Der Stolpirische Kreis, auch Stolpirscher Kreis und Stolpischer Kreis genannt, war ein markbrandenburgischer Kreis in der Uckermark, der sich im Verlauf des 16. Jahrhunderts herausbildete und bis 1816 Bestand hatte. Er ging in der damaligen Kreisreform und Neuordnung der Uckermark im Wesentlichen im Kreis Angermünde auf. Der nördlichste Teil kam zum Kreis Prenzlau. Kleinere Teile liegen heute im Land Mecklenburg-Vorpommern. Der Stolpirische Kreis in der Uckermark darf nicht mit dem Kreis Stolp (auch Stolper Kreis genannt) in Hinterpommern verwechselt werden.
Geographische Lage Der Stolpirische Kreis bestand aus drei Teilen. Zwei Teile erstreckten sich im Wesentlichen entlang eines Gebietsstreifens westlich der Oder von der Finow und nördlich Eberswalde, einschließlich Joachimsthal, Greiffenberg und Brüssow bis nach Löcknitz. Dieser Streifen war durch einen schmalen Streifen von Orten des Uckermärkischen Kreises in Höhe von Gramzow, das zum Uckermärkischen Kreis gehörte, unterbrochen. Östlich dieses Gebietsstreifens (nördlich von Gartz), aber noch westlich der Oder lag eine kleine Exklave, die nur aus dem Dorf Tantow bestand. Andere Orte gehörten zur Hälfte zu Pommern und zur Hälfte zum Stolpirischen Kreis.
Geschichte Bereits 1230 hatten die Pommern-Herzöge Barnim I. und Wartislaw III. (nach der Märkischen Fürstenchronik) auf Teltow und Barnim verzichtet und die südliche Uckermark bis zur Welse an die brandenburgischen Markgrafen verkauft. Dieses Gebiet wurde zumindest bis 1375 aber zum Barnim gerechnet. Das eigentliche Uckerland nördlich der Welse kam erst 1250 durch den Vertrag von Landin in den Besitz der brandenburgischen Markgrafen Johann I. und Otto III. Bis zum Ende des 12. Jahrhunderts bildeten das Herzogtum Pommern und das Bistum Cammin eine Einheit. Nach dem Übergang des Uckerlandes an die Mark Brandenburg konnte das Bistum Cammin seinen Anspruch bzw. seine Zuständigkeit auf die Uckermark aber bis zur Reformation behaupten. 1354 musste der brandenburgische Markgraf Ludwig der Brandenburger große Teile der östlichen Uckermark, die terra Stolpe, an die pommerischen Herzöge Otto I. und seinen Sohn Barnim III. abtreten. Das Gebiet verblieb für die nächsten 120 Jahre bei Pommern. Erst den brandenburgischen Kurfürsten Friedrich II. und ab 1470 Albrecht Achilles gelang es im Stettiner Erbfolgekrieg, das 1354 verlorene Gebiet und einige kleinere Gebiete darüber hinaus zu besetzen. Im Frieden von Prenzlau musste Herzog Erich II. von Pommern 1472 nicht nur die terra Stolpe abtreten, sondern auch die Lehenshoheit der brandenburgischen Kurfürsten über ganz Pommern anerkennen. 1479 musste auch sein Sohn und Nachfolger Bogislaw X. die Lehenshoheit der Brandenburger Kurfürsten akzeptieren. Infolge dieser 120 Jahre währenden Teilung der Uckermark zwischen der Mark Brandenburg und Pommern bildeten sich zwei Kreise in der Uckermark heraus, der Uckermärkische Kreis und aus der terra Stolpe der Stolpirische Kreis.
Der Stolpirische Kreis verlor aber im Verlauf des 17. und 18. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung bzw. an Eigenständigkeit, und die Uckermark wurde als Einheit aufgefasst. Bratring (1805) handelte deshalb die Städte und Orte der beiden Kreise unter der gemeinsamen Überschrift „Die Ukermark“ ab. Er vermerkte aber noch jeweils hinter den Kurzbeschreibungen der Orte, zu welchem der beiden Kreise sie ursprünglich gehörten.
