Friedrich Ludwig Thuma (* 6. November 1873 in Biberach an der Riß; † 15. März 1963 ebenda) war ein deutscher Bildhauer und Maler.

Leben Wie sein Vater, der Altarbauer Friedrich Thuma sen. (* 1829 in Erolzheim, in der Nähe von Ochsenhausen, Landkreis Biberach; † 1882 in Biberach), wurde er Bildhauer. Er erlernte das Bildhauer-Handwerk in Oberammergau und schrieb sich am 4. Mai 1905 für ein Studium an der Münchner Kunstakademie bei Balthasar Schmitt ein. Er studierte zudem an der Stuttgarter Kunstakademie bei Adolf von Donndorf, dessen Meisterschüler er war, und bei Ludwig Habich. In Stuttgart erhielt er die silberne und die goldene Medaille der Kunstakademie. Zu weiteren Studien hielt er sich 1907/1908 in Rom auf.

Viele Jahre lebte Friedrich Thuma in Stuttgart und arbeitete in einem der großen Künstlerateliers des Vereins Württembergischer Kunstfreunde nahe der Kunstakademie. Er war auch für die Württembergische Metallwarenfabrik in Geislingen an der Steige tätig, seine Modelle wurden dort in Bronze gegossen. Im Juli 1944 verlor er durch einen Bombenangriff auf Stuttgart den Großteil seines künstlerischen Werks und seine persönliche Habe. In seiner Heimat Biberach fand er eine Bleibe im Bürgerheim und schließlich auch wieder eine, wenn auch recht bescheidene, Arbeitsstätte in einem Raum des historischen Schlachthauses „Alte Stadtmetzig“. In späteren Jahren (etwa ab 1950) wirkte Thuma auch als Maler; noch 1955 stellte er aus.

Friedrich Thuma war unverheiratet und kinderlos. Er starb verarmt im 90. Lebensjahr im Bürgerheim Biberach, einer Einrichtung des Hospitals zum Heiligen Geist in Biberach.

Rezeption Adam Kuhn schrieb 1929 über ihn: „Friedrich Thuma … ist ein feinsinniger Künstler eigener Prägung. Seine Schöpfungen finden überall großen Anklang.“Adam Kuhn: Bedeutende Biberacher. Bopp & Haller, Biberach-Riß 1929.

Die Schwäbische Zeitung schrieb im November 1953 über Thuma:

Werk 1911: Statue des Elias auf dem Berg Karmel in Palästina 1912: drei Reliefs für das Stuttgarter Hoftheater vor 1919: Skulptur „Der Kuss“ (Mahagoni), ausgestellt im Rahmen der württembergischen Landeskunstsammlungen im ehemaligen Kronprinzenpalais in StuttgartKatalog der neueren Malerei und Plastik im ehemaligen Kronprinzenpalais. (mit einem Vorwort von Heinz Braune) Stuttgart 1930, S. 46 f. (dort als „erworben 1918“ bezeichnet). (verschollen; nach Auskunft der Staatsgalerie Stuttgart anscheinend im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriff zerstört) 1922: Grabdenkmal für den ermordeten Politiker Matthias Erzberger in Biberach o. J.: „Bergmann mit Pike und Lampe“Datenbank des Deutschen Historischen Museums (DHM) in Berlin

Mehrere Plastiken und Gemälde Thumas finden sich im Museum Biberach.Homepage des Museums Biberach Viele seiner Holzskulpturen kamen in privaten Besitz.

Bauschmuck bzw. Ausstattung für katholische Kirchen 1908: „Martinus-Gruppe“ (mit Reiterstatue) in der Stadtpfarrkirche von Biberach 1928: Altarkreuz mit Christusfigur („Christus als Weltenrichter“) in der Christkönigkirche in Stuttgart-VaihingenDagmar Zimdars u. a. (Bearb.): Dehio-Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Baden-Württemberg. Teil 1: Die Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe. Deutscher Kunstverlag, München 1993, ISBN 3-422-03024-7, S. #. um 1928: Seitenaltar-Reliefs „Unbefleckte Empfängnis“ und „Apostel Andreas“ in der Kirche St. Petrus Canisius in Friedrichshafen um 1928: „Evangelisten mit Christus als Lehrer“ in der Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Stuttgart-Degerloch (Zweitausführung in der Konrads-Kapelle in Stuttgart-Stafflenberg) o. J.: Pietà in der Kirche St. Josef in Herrenberg um 1937/38 Gallus-Patronale für Baiertal und Maria-Krönung-Patronale für Schramberg sowie vermutlich weitere Patronalia für den St. Georg-Verlag, die in Serie (50–500 Exemplare) bei der Staatlichen Majolika Manufaktur in Karlsruhe aus Terracotta hergestellt wurden

Ehrenmale für Gefallene des Ersten Weltkriegs Gefallenen-Ehrenmal in Albstadt-Onstmettingen Gefallenen-Ehrenmal in Albstadt-Pfefflingen Gefallenen-Ehrenmal in Erolzheim Gefallenen-Ehrenmal des (1. Schlesischen) Jäger-Bataillons Nr. 5 „von Neumann“ in Hirschberg in Schlesien Gefallenen-Ehrenmal in Sontheim an der Brenz Gefallenen-Ehrenmal in Stuttgart-Wangen

Literatur

Willy Oskar Dreßler (Hrsg.): Dresslers Kunsthandbuch. 9. Ausgabe, Band 2, Curtius, Berlin 1930, S. 1018. Gert Nagel: Schwäbische Maler. Stuttgart 1975. Emmanuel Bénézit (Hrsg.): Bénézit Dictionary of Artists. 5. Auflage, Éditions Gründ, Paris 2006, Band 13.

Weblinks Friedrich Thuma (1873–1963). artnet.de Friedrich Thuma in der Landesbibliographie Baden-Württemberg online.

Einzelnachweise

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