Verwaltungsamt Quelicai300px|Die Kirche von Quelicai mit dem Denkmal für Pater João de Deus PiresVerwaltungssitzQuelicai (Lacoliu)Fläche98,20 km²Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.Einwohnerzahl6.791 (2022)Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022.SucosEinwohner (2022)Baguia1.584Bualale498Lacoliu1.148Letemumo2.424Macalaco1.137 Übersichtskarte300px|Quelicai und die beiden 2024 abgetrennten Verwaltungsämter Quelicai Antigo und Matebian
Quelicai ist ein osttimoresisches Verwaltungsamt () in der Gemeinde Baucau. Verwaltungssitz ist Quelicai im Suco Lacoliu.Jornal da República:
Geographie Bis 2014 wurden die Verwaltungsämter noch als Subdistrikte bezeichnet.
Das Verwaltungsamt Quelicai liegt im Süden der Gemeinde Baucau. Es grenzt im Nordwesten an das Verwaltungsamt Baucau, im Nordosten an das Verwaltungsamt Quelicai Antigo (Alt-Quelicai), im Südosten an das Verwaltungsamt Baguia, im Südwesten an das Verwaltungsamt Matebian und im Süden an die Gemeinde Viqueque.Direcção-Geral de Estatística: Atlas der Gemeinde Baucau, abgerufen am 10. Juli 2021.
Quelicai hat eine Fläche von 98,20 km² und teilt sich in die sechs Sucos Baguia, Bualale, Lacoliu (Locoliu), Letemumo (Letemuno) und Macalaco.Portal Municipal: Quelicai, abgerufen am 3. Februar 2025.
Einwohner Im Verwaltungsamt leben 6.791 Einwohner (2022). Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher der Nationalsprache Makasae.
Traditionell gibt es, wie auch in anderen Teilen Osttimors, bei einigen Clans Tabus für bestimmte Clans. So ist den Mitgliedern der Wataque der Verzehr von Erbsen verboten. Man warnt vor körperlichen Beschwerden, wie Blähungen und Flatulenzen. Als Heilritual für einen geblähten Bauch wird dem Patienten mit einer Silbermünze über die Zunge gekratzt und dann die Münze weggeworfen. So werde man die Schmerzen los.Lourdes do Rêgo: Alimentos proibidos, espíritos ancestrais e rituais de cura: os tabus que moldam o que se come em Timor-Leste, 7. August 2025, abgerufen am 27. September 2025.
Geschichte
mini|Letemumo (1968)
Rosa do Amaral, Herrscherin des Reichs von Luca, das mit den Portugiesen verbündet war, schrieb im Juli 1892 einen Brief an den portugiesischen Gouverneur, in dem sie von ständigen Kämpfen und Streit um Landrecht, Büffel und Tributzahlungen in der Region südlich des Berges Matebian berichtete. Über zwei Gebiete beklagte sie sich, sie „befolgen meine Befehle nicht und unterwerfen sich nicht.“ Der eine Monat spätere Feldzug der Portugiesen endete in den Bergen von Quelicai, die nordöstlich des Matebian liegen. Die Portugiesen stützten sich „fast ausschließlich“ auf einheimische Truppen, sogenannte „Hilfstruppen“, wobei nur 28 Nicht-Timoresen beteiligt waren. Es ist nicht klar, ob Luca selbst sich an dem Feldzug beteiligte, aber Kämpfer aus dessen Vasallen Ossorua waren beteiligt. In einem der wenigen Berichte über den „Krieg von Matebian“ wird zwar von einem großen Sieg der Portugiesen gegen einen unklar beschriebenen Gegner berichtet, doch räumt der Autor ein, dass Quelicai trotz erdrückender Feuerkraftüberlegenheit nur durch Belagerung und „durch Hunger“ fiel.
1903 und 1912 scheiterten Aufstände Quelicais gegen die portugiesischen Kolonialherren. (PDF; 805 kB) Die Residenz und das Büro des Administrators, die Kirche und andere Bauwerke aus der portugiesischen Kolonialzeit sind aber noch in Benutzung.
Aquiles Freitas Soares, der Liurai von Letemumo war eine führende Persönlichkeit im Abwehrkampf gegen die indonesischen Invasoren. Aufgrund von internen Spannungen wurde er aber bei Vemasse, zusammen mit anderen Männern seines Comando da Luta Boru-Quere von der FRETILIN zwischen Dezember 1976 und Januar 1977 hingerichtet.Monika Schlicher: , missio 2005, (PDF; 304 kB) (PDF; 1,2 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch) (PDF; 2,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
mini|Flüchtlinge in Osttimor nach den Parlamentswahlen 2007. (PDF; 464 kB)
Ende 1979 befand sich in der Stadt Quelicai ein indonesisches Lager für Osttimoresen, die zur besseren Kontrolle von den Besatzern umgesiedelt werden sollten. Zwischen 1979 und 1981 wurden 205 Familien aus Quelicai, Quelicai in Afaçá, Afaçá, Guruça, Abafala, Uaitame und Bualale durch die Indonesier über das Lager in eine neue Siedlung namens Mulia (Suco Tequinaumata) in Laga zwangsumgesiedelt. Man befürchtete, die Dörfer, die nah an den Wäldern lagen, könnten die FALINTIL unterstützen. Die alten Wohnhäuser wurden nach der Räumung niedergebrannt, Felder zerstört und das Vieh getötet. Mehrere Bewohner wurden verletzt. Unter schwerer Bewachung wurden die Einwohner auf Lastwagen nach Mulia gebracht.