Zugehörige Orte Die Zusammenstellung der zum Stolpirischen Kreis zugehörigen Orte folgt der Arbeit von Bratring (1805):
Städte und Flecken Angermünde, Stadt Brüssow, Städtchen Greiffenberg, Stadt Joachimsthal, Stadt Löcknitz, Burgflecken Niederfinow, Flecken Schwedt, Stadt Stolpe, Flecken Vierraden, Stadt
Ortschaften und Einzelhäuser Altenhof (Ortsteil der Gemeinde Schorfheide) Neuer Amtskrug, heute Sandkrug, Ortsteil der Gemeinde Chorin Bagemühl, Ortsteil der Stadt Brüssow Battin, bewohnter Gemeindeteil im Ortsteil Grünberg, Stadt Brüssow Bergholz, heute eine Gemeinde im Amt Löcknitz-Penkun, Mecklenburg-Vorpommern Berkholz, ein Wohnplatz in der Stadt Schwedt/Oder Bernsdorf, existiert nicht mehr, heute in Petznick, Stadt Templin aufgegangen Biesenbrow, Ortsteil der Stadt Angermünde Bismark, heute ein Ortsteil der Gemeinde Ramin, Mecklenburg-Vorpommern Blumbergsche Mühle (oder Heilig-Geist-Mühle), heute Blumberger Mühle, Wohnplatz im Ortsteil Görlsdorf der Stadt Angermünde Blumenhagen, Ortsteil der Stadt Schwedt/Oder Bölkendorf, Ortsteil der Stadt Angermünde Bölkenswalde, Forsthaus, lag etwa 2 km westlich von Görlsdorf (Ortsteil von Angermünde), 1817 abgebrochen Bredowswalde, richtig Redernswalde, Wohnplatz im Ortsteil Parlow-Glambeck der Gemeinde Friedrichswalde Breitendeichsche Mühle, heute Breitenteicher Mühle, Wohnplatz im Ortsteil Frauenhagen, Stadt Angermünde Britz, Gemeinde im Amt Britz-Chorin-Oderberg Brodowin, Ortsteil der Gemeinde Chorin Bruchhagen, heute Ortsteil der Stadt Angermünde Bruchmühle oder Bruchhagensche Mühle, heute Wohnplatz im Ortsteil Welsow, Stadt Angermünde Bruchwärterhaus, heute Wohnplatz Kuhheide, Stadt Schwedt/Oder Brüssow, Stadt Buchholz, Wohnplatz im Ortsteil Serwest, Gemeinde Chorin Buchsmühle, heute Waldfrieden, Wohnplatz im Ortsteil Gellmersdorf, Stadt Angermünde Carmtzow, heute Carmzow, Ortsteil der Gem. Carmzow-Wallmow, Amt Brüssow (Uckermark) Caselow, Ortsteil der Gem. Bergholz, Mecklenburg-Vorpommern Cavelheide (oder Cavelschütze), Forsthaus, existiert nicht mehr, lag ca. 2,5 km südöstlich Poratz, Lokalität gehört heute zur Gem. Friedrichswalde Chorin, heute Amt Chorin, Ortsteil der Gem. Chorin Chorinchen, heute Ortsteil Chorin der Gem. Chorin Cöllnscher Theerofen, existiert nicht mehr, lag zwischen Krummem Köllnsee und Langem Köllnsee, Gemarkung Joachimsthal Criewen, Ortsteil der Stadt Schwedt/Oder Crussow, Ortsteil der Stadt Angermünde Cunow, das Dorf gehört halb zur Mark Brandenburg, halb zu Pommern, heute Kunow, ein Ortsteil der Stadt Schwedt/Oder Damm, Vorwerk, heute in Schwedt/Oder, Stadtteil Talsand aufgegangen Damme, Ortsteil der Gem. Grünow, Amt Gramzow Dammhaus, Forsthaus, später Vorwerk, existiert nicht mehr, lag südwestlich Kunow Densen, Vorwerk, existiert nicht mehr, lag südwestlich von Criewen, Stadt Schwedt/Oder