Das Obergericht Nienburg war ein Großes (ab 1859 ein KleinesVerordnung vom 31. März 1869, abgedruckt in: Gesetze, Verordnungen und Ausschreiben für das Königreich Hannover: aus dem Zeitraume von 1813 bis 1839. Vierte Folge. 1856–1862: Abtheilung I. Rechts-Sachen, Band 12, 1863, S. 297, online) Obergericht im Königreich Hannover. Es hatte seinen Sitz in Nienburg in Niedersachsen. Das Obergericht wurde im Rathaus der Stadt Nienburg eingerichtet, weil die Stadt die Beteiligung an den Kosten eines Neubaus in Höhe von 8000 Reichstalern nicht aufbringen konnte oder wollte. Die Stadtverwaltung zog in ein Wohnhaus am Kirchplatz 4/5 in Nienburg. Mit der Aufhebung 1877 wurde die Stadtverwaltung zurück in das Rathaus verlegt.Patricia Berger: 1852, in: dies.: 1000 Jahre Stadtgeschichte. Dokumente und Objekte erzählen., Stadt- und Kreisarchiv Nienburg 2025, S. 128f.

Geschichte Nach der Revolution von 1848 wurden im Königreich Hannover die Rechtsprechung von der Verwaltung getrennt und die Patrimonialgerichtsbarkeit abgeschafft.Gesetz über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 ()

Zum 1. Oktober 1852 wurden zwölf Große und vier Kleine Obergerichte als Gerichte zweiter Instanz (vergleichbar mit heutigen Landgerichten), darunter das Obergericht Nienburg eingerichtet.Verzeichnis der Obergerichte, Anlage zur Verordnung zur Ausführung der §§ 14, 15 und 35 des Gesetzes über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 vom 7. August 1852, abgedruckt in: Gerhard Adolf Wilhelm Leonhardt: Die Justizgesetzgebung des Königreichs Hannover: unter besonderer Berücksichtigung der Regierungs- und ständischen Motive zum practischen Gebrauche, Band 3, 1852, S. 135 online

Dem Obergericht Nienburg waren folgende Amtsgerichte nachgeordnet: Amtsgericht Bruchhausen Amtsgericht Diepenau Amtsgericht Ehrenburg Amtsgericht Freudenberg Amtsgericht Harpstedt Amtsgericht Hoya Amtsgericht Nienburg Amtsgericht Schwarme Amtsgericht Stolzenau Amtsgericht Sulingen Amtsgericht Syke Amtsgericht Uchte Amtsgericht Westen Amtsgericht Diepholz Amtsgericht Lemförde Amtsgericht Rehburg Amtsgericht WölpeHannoversche Gesetzgebung über Staats- und Gemeinde-Verwaltung, 1852, S. 32 ff. online

1859 wurde die Zahl der Amtsgerichte verringert. Es verblieben: Amtsgericht Bruchhausen (aus dem Amtsgericht Bruchhausen sowie Teilen des Amtsgerichtes Schwarme und Amtsgerichtes Hoya) Amtsgericht Freudenberg (aus dem Amtsgericht Harpstedt sowie Teilen des Amtsgerichtes Freudenberg und Amtsgerichtes Ehrenburg) Amtsgericht Hoya (das bisherige Amtsgericht Hoya außer dem Kirchspiel Wartfeld) Amtsgericht Nienburg (das bisherige Amtsgericht Nienburg und das Amtsgericht Wölpe ohne das Kirchspiel Hagen und der Gemeinde Estorf des Amtsgerichtes Stolzenau) Amtsgericht Stolzenau (das bisherige Amtsgericht ohne die Gemeinde Estorf und das Amtsgericht Rehburg) Amtsgericht Sulingen (das bisherige Amtsgericht Sulingen und Teile des Amtsgerichtes Ehrenburg und des Amtsgerichtes Freudenberg) Amtsgericht Syke Amtsgericht UchteVerordnung vom 31. März 1859 zur Bildung der Gerichte; abgedruckt in: Christian Hermann Ebhardt: Gesetze, Verordnungen und Ausschreiben für das Königreich Hannover: aus dem Zeitraume von 1813 bis 1839. Vierte Folge. 1856 - 1862 : Abtheilung I. Rechts-Sachen, Band 12, 1863, S. 300–301, online

Mit der Annexion Hannovers durch Preußen 1866 wurde es zunächst zu einem preußischen Obergericht. 1879 wurde es aufgelöst. Der Gerichtsbezirk wurde dem Landgericht Verden zugeschlagen.

Richter Obergerichtsdirektoren Christian Heinrich Wiarda Johann Moritz von dem Busch

Obergerichtsräte Joh. Carl. Ludewig Nöldeke Friedrich Gustav Frank Friedrich Wilhelm Otto Niemeyer Ernst Joh. Friedrich von GrubenHof- und Staatshandbuch für das Königreich Hannover, 1859, S. 239, online Friedrich Ludwig Eduard Eggeling (1853–1855)

Einzelnachweise

Nienburg Nienburg Kategorie:Organisation (Nienburg/Weser) Kategorie:Gerichtsgründung 1852 Kategorie:Aufgelöst 1879