Das Zerstreutblütige Vergissmeinnicht (Myosotis sparsiflora), auch Lockerblütiges Vergissmeinnicht genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Vergissmeinnicht (Myosotis) innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae).

mini|Habitus mini|Blüten Beschreibung Das Zerstreutblütige Vergissmeinnicht ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 30, selten bis zu 40 Zentimetern erreicht. Der Stängel ist schlaff, niederliegend oder aufsteigend, frischgrün, spärlich abstehend behaart, kantig und zerbrechlich. Die Laubblätter sind spatelig, 2 bis 6 Zentimeter lang und 0,5 bis 1,5 Zentimeter breit.

Die Blütezeit ist von April bis Mai. Meist etwa 7 (3 bis 13) Blüten stehen in sehr lockeren, Doppelwickeln, jeder Wickel besitzt zwei bis drei laubblattartigen Tragblättern. Die Blütenstiele strecken sich nach der Anthese von 1 bis 3 auf 6 bis 8 Millimeter Länge und biegen sich dabei zurück. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die kurze Kronröhre ist weiß, ihr Rand ist rosafarben und er wird später himmelblau.

Der Kelch ist zur Fruchtzeit offen. Die Frucht stark vergrößert, die Klausen haben je einem weißen Ölkörper.

Die Blütezeit ist April bis Juni.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.

mini|Zerstreutblütiges Vergissmeinnicht (Myosotis sparsiflora) Ökologie Beim Zerstreutblütigen Vergissmeinnicht handelt es sich um einen Therophyten.

Vorkommen Das Verbreitungsgebiet des Zerstreutblütigen Vergissmeinnicht liegt in Osteuropa und in Asien. In Mitteleuropa kommt es in Deutschland zerstreut in Mittel- und Ostdeutschland besonders im Elbe-, Havel- und Odergebiet, dazu in Berlin-Brandenburg, in Sachsen und in Sachsen-Anhalt westlich bis zum Harz vor. Selten kommt es auch in Bayern bei Schweinfurt und Passau, in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und in Thüringen vor. Zerstreut bis selten ist es in Tschechien, Polen und in Österreich in Niederösterreich, Oberösterreich, Burgenland, Kärnten, Salzburg, Steiermark und Tirol.

Das Zerstreutblütige Vergissmeinnicht gedeiht am besten auf nährstoffreichen, feuchten, mullhaltigen Lehm- oder TonBöden. Er besiedelt lichte Auenwälder und ihre Säume, Ulmen-Hangwälder und frische bis feuchte Auengebüsche. Es steigt im früheren Schlesien bis in Höhenlagen von 800 Metern auf. Es ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Alliarion-Verbands.

Taxonomie Das Zerstreutblütige Vergissmeinnicht wurde 1806 von Johann Baptist Emanuel Pohl in Botanische Zeitung (Regensburg) Band 5 Teil 3 Seite 41 als Myosotis sparsiflora erstbeschrieben. Pohl übernahm den Namen von Johann Christian Mikan.

Literatur Otto Schmeil, Jost Fitschen (Begr.), Siegmund Seybold: Die Flora von Deutschland und der angrenzenden Länder. Ein Buch zum Bestimmen aller wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. 95. vollst. überarb. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01498-2. Eckehart J. Jäger (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Grundband. Begründet von Werner Rothmaler. 20., neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2011, ISBN 978-3-8274-1606-3. Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). 2., korrigierte und erweiterte Auflage. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8001-4990-2. Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 5: Schwanenblumengewächse bis Wasserlinsengewächse, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.

Einzelnachweise

Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3. Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 2175–2177. Jens G. Rohwer: Boraginaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 647.

Weblinks

Thomas Meyer: Vergissmeinnicht Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben). Bilder: Myosotis sparsiflora (Lockerblütig-Vergissmeinnicht) von Walter Obermayer, ,

Zerstreutblutiges