle weisen einen Durchmesser von bis zu 5–6 Zentimetern auf und riechen intensiv nach Erdbeeren. Die 15 bis 30 ungleichen, spitzen und fleischigen, feinhaarigen Blütenhüllblätter sind spiralig angeordnet. Sie sind elliptisch bis eilanzettlich, 2 bis 4 Zentimeter lang und 3 bis 8 Millimeter breit. Es sind 10 bis 20 kurze Staubblätter mit breiten Staubfäden und innen bis etwa 20 Staminodien vorhanden. Es sind viele freie und mittelständige Stempel mit schlanken Griffeln im becherförmigen Blütenboden vorhanden. Nektarien fehlen und die inneren Tepalen sowie die Staubblätter, Staminodien besitzen helle, sukkulente Spitzen (Food-Bodies, Nahrungskörper).

Es werden bis zu 6 Zentimeter große, nicht öffnende und vielsamige, fibrös-ledrige Sammelfrüchte (Scheinfrucht) im urnenförmigen Blütenboden mit Staminodialresten gebildet. Die vielen einzelnen, rot-braunen, leicht feinhaarigen, bis 10 Millimeter langen, eiförmigen bis elliptischen, leicht abgeflachten Früchte (Achänen) sind hart und einsamig. Die Früchte bleiben über den Winter stehen (Wintersteher).

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22 oder 33.

Vorkommen Der Echte Gewürzstrauch ist im südöstlichen Nordamerika verbreitet und kommt von Pennsylvania bis in die südöstlichen Vereinigten Staaten vor. Es gibt Fundortangaben für Alabama, Florida, Georgia, Kentucky, Mississippi, North Carolina, Pennsylvania, South Carolina, Tennessee, Virginia und West Virginia.

mini|Calycanthus floridus var. glaucus Taxonomie und Systematik Der Echte Gewürzstrauch wurde 1759 von Carl von Linné in Systema Naturae ...Editio decima, reformata... 10. Auflage Band 2 Seite 1053, 1066 und 1371 als Calycanthus floridus erstbeschrieben.

Es können zwei Varietäten unterschieden werden: Calycanthus floridus L. var. floridus: Sie kommt in Alabama, Florida, Georgia, North Carolina, South Carolina, Virginia, Mississippi und Tennessee vor. Bei ihr ist die Blattunterseite dicht behaart. Calycanthus floridus var. glaucus (Syn.: Calycanthus glaucus , Calycanthus fertilis ): Sie kommt in Pennsylvania, West Virginia, Alabama, Georgia, Virginia, Kentucky, North Caolina und South Carolina vor. Bei ihr ist die Blattunterseite kahl oder fast kahl.

Nutzung

Der Echte Gewürzstrauch wird in den gemäßigten Gebieten als Zierpflanze in Parks und Gärten verwendet. Er gedeiht am besten an sonnigen oder lichten halbschattigen Standorte.

Symbolik Im Jahr 1981 wurde in der DDR eine Briefmarke mit einer zeichnerischen Darstellung des Echten Gewürzstrauchs ausgegeben. Sie erschien in der Serie „Seltene Gehölze“.

Literatur Marilena Idžojtić: Dendrology. Academic Press, 2019, ISBN 978-0-444-64175-5, S. 112. Hermann Göritz: Laub- und Nadelgehölze für Garten und Landschaft. VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag Berlin 1976, S. 36.

Weblinks

Calycanthus floridus bei Missouri Plants.

Einzelnachweise Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 74 f, . George P. Johnson: Calycanthaceae. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 3: Magnoliidae and Hamamelidae, Oxford University Press, New York und Oxford 1997, ISBN 0-19-511246-6. Calycanthus floridus - textgleich online wie gedrucktes Werk.

Kategorie:Lorbeerartige Kategorie:Ziergehölz