mini|hochkant|Anne Wizorek (2019) Anne Wizorek (* 5. Mai 1981 in Rüdersdorf bei Berlin)Was haben Sie von Alice Schwarzer gelernt? In: Süddeutsche Zeitung Magazin, 16. Oktober 2016 ist eine deutsche Feministin,Biographie, private HomepageHannah Beitzer: Männer, ihr habt doch ein Gehirn! Süddeutsche Zeitung vom 11. Februar 2013. Abgerufen am 3. März 2015. die durch ihre Tweets zum Hashtag #aufschrei und die damit ausgelöste Debatte über Sexismus im Jahr 2013 bekannt wurde.
Leben Anne Wizorek ist Tochter einer Maschinenbauingenieurin und eines DJs und wuchs in Rüdersdorf bei Berlin auf.Die Frau hinter dem Twitter-Aufschrei berliner-zeitung.de, 30. Januar 2013 Sie studierte Neuere Deutsche Literatur und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin und Skandinavistik an der Humboldt-Universität zu Berlin, wdr.de schloss das Studium aber nicht ab.
Feministisches Wirken und Rezeption Wizorek ist seit 2008 unter dem Account @marthadear auf Twitter aktiv. Von 2013 bis 2018 betrieb sie das Blog kleinerdrei, dessen Redaktion sie gemeinsam mit Juliane Leopold leitete.Ehemaliges Team kleinerdrei.org"Kleinerdrei" sagt kleinerbye sueddeutsche.de, 21. Dezember 2018
In der Nacht vom 24. auf den 25. Januar 2013 verwendete Wizorek zusammen mit anderen Feministinnen den Hashtag #aufschrei, um unter diesem Schlagwort Erfahrungen mit Sexismus und sexueller Gewalt gegen Frauen zu sammeln und sichtbar zu machen. Die Hashtag-Aktion wird oft fälschlicherweise als Reaktion auf den am selben Tag im Stern erschienenen Artikel „Der Herrenwitz“ der Journalistin Laura Himmelreich verstanden. Hierbei handelt es sich laut Wizorek jedoch um einen Zufall,Anne Wizorek: Was ihr schon immer über #aufschrei wissen wolltet und bisher auch zu fragen wagtet – Ein FAQ-Versuch Auf: kleinerdrei.org. der wiederum die mediale Debatte um Alltagssexismus vorantrieb.
Neben ZusprüchenGabriela M. Keller: Die stille Aufrührerin In: taz.de vom 13. Februar 2013. Abgerufen am 19. Oktober 2014.Knallhart-Auftritt bei Jauch In: Bild.de vom 28. Januar 2013. Abgerufen am 19. Oktober 2014. hat die Aktion auch KritikBirgit Kelle: Dirndlgate und was Voltaire dazu sagt In: TheEuropean.de vom 7. Februar 2013. Abgerufen am 19. Oktober 2014. hervorgerufen. Unter anderem bezeichnete Bundespräsident Joachim Gauck die Debatte als „Tugendfuror“.Georg Mascolo, Konstantin von Hammerstein: „Ich übe noch“, Interview mit Joachim Gauck, in: Der Spiegel. 10/2013 (4. März 2013), abgerufen am 6. März 2015. Dafür wurde er von Wizorek und anderen Aktivistinnen in einem offenen Brief kritisiert. vom 3. März 2013. Am 21. Juni 2013 wurde #aufschrei als erster Hashtag mit dem Grimme Online Award in der Kategorie „Spezial“ ausgezeichnet.Hannah Beitzer: Eine Aktion, an der Trolle verzweifeln In: Süddeutsche.de vom 22. Juni 2013. Abgerufen am 19. Oktober 2014.
Im Oktober 2014 veröffentlichte Wizorek das Buch Weil ein Aufschrei nicht reicht. Für einen Feminismus von heute.Heide Oestreich: Feminismus? Fuck, yeah! In: taz.de vom 3. Oktober 2014. Das Buch löste eine medial geführte Kontroverse aus.Kester Schlenz: Die Erkenntnis aus #aufschrei? „Sexismus existiert“ In: stern.de vom 25. September 2014. Wizorek forderte ihre Anhängerschaft auf Twitter dazu auf, ihr Buch auf Amazon positiv zu rezensieren und kritische Rezensionen, für die sie Maskulisten verantwortlich machte, als nicht hilfreich zu bewerten.Franziska Mozart: Anne Wizorek bettelt auf Twitter um positive Buch-Rezensionen In: wuv.de vom 6. Oktober 2014.
