Das Schülerrechenzentrum Dresden (SRZ) ist eine Einrichtung für die außerunterrichtliche Bildung und Begabtenförderung von Schülern in den Bereichen Informatik und Elektronik. Das SRZ ist eine Betriebseinheit der Fakultät Informatik der Technischen Universität Dresden und befindet sich seit Mitte 2026 im Gebäude der Fakultät Informatik, dem Andreas-Pfitzmann-Bau in am Campus der Technischen Universität Dresden. Die 1984 entstandene Einrichtung vermittelt in jedem Jahr über ein Kurssystem Kenntnisse in der Softwareentwicklung/Programmierung und der Anwendung von modernen elektronischen Bauelementen. Darüber hinaus werden Einblicke in aktuelle Entwicklungen in der Informatikbranche gegeben.
Geschichte Die Entstehung des SRZ Bevor es zur Gründung des Schülerrechenzentrums kam, entstand 1982 das Technische Kabinett für Mikroelektronik (TKME) auf Grundlage eines Beschlusses der SED-Stadtleitung. Dies gehörte zu den Vorbereitungsmaßnahmen für das VII. Pioniertreffen. Der Ort für das neue Kabinett befand sich in einem Seitenflügel der 10. POS Tamara Bunke auf der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Straße 1, heute Gret-Palucca-Straße. Am 1. Mai 1982 wurde das TKME durch den ersten Sekretär der SED-Stadtleitung eröffnet. Das Technische Kabinett für Mikroelektronik war der Vorläufer des Schülerrechenzentrums.
Am 4. Februar 1983 wurde das Jugendobjekt Schülerrechenzentrum – Robotron durch die Dresdner SED-Bezirksleitung gegründet. Als eine außerschulische Einrichtung der Abteilung Volksbildung sollte das Schülerrechenzentrum ausgewählten Schülern aus Dresden eine Förderung auf den Gebieten der Mikroelektronik und Informatik gewähren. In den Aufbau dieser Bildungseinrichtung waren viele verschiedene Institutionen eingebunden: Rat des Bezirkes Dresden Kombinat Robotron Institut für Polytechnische Bildung der Akademie der Wissenschaften Bezirksleitung der FDJ Rat der Stadt Dresden Pionierpalast Dresden wissenschaftliche Einrichtungen der Stadt Dresden, wie die Technische Universität, die Pädagogische Hochschule und die Ingenieurhochschule Für das Schülerrechenzentrum wurden im Sommer 1983 zwei Räume neben dem Technische Kabinett für Mikroelektronik eingerichtet. Technik wurde durch die Robotron-Kombinatsbetriebe VEB Robotron-Bürotechnik Dresden, VEB Robotron-Meßelektronik und VEB Robotron-Elektronik bereitgestellt. Diese Betriebe gründeten dann unter Leitung des VEB Robotron-Bürotechnik Dresden am 17. Januar 1984 ein Konsortium, das die Schwerpunkte für die Arbeit am SRZ festlegte.
Die erste technische Ausstattung bestand aus: 16 Taschenrechnern MR609 fünf Tischrechnern Robotron K 1003 fünf Polycomputern 880 einem Bildschirmcomputer einem Industrieroboter PHM 1. Durch das Kombinat Robotron konnte diese gewartet und stetig erneuert werden. So kamen Ende 1984 die ersten Kleincomputer Z 9001 in das Schülerrechenzentrum. Bevor es zur offiziellen Eröffnung des Schülerrechenzentrums kam, wurde im Schuljahr 1983/84 ein Probebetrieb mit etwa 50 Schülern durchgeführt. Die ersten Arbeitsgemeinschaften beschäftigen sich dabei mit dem Kennenlernen von Elektronikbauelementen und Grundschaltungen.
Am 15. Oktober 1984 fand nach einjähriger Probezeit die Eröffnung des Schülerrechenzentrums statt. An dieser Veranstaltung nahmen unter anderem Hans Modrow, Mitglieder des Rates des Bezirkes Dresden und Dr. Dieter Walter, damaliger stellvertretender Generaldirektor des Kombinats Robotron, teil. Im Zuge der Feierlichkeit begutachteten die Gäste die Arbeitsräume und informierten sich über den Wissensstand der Schüler.
Im Oktober 1987 kam es zu einer Sitzung des Gesellschaftlichen Rates (ein besonderes Beratungsgremium neben dem Konsortium). Hier wurden Probleme diskutiert, wie man Schüler für das SRZ begeistern könnte und einen besseren Bekanntheitsgrad erreicht. Zur Lösung wurden Handblätter und Pressemitteilungen über die Einrichtung erarbeitet. Das SRZ verfügte in dieser Zeit über fünf Mitarbeiter, 18 Arbeitsgemeinschaften, drei Theoriekurse, und 233 Schüler. Am 17. November 1988 feierte das SRZ seinen fünften Geburtstag im Festsaal des Dresdner Rathauses.