Dobberzin, heute ein Ortsteil der Stadt Angermünde Eickstedt, heute ein Ortsteil der Gemeinde Randowtal Erichshagen, existiert nicht mehr, lag ca. 800 m östlich der Blumberger Mühle auf der Gemarkung Görlsdorf, hart an der Grenze zu Wolletz, letztere Orte sind Ortsteile der Stadt Angermünde Fahrenwalde, Gemeinde im Amt Uecker-Randow-Tal, Mecklenburg-Vorpommern Falkenwalde, heute Ortsteil der Gemeinde Uckerfelde Felchow, heute Ortsteil der Stadt Schwedt/Oder Niederfinowsches Schleusenhaus, in Niederfinow aufgegangen Flemsdorf, heute Ortsteil der Stadt Schwedt/Oder Forst Grimnitz, heute in Grimnitz, Wohnplatz von Joachimsthal aufgegangen Forst, heute Forst Joachimsthal, Wohnplatz von Joachimsthal Forst, heute in Glambeck, Wohnplatz der Gemeinde Friedrichswalde aufgegangen Forsthaus, lag etwas östlich des eigentlichen Ortskerns, heute in Pinnow aufgegangen Forsthaus und Torfhaus, vermutlich Torfbruch, Wohnplatz von Heinersdorf Frauenhagen, Ortsteil der Stadt Angermünde Vorwerk Frauenhagen, Gemeindeteil von Brüssow Vorwerk Friedeberg, in Hedwigshof, Gemeindeteil der Gemeinde Carmzow-Wallmow aufgegangen Friedrichswalde Alt-Galow, Wohnplatz der Gemeinde Schöneberg Neu-Galow, Wohnplatz der Gemeinde Schöneberg Galowische Mühle, existiert nicht mehr, lag westlich des Vorwerks Alt-Galow Gatow, Ortsteil der Stadt Schwedt/Oder Gellmersdorf, Ortsteil der Stadt Angermünde Glambeck, Wohnplatz der Gemeinde Friedrichswalde Görlsdorf, Ortsteil der Stadt Angermünde Golm, Ortsteil der Gemeinde Zichow Golzow, Ortsteil der Gemeinde Chorin Adliges Gut Greifenberg, im Ortsteil Greiffenberg der Stadt Angermünde aufgegangen Grimnitz und Alt-Grimnitz, heute Grimnitz, Wohnplatz der Stadt Joachimsthal Neu-Grimnitz, heute Neugrimnitz, Ortsteil der Gemeinde Althüttendorf Grüneberg, heute Grünberg, Ortsteil der Stadt Brüssow Verkehrt-Grünow, heute Grünow, Ortsteil der Stadt Schwedt/Oder Grumsin, Wohnplatz im Ortsteil Altkünkendorf, Stadt Angermünde Güntersberg, heute Günterberg, Ortsteil der Stadt Angermünde Güstow, Ortsteil der Stadt Prenzlau Hammelstall, heute ein Gemeindeteil der Stadt Brüssow Heinersdorf, heute ein Ortsteil der Stadt Schwedt/Oder Herzsprung, Ortsteil der Stadt Angermünde Hohenfelde, Ortsteil der Stadt Schwedt/Oder Hohenfelde, Ortsteil der Gemeinde Ramin, Mecklenburg-Vorpommern Hoppensche Schleuse, Alte Hütte (oder Alt Hüttendorf), in Senftenhütte, heute Ortsteil der Gemeinde Chorin, aufgegangen Neue Hütte oder Senftenhütte, heute Ortsteil der Gemeinde Chorin Althüttendorf, Gemeinde im Amt Joachimsthal (Schorfheide) Schulamtssitzvorwerk, entfernt liegender Teer- und Kalkofen (Joachimsthal), das Amtssitzvorwerk ist heute im Stadtgebiet von Joachimsthal aufgegangen, der Teer- und Kalkofen konnte nicht lokalisiert werden Joachimsthalische Wasser-, Mahl- und Schneidemühle, heute