Ostroh ()http://www.epravo.cz/vyhledavani-aspi/?Id=17111&Section=1&IdPara=1&ParaC=2 ist ein Ortsteil der Gemeinde Poustka (Oed) in Tschechien. Das tschechische Wort Ostroh bedeutet Felsvorsprung oder Felsrücken.
Der Ort liegt auf einem Felsrücken – beherrscht von der Burg Seeberg – und an dessen südlichen Abhängen. Er wird durchflossen vom Slatinný potok (Schladabach, an dieser Stelle historisch auch Seebach genannt), der unterhalb des Felsrückens eine Schlucht geformt hat. Diese trennt Ostroh an dieser Stelle in zwei Hälften, verbunden durch eine schmale pfeilergestützte Brücke mit einer Höhe von etwa 25 Metern über dem Bach. Auf der der Burg gegenüberliegenden Seite liegt insbesondere die Kirche St. Wolfgang.
Gegenüber der Burg befindet sich eine Gaststätte, deren Vorgängerbetriebe bereits im 19. Jahrhundert genannt wurden. Nahe der Burg wurde in neuerer Zeit ein Hotel errichtet. Am nordwestlichen Rand von Seeberg, an der Straße nach Vlastislav (Seichenreuth), lag früher ein großer Gutshof der Stadt Eger. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dort noch bis 1989 Viehzucht betrieben. In jüngerer Zeit wurde das Areal erheblich umgebaut und modernisiert. Es soll erkennbar touristischen Zwecken dienen (Stand 2026).
Insbesondere seit der aufwändigen Restaurierung der nach 1945 verfallenen Burg ist Ostroh wieder zu einem Anziehungspunkt für den Fremdenverkