mini|hochkant|Wappen derer von Offen (Stamm Schölisch) mini|hochkant|Wappen derer von Offen (Stamm Entrup) im Wappenbuch des Westfälischen Adels mini|Wappen der Anna Catharina von Offen am Doppelgrabstein mit ihrem Ehemann Christian Friedrich von Harling an der Neustädter Hof- und Stadtkirche St. Johannis in Hannover

Offen, historisch auch Offe, Ofen oder Offeln, ist der Name eines alten Adelsgeschlechts, das ursprünglich aus dem Lande Kehdingen herstammte und sich späterhin im Lippischen ausbreitete.

Ob ein Zusammenhang besteht mit der mittelalterlichen Familie Offeln, die bereits im 13. Jahrhundert urkundlich auftrat und sich nach dem Gut Offelten nannte, wird zumindest angezweifelt.Oeynhausen, 1872 (Lit.), S. 83. Ebenfalls unbelegt ist der tatsächliche filiationsmäßige Zusammenhang der nachstehend ausgebreiteten beiden wappenverschiedenen lippischen Stämme Offen.

In der historischen Literatur kam es häufiger zu Verwechslungen und Vermischungen mit den ursprünglich hessischen von Offeln, welche neben dem ähnlichen Familiennamen ebenfalls dem Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg Offiziere und Hofbeamte stellten, worin wohl die Ursache der falschen Zuordnungen zu suchen ist.

Geschichte Stamm Schölisch Das Geschlecht erscheint zuerst mit Berthold von Offen und dessen Ehefrau Magaretha Brummers. Der gemeinsame Enkel Johann von Offen († 1607) wurde Erbherr auf Schölisch bei Stade, dem späteren Stammgut des Geschlechts.Luneburg Mushard: Monumenta nobilitatis antiquae familiarum illustrium, imprimis ordinis equestris in ducatibus Bremensi et Verdensi, i. e. Denkmahl der uhralten, berühmten hochadelichen Geschlechter, inbesonderheit der hochlöblichen Ritterschaft im Hertzogthum Bremen und Verden, Bremen 1708, S. 413ff., Stammbaum. Der schwedische Oberstleutnant Anton Hinrich von Offen, Erbherr auf Balje und Schölisch, Sohn von Lorenz Hermann von Offen und der Anna Margareta von Tettenborn, hat am 7. Oktober 1732 seinen Neffen den Quartalsverschlags-Kommissär Johann Hinrich von der Decken (1699–1788), aus der ältere Stellenflether Stammlinie, Erbherr auf Sande, Nienstedten und Schölisch, an Kindesstatt angenommen, so dass derselbe auch sein des adoptantis Wappen und Namen mitführen möge. Diese Namens- und Wappenvereinigung wurde noch 1732 durch Georg I. von Großbritannien, in seiner Funktion als Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg genehmigt. In Stade im Freilichtmuseum auf der Insel gibt es einen etwa zwei Meter langen Sandstein in Wannenform, mit der Inschrift: DER HOECHSTE SEI GEBENEDEIET – DER UNS VON KRIEG UND PEST – SO GNEIDIG HAT BEFREIET – ANTON HINRICH OFFE – SABINA MARGARETHE VON DER DECKEN – ANNO 1714 DEN 29 JUNIUS.Freilichtmuseum auf der Insel, Stade. Zur Erklärung: 1712 wurde das schwedische Stade von den Dänen belagert und in der Stadt brach darauf die Pest aus.Thassilo von der Decken: Anmerkungen zu den Stammtafeln der Familie von der Decken, 1998, 878 Seiten, S. 460. Die Freiherren der Linie Decken-Offen sind 1941 im Mannesstamm erloschen.Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. Reihe A, Band 6, Band 37 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1966, S. 66–68. Die Linie Decken-Offen ist 1993 im Mannesstamme erloschen.Familienblatt von der Decken Nr. 61 1994, S. 5.

Stamm Entrup Das Geschlecht erscheint im 16. Jahrhundert mit den Brüdern Johann und Peter von Offen, wobei ersterer vor 1577 bereits gestorben war, letzterer aber noch am Leben. Peter von Offen erwarb 1560 das Gut Papenhausen, verkaufte es aber bereits 1585 an Christoph von Donop.Otto Preuß: Lippische Regesten, Band 3, S. 418, Nr. 2377. Der lippische Hofmeister und Drost zu Sternberg, Johann von Offen († 1618/1619), Sohn des obigen Peter, bekam in Anerkennung geleisteter Dienste das 1532 errichtete Rittergut Entrup 1587 und 1614 verlehnt. Bevor dieses 1685 in den Besitz der Familie von Donop überging, war es das Stammgut der Familie.Wilhelm Gottlieb Levin von Donop: Historisch-geographische Beschreibung der Fürstlichen Lippeschen Lande in Westphalen, Lemgo 1790, S. 72. Das Geschlecht ist zu Beginn des 18. Jahrhunderts erloschen.

Wappen Das Stammwappen (Schölisch) zeigt ein rotes Rad mit sechs Speichen auf silbernem Grund. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein gestürzter silberner Pfeil, zwischen zwei roten und silbernen Straußenfedern.

Das Stammwappen (Entrup) zeigt in Silber einen blauen Querbalken mit zwei schräglinks liegenden, rechts zweimal, links einmal gestummelten goldenen Ästen belegt. Auf dem Helm mit blau-goldenen Decken drei quergeteilte Straußenfedern, die äußeren unten Gold und oben Blau, die mittlere unten Blau und oben Gold.Spießen (1901–1903), S. 96.

Angehörige Stamm Schölisch

Stamm Entrup

Literatur Maximilian Gritzner: J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch, III. Band, 10. Abteilung, Der Adel der Fürstenthümer Lippe und Schaumburg-Lippe, Bauer & Raspe, Nürnberg 1872, S. 6, Tfl. 5. Otto Titan von Hefner: Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, Band 3, Regensburg 1865, S. 113. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Band 6, Leipzig 1865, S. 587. Johann Wilhelm Franz von Krohne: Allgemeines Teutsches Adels-Lexicon, Band 1, Lübeck 1774, S. 215–217 (Einzelnennungen). Leopold von Ledebur: Adelslexikon der preußischen Monarchie. Band 2, Berlin 1856, S. 163. Luneburg Mushard: Bremisch- und Verdischer Ritter-Sahl Oder Denckmahl Der Uhralten Berühmten Hoch-adelichen Geschlechter Insonderheit der Hochlöblichen Ritterschafft In Denen Hertzogthümern Bremen und Verden. Bremen 1720, S. 413. Julius von Oeynhausen: Das Geschlecht der von Offen im Lippischen. In: Der Deutsche Herold 3, 1872, S. 83–84, 89–91. Max von Spießen: Ahnentafeln der Familie v. Offen. In: Der Deutsche Herold 29, 1898, S. 60–62. Max von Spießen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 96 (uni-duesseldorf.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 234 (uni-duesseldorf.de).

Einzelnachweise

Kategorie:Niedersächsisches Adelsgeschlecht