90er Jahre Im September 1989 begann sich das Schülerrechenzentrum vom Pionierpalast Dresden abzutrennen. Im Zuge dessen beschloss der Gesellschaftliche Rat am 24. Oktober 1989, dass das SRZ dem Rat der Stadt Dresden zugeordnet wird. Dennoch konnte die komplette Abtrennung vom Pionierpalast erst im Januar 1990 erfolgen, da zuvor die Mitarbeiter noch dieser Einrichtung und deren Hausordnung unterstanden.
Im Schuljahr 1993/94 konnte das Schülerrechenzentrum dank großer Anerkennung in Dresden den ersten Dresdner Informatikwettbewerb veranstalten. Dieser sollte neben einer Vergleichsmöglichkeit von SRZ-Schülern und anderen Schülern die Neugier für die Informatik wecken. Aufgrund des großen Interesses wurde schon der dritte Wettbewerb sachsenweit ausgetragen und findet seitdem jährlich als Sächsischer Informatikwettbewerb statt. Es beteiligen sich jedes Jahr ca. 7000 Schüler aus ganz Sachsen daran.
Bis zum Sommer 1994 standen dem SRZ in der 10. Mittelschule der nördliche Teil des 2. Stockwerk und Teile des Seitenflügels der Einrichtung zur Verfügung. Aufgrund von Problemen mit den Eigentumsverhältnissen musste das SRZ die Räume im Seitenflügel aufgeben. Das SRZ erhielt seine Unterkunft im Hauptgebäude, in drei Computerkabinetten, einem Elektronikraum und zwei Büroräumen.
Die drohende Schließung Ende der 90er Jahre stand das Schülerrechenzentrum kurz vor der Schließung, weil das Haushaltsgeld für das Jahr 1999 gestrichen wurde. Es war sogar schon eine Vorlage vom Schulverwaltungsamt erarbeitet wurden, die die Weiterführung des SRZ in der Jugendvolkshochschule vorsah. Durch die Initiative des Fördervereins des Schülerrechenzentrums konnte im Mai 2000 jedoch die Technische Universität Dresden als Träger gewonnen werden. Mithilfe dieser Trägerschaft konnte eine bessere Anbindung an wissenschaftliche Prozesse geschaffen werden, da man mit den Fakultäten der TU Dresden zusammenarbeitete.
Im Laufe der Umstrukturierungen entschloss sich Infineon Technology Dresden die Technik des Schülerrechenzentrums zu erneuern. Im Gesamtwert von 150.000 DM wurden so zwei Computerkabinette komplett neu ausgestattet, Multimedia-Technik angeschafft und das Elektroniklabor modernisiert. Am 1. Februar 2001 fand die feierliche Wiedereröffnung im SRZ statt. Mit 140 Schüleranmeldungen konnte der Betrieb im Schuljahr 2001/02 fortgesetzt werden.
Das SRZ bis heute mini|Neues Haus des Gymnasiums Bürgerwiese und Unterkunft des SRZ
Nach der abgewendeten Schließung des Schülerrechenzentrums konnte sich die Einrichtung auf ihren Bildungsauftrag konzentrieren und am 15. Dezember 2004 das 20-jährige Bestehen feiern. Dazu fand im Rektorat der TU Dresden eine Jubiläumsveranstaltung statt. Mit Sach- und Geldspenden zeigten Firmen wie IBM, AMD und Infineon Technologies ihr Interesse am SRZ.
In den folgenden Jahren wurde das Kursangebot des Schülerrechenzentrums durch Angebote wie Halbjahreskurse, schulübergreifende Grundkurse und Vorbereitungskurse erweitert bzw. vertieft.
Am Ende Schuljahr 2006/07 zog die 10. Sportmittelschule aus dem Gebäude an der Gret-Palucca-Straße aus. In den darauffolgenden Jahren wechselten die Bewohner des Schulhauses. Zuerst richtete sich die private Ganztagsschule des IBB Dresden im Erdgeschoss ein. Im nächsten Jahr zog das neugegründete Gymnasium Bürgerwiese ein. Seit dem Schuljahr 2009/10 war das Schülerrechenzentrum dann allein mit dem Gymnasium im Haus und konnte am 8. Dezember 2009 im Fritz-Löffler-Saal des Kulturrathauses Dresden sein 25-jähriges Jubiläum feiern. Seit der Eröffnung hatten über 2500 Schüler eine Weiterbildung an dieser Institution erhalten.
Am Ende des Schuljahrs 2013/14 konnte das Schülerrechenzentrum das alte Schulgebäude an der Gret-Palucca-Straße verlassen und zog mit dem Gymnasium Bürgerwiese in das neu errichtete Haus an der Parkstraße in Dresden.