In den 1980er Jahren wurde Quelicai von der indonesischen Armee im Kampf gegen die FALINTIL bombardiert und mehrfach durchkämmt, was zu Toten unter den Einwohnern führte. Am 31. Mai 1997 geriet ein indonesischer Sicherheitstransport in Quelicai in einen Hinterhalt. Männer in indonesischer Militäruniform stoppten den Lastwagen mit 28 Polizisten und Soldaten. Als der Lastwagen hielt, wurde eine Handgranate auf die Ladefläche geworfen. Ein Fass mit Treibstoff, das sich dort befand, explodierte. 17 Indonesier wurden getötet.Ernest Chamberlain: The Struggle in Iliomar: Resistance in rural East Timor Iliomar Sub-District, S. 121, 2017, abgerufen am 6. November 2018. Bei der indonesischen Militäraktion, die darauf folgte, wurden 114 Einwohner verhaftet. Während der Gewalttaten rund um das Unabhängigkeitsreferendum von 1999 kam Quelicai vergleichsweise glimpflich davon. Pro-indonesische Milizionäre brannten nur einige Häuser nieder.
Bei Unruhen im Ort Quelicai 2001 gab es Tote.Fundasaun Mahein: Victims of Independence, aufgerufen am 26. Mai 2012
Nachdem Xanana Gusmão am 8. August 2007 infolge der Parlamentswahlen 2007 den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten hatte, randalierten enttäuschte FRETILIN-Anhänger auch in Quelicai. 520 Menschen flohen aus ihren Häusern und versammelten sich am Berg Matebian.
Ende Juni/Anfang Juli 2011 verhaftete die Polizei im damaligen Subdistrikt mehrere Dutzend Mitglieder einer Bande in einer großangelegten Aktion. 50 Personen wurden vor Gericht gestellt. Ihnen wurden Diebstähle und Vergewaltigungen, vor allem in Laisorolai und den Nachbar-Sucos vorgeworfen.Suara Timor Lorosae, 3. Juli 2011, Operation 88 in Quelikai now in second phase
Am 1. Januar 2024 wurden von Quelicai die Verwaltungsämter Quelicai Antigo und Matebian abgetrennt.Premierminister Osttimors: Reunião do Conselho de Ministros de 15 de março de 2023, 15. März 2023, abgerufen am 8. Juni 2023.
Politik Administrator des Subdistrikts/VerwaltungsamtsBildName Amtszeit Mateus Ximenes Belo 1988–1990 Lino Fortuzo um Mai 2012Radio Timor-Leste: Seven houses destroyed in Baucau, 16. Mai 2012100px Pelazio Ximenes Belo um 2015 Sebastiao Pereira Gaio Pires um 2016
Der Administrator des Verwaltungsamts wird von der Zentralregierung in Dili ernannt. 2015 war dies Pelazio Ximenes BeloMinistério da Administração Estatal: und 2016 Sebastiao Pereira Gaio Pires.Jornal da República: RESOLUÇÃO DO GOVERNO N.º 34/2016 de 12 de Outubro, abgerufen am 12. Januar 2024.
Wirtschaft und Infrastruktur Der Markt des Ortes Quelicai bildet das wirtschaftliche Zentrum des Verwaltungsamtes. Er findet mittwochs und samstags statt, wo verschiedene Waren verkauft werden, um den Lebensunterhalt aufzubessern. Daneben gibt es kleine Läden und Restaurants, mit einem begrenzten Angebot. Was nicht in der Region produziert wird, wird aus Baucau und Dili nach Quelicai gebracht. Zu den wenigen Produktionen gehören Reismühlen zur Herstellung von Chips, Korbflechterei und das Weben von Tais.
64 % der Haushalte bauen Maniok an, 53 % Kokosnüsse, 64 % Mais, 44 % Reis, 20 % Kaffee und 44 % Gemüse. (PDF; 9,4 MB) Angepflanzt werden außerdem Hirse, Baumwolle, Bohnen, Kohl, Senf, Taro, Nüsse, Lichtnuss, Bananen und Ananas. Haustiere sind Wasserbüffel, Rinder, Pferde, Ziegen, Schafe, Hühner, Schweine und Hunde.
Die mangelhaften Straßen erschweren, das Potential für den Tourismus zu nutzen, auch wenn der Matebian mit seiner Landschaft ein attraktives Ziel ist. Auch der Handel wird dadurch erschwert. Die Straße nach Baucau wird derzeit (2025) erneuert. Die Regenzeit verursacht immer wieder schwere Schäden.
In Quelicai fand man ein Phosphatvorkommen. (PDF; 269 kB)
Die Bevölkerung im Verwaltungsgebiet Quelicai hat in vielen Dörfern keinen direkten Zugang zu sauberem Wasser. Zum Waschen und Baden müssen die Menschen vier bis sieben Kilometer laufen, um Wasser aus Flüssen zu holen. Trinkwasser wird auch aus Baucau nach Quelicai gebracht.
Fast alle Dörfer haben Grundschulen, auch wenn es oft an Lehrern und Material mangelt.
Persönlichkeiten Custódio Belo (* 1951), Freiheitskämpfer und Politiker Aquiles Freitas Soares († 1976/77), Freiheitskämpfer Inácio Moreira (* 1962), Politiker Fausto Freitas da Silva (* 1963), Politiker Domingos Sávio Cabral Ribeiro (1967–2022), Politiker Benvinda Catarina Rodrigues (* 1968), Politikerin
Weblinks
Portal Municipal: Quelicai
Einzelnachweise
Kategorie:Verwaltungsamt in Baucau (Gemeinde)