Wohnplatz Jägerberg, Stadt Joachimsthal Amtsvorwerk Kahlenberg, heute Wohnplatz Försterei Kahlenberg, Stadt Eberswalde Kalkofen, heute Siedlung Seerandstraße 11 am Westufer des Werbellinsees, Stadt Joachimsthal Kerkow, Ortsteil der Stadt Angermünde Kreuz (1801: Forsthaus und Taglöhnerwohnung, bei und zu Görlsdorf gehörig) (existiert nicht mehr, Lage:) Kröchlendorff, adliges Gut, heute ein Gemeindeteil von Gollmitz, einem Ortsteil der Gemeinde Nordwestuckermark Altkünkendorf, Ortsteil der Stadt Angermünde Neukünkendorf, Ortsteil der Stadt Angermünde An der Kuhbrücke, Forsthaus (oder Am Kuhdamm), heute im Stadtteil Kuhweide aufgegangen (Kuhweide 2) Kuhweide, Vorwerk, existiert nicht mehr, lag etwa 300 m nordöstlich von Frauenhagen und am nördlichen Ufer der Welse, Stadt Angermünde Hohenlandin, Wohnplatz in der Stadt Schwedt/Oder Niederlandin, Wohnplatz in der Stadt Schwedt/Oder Liepe, Gemeinde im Amt Britz-Chorin-Oderberg Liepesche Schleuse (am Oder-Havel-Kanal), heute Lieper Schleuse 1, Gemeinde Liepe Linde, ein Wohnplatz im Ortsteil Stolpe, Stadt Angermünde Lützlow, ein Ortsteil der Gemeinde Gramzow Lunow, ein Ortsteil der Gemeinde Lunow-Stolzenhagen Mellin, existiert nicht mehr, lag östlich von Parlow im Ortsteil Glambeck-Parlow der Gemeinde Friedrichswalde Menkin, Gemeindeteil von Wollschow, einem Ortsteil der Stadt Brüssow Meyenburg, ein Wohnplatz in der Stadt Schwedt/Oder Monplaisir, ein Wohnplatz in der Stadt Schwedt/Oder Neue Mühle, Wasser-, Mahl- und Schneidemühle, im Ortsteil Blumenhagen der Stadt Schwedt/Oder Mürow, Ortsteil der Stadt Angermünde Am Nettelgraben, Theerofen, heute Wohnplatz Theerofen, Gem. Chorin Neuendorf, heute Wohnplatz Neuendorf, Stadt Oderberg Parstein, Ortsteil der Gemeinde Parsteinsee Passow, Ortsteil der Stadt Schwedt/Oder Peelitz, heute Pehlitz, heute Wohnplatz im Ortsteil Brodowin, Gemeinde Chorin Peetz, Vorwerk, bei und zu Greiffenberg gehörig, unklar (= Petzig?) Petzig (oder Petz), heute Peetzig, Wohnplatz im Ortsteil Greiffenberg, Stadt Angermünde Pinnow, Gemeinde Plantage, Etablissement und Maulbeerplantage bei Glambeck (heute in Glambeck aufgegangen) Plöwen, Gemeinde im Amt Löcknitz-Penkun, Mecklenburg-Vorpommern Polßen, Ortsteil der Gemeinde Gramzow Polzow, Gemeinde im Amt Uecker-Randow-Tal, Mecklenburg-Vorpommern Ragöser Mühle, Wohnplatz im Ortsteil Sandkrug, Gemeinde Chorin Retzin, Ortsteil der Gemeinde Ramin, Mecklenburg-Vorpommern Hohensaaten, Ortsteil der Stadt Bad Freienwalde (Oder) Schmargendorf, Ortsteil der Stadt Angermünde Schmelze (ab 1880 Parlow), Ortsteil der Gemeinde Friedrichswalde Schmiedeberg, Ortsteil der Stadt Angermünde Schmöllen, heute Schmölln, Ortsteil der Gemeinde Randowtal Schöneberg, Ortsteil der Stadt Schwedt/Oder Schönermark, Ortsteil der Stadt Schwedt/Oder Schwaneberg, Ortsteil der Gemeinde Randowtal