Nachdem bereits im Schuljahr 2025/26 zwei Kurse des Schülerrechenzentrums nicht mehr im Gymnasium Bürgerwiese, sondern dem Andreas-Pfitzmann-Bau - Sitz der Fakultät Informatik der Technischen Universität Dresden - stattfanden, zog das Schülerrechenzentrum mit Ablauf des Schuljahres vollständig dorthin um.
Pädagogische Arbeit
Ziel Das Schülerrechenzentrum hat sich auf die Förderung von technikbegeisterten und begabten Schülern in den Bereichen der Informatik und Elektronik spezialisiert. Dabei soll die außerunterrichtliche Bildung in diesen Disziplinen das Wissen vertiefen und erweitern. Außerdem sollen Arbeitsmethoden im Umgang mit diesen Themen erlernt und gefestigt werden. So werden den Schülern Grundlagen für Studium und Beruf vermittelt.
Inhalte und Kurssystem Um eine vertiefte Ausbildung in Informatik und Elektronik zu erhalten, wurde ein Kurssystem entwickelt, das die Themen der Softwareentwicklung/Programmierung in der Informatikausbildung und der Funktion und Anwendung moderner elektronischer Bauelemente in der Elektronikausbildung beinhaltet. Weiterhin wird auf aktuelle Entwicklungen in der Branche reagiert. Damit gehen die Themen meist über den Inhalt des Lehrplans hinaus. Das Kurssystem besteht aus mehreren Kursarten die der Schüler belegen kann: Jahreskurse (Informatik 1–4, Elektronik 1–3) Sonder- und Spezialkurse Vorbereitungskurse Abgerufen am 5. September 2014 So kann der Schüler bei der Wahl seiner Kurse über mehrere Jahre entweder sein Wissen in einem Gebiet vertiefen oder einen Überblick über verschiedene Themen erhalten. Der erfolgreiche Abschluss eines Kurses wird mit einem Zeugnis bestätigt.
Jahreskurs Die Jahreskurse in Informatik und Elektronik bilden den Kern der Ausbildung am SRZ. Hier werden in den Kursen Informatik 1 und Elektronik 1 Basiskenntnisse vermittelt. Im Anschluss daran besteht die Möglichkeit Aufbaukurse zu besuchen. Die Kurse bestehen aus einem Theorieteil mit einer Stunde pro Woche und einer Arbeitsgemeinschaft mit zwei Stunden pro Woche.
Es ist, bei ausreichender Qualifikation, auch möglich, in einen Aufbaukurs zu kommen. Die Eignung wird bei einem Einstufungstest bei der Anmeldung überprüft. Ein Schüler wird ggf. in einen Aufbaukurs eingeordnet.
Jahreskursangebot 2014/15:. Abgerufen am 5. September 2014 Kurs Informatik Elektronik 1 Grundlagen der ProgrammierungAnalogtechnik 2 Web-ProgrammierungDigitaltechnik 3 Algorithmen und DatenstrukturenMikrocontroller 4 Programmierparadigmen 5Algorithmen und Datenstrukturen Modul der TU Dresden mit anschließender Prüfung gemeinsam mit den Studenten (Halbjahreskurs)
Sonder- & Spezialkurs Durch das Angebot von Sonder- und Spezialkursen erhalten die Schüler einen Überblick über verschiedene Themen und erhalten Einblicke in aktuelle Entwicklungen. Beide Kursarten greifen dabei auf besondere Inhalte zurück. Während die Spezialkurse anspruchsvoll und für ausgewählte Schüler sind, zielen die Sonderkurse darauf ab, von allen interessierten Schülern wahrgenommen zu werden. Im Schuljahr 2014/15 bot das Schülerrechenzentrum die Sonderkurse 3D-Modellierung, C++, Robotersteuerung, Visuelles Gestalten, Spezialkurse Android, GPU-Programmierung, Quizduell, und iOS-Programmierung an. mini|Kursraum SRZ im neuen Gymnasium Bürgerwiese
Vorbereitungskurs Die im Schuljahr 2007/08 erstmals angebotene Kursart des Vorbereitungskurses dient dazu jüngeren informatikbegeisterten Schülern einen Einblick in die Informatik, Elektronik, Robotersteuerung und Programmierung zu ermöglichen. Diese werden mit zwei Stunden pro Woche über ein halbes Jahr angeboten.
Projektarbeiten Ein weiterer Bestandteil jedes Kurses am Schülerrechenzentrum (außer im Vorbereitungskurs) ist eine Projektarbeit.
Jahresarbeiten am Schülerrechenzentrum An dieser arbeitet der Schüler entweder allein oder in der Gruppe an einem selbstgewählten Thema. Neben der Dokumentation und dem Führen eines Pflichtenheftes werden die Projekte im Rahmen eines Vortrages durch die Schüler verteidigt.