Nach den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht 2015 verwendete Wizorek den neuen Hashtag #Ausnahmslos gegen Sexismus und Rassismus.Sexuelle Übergriffe in der Silvesternacht 2015/16 #ausnahmslos – ein neuer Aufschrei nach Köln; SZ; 11. Januar 2016, 12:46 Uhr In diesem Zusammenhang äußerte sie in Berufung auf einen taz-Artikel, dass es auf dem Oktoberfest zusätzlich zu den jährlich etwa zehn angezeigten Vergewaltigungen eine Dunkelziffer von 200 gebe. Diese Straftaten würden „in erster Linie“ von „weißen Bio-Deutsch[en]“ verübt, jedoch entschuldigt und verharmlost.ZDF-Morgenmagazin: Angriffe in Köln: „Sexismus durchzieht unsere Gesellschaft“. In: Frankfurter Rundschau, von Markus Decker; zuletzt aufgerufen am 16. Januar 2016.Interview mit Anne Wizorek zu den Übergriffen in Köln: „Rassistische Standpunkte überwiegen in der jetzigen Debatte“; von Markus Decker; erstellt am 6. Januar 2016Die Rape Culture wurde nicht nach Deutschland importiert – sie war schon immer da; VICE, von Stefanie Lohaus und Anne Wizorek; Januar 6, 2016 Im Oktober 2016 veröffentlichte die Polizei, dass zwei der 18 ermittelten Täter zu den insgesamt 31 angezeigten Sexualdelikten (darunter eine Vergewaltigung) im Zusammenhang mit dem Oktoberfest 2016 die deutsche Staatsbürgerschaft hatten.Polizeipräsidium München: , 3. Oktober 2016 Rainer Samietz vom Kommissariat zur Bekämpfung von Sexualdelikten bei der Münchner Polizei und Maike Bublitz vom Frauennotruf bestritten die von Wizorek angeführte Zahl.Sexuelle Übergriffe: Lügenzahl vom Oktoberfest; FAZ, 8. Januar 2016, von Rainer MeyerDer weite Weg von Köln zum Oktoberfest; SZ, 11. Januar 2016, 17:33 Uhr von Susi Wimmer Die Autorin des ursprünglichen taz-Artikels von 2009 sah sich daraufhin gezwungen, die Schätzung der 200 Fälle im Dunkelfeld detailliert zu erläutern. Sie sei davon ausgegangen, dass nur 5 % der betroffenen Frauen eine Anzeige erstatten. Grundlage für diese Annahme sei eine Studie, die 1.177 Frauen zwischen 16 und 85 Jahren befragt hat. Von denen, die angaben, in ihrem Leben mindestens einmal Opfer sexueller und strafrechtlich relevanter Gewalt geworden zu sein, haben lediglich 5 % auch angegeben, Anzeige erstattet zu haben. Sie habe nun die in München angezeigten Vergewaltigungen im Zeitraum als jene 5 % genommen (unter Einschluss der angezeigten Vergewaltigungen auf dem Oktoberfestgelände) und dann hochgerechnet und sei so auf die Zahl von 200 Vergewaltigungen gekommen.
Von 2015 bis 2017 war Wizorek Mitglied der Sachverständigenkommission für den Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung."Moderne Gleichstellungspolitik für Frauen und Männer" bmfsfj.de, 8. Mai 2015 2015 war sie Botschafterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes im Themenjahr gegen Geschlechterdiskriminierung.Botschafterinnen und Botschafter im Themenjahr gegen Geschlechterdiskriminierung antidiskriminierungsstelle.de
Schriften (Auswahl) Weil ein Aufschrei nicht reicht. Für einen Feminismus von heute. Fischer, Frankfurt am Main 2014, ISBN 978-3-596-03066-8 Anne Wizorek, Hannah Lühmann: Duden, Gendern?! Gleichberechtigung in der Sprache – ein Für und ein Wider. Berlin: Dudenverlag, 2018, ISBN 978-3-411-75619-3
Weblinks
Website von Anne Wizorek Flux FM: Spreeblick mit Anne Wizorek (Interview-Podcast)
Einzelnachweise
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