Vincent Placcius (lateinisch Vincentius Placcius; * 7. FebruarSchröder und Hoche geben als Geburtsdatum fälschlicherweise den 4. Februar an. Wilckens gibt nur den Monat Februar an. Beuthner, Hoffmann und Placcius selber geben als Geburtsdatum den 7. Februar an. Vergleiche: Literatur. 1642 in Hamburg; † 6. April 1699 ebenda) war ein deutscher Jurist, Bibliothekar, Pädagoge, Philosoph und Schriftsteller.
Leben mini|hochkant|Grabmaltafel Althamburgischer Gedächtnisfriedhof Ohlsdorf Placcius wurde als Sohn des Hamburger Arztes und ehemaligen Professors der Medizin an der Universität Jena Johann Placcius (1605–1656) in Hamburg geboren. Seine Mutter Margaretha Garmers war eine Tochter des Ratssyndicus Johann Garmers (1586–1638). Nach seiner Schulbildung bei Privatlehrern und ab 1656 an dem Akademischen Gymnasium in Hamburg studierte Placcius zusammen mit seinem Bruder Johann ab 1659 an der Universität Helmstedt, besuchte dann aber mit anderen Kommilitonen im Jahr 1660 die Akademie des Professors Johann vom Felde († 1668) auf dessen Landsitz in Neukirchen bei Schkopau und ging schließlich im Jahr 1661 an die Universität Leipzig. Von Leipzig aus besuchte er seinen Onkel Vincent Garmers (1623–1687) in Wien, wurde dort aber krank und machte eine Reise nach Italien, wo er in Padua zum Bibliothekar ernannt wurde. Von hier bezog er die Universität Orléans und promovierte dort im Jahr 1665 zum Lizenziaten der Rechte. Nach seinem Studium bereiste er Frankreich und Holland, bevor er 1667 wieder in seine Geburtsstadt zurückkehrte.
In Hamburg ließ sich Placcius anfangs als Advokat nieder und gab privaten Unterricht. Am 11. Januar 1675 wurde er zum Professor der Beredsamkeit und praktischen Philosophie am Akademischen Gymnasium ernannt. Im Turnus von sechs Jahren war er in den Jahren 1677, 1683, 1689 und 1695 Rektor des Akademischen Gymnasiums. Er starb unverheiratet 1699 im Alter von 57 Jahren in Hamburg. Auf dem Friedhof Ohlsdorf befindet sich im Bereich des Althamburgischen Gedächtnisfriedhofs ein Grabmal für Vincent Placcius, bestehend aus senkrechter Tafel und dahinterliegender Platte nach Umbettung vom Friedhof St. Georg im Jahre 1905.
Nach seinem Tod wurden Barthold Walther, Helwig Sillem, Christoph Wilhad Hilcken und Eberhard Anckelmann zu Placcius’ Testamentsvollstreckern gewählt. Hilcken übergab 1704 Placcius’ Büchersammlung von 4000 Bänden der Hamburger Stadt-Bibliothek. Placcius stiftete in seinem Testament auch ein jährliches Stipendium für mindestens drei Studenten, die vorher das Akademische Gymnasium besucht haben müssen.
Werke
Ausgaben Markus Scheer (Hrsg.): Die Argonauten und Äneas in Amerika. Kommentierte Neuedition des Kolumbusepos Atlantis retecta von Vincentius Placcius […]. Schöningh, Paderborn 2007, ISBN 978-3-506-75636-7 (kritische Ausgabe) Hermann Wiegand (Hrsg.): Vincent Placcius: Atlantis retecta. Die wiederentdeckte Atlantis. Das erste neulateinisch-deutsche Kolumbusepos (= Bibliotheca Neolatina, Band 6). Manutius, Heidelberg 1992, ISBN 3-925678-28-X, OCLC=27686550
Literatur
Weblinks
Digitalisate von und über Vincent Placcius im Münchener Digitalisierungszentrum
Einzelnachweise
Kategorie:Jurist in der Frühen Neuzeit Kategorie:Rechtsbibliothekar Kategorie:Pädagoge (17. Jahrhundert) Kategorie:Philosoph (17. Jahrhundert) Kategorie:Autor Kategorie:Schriftsteller (Hamburg) Kategorie:Professor am Akademischen Gymnasium Hamburg Kategorie:Schulleiter (Hamburg) Kategorie:Geboren 1642 Kategorie:Gestorben 1699 Kategorie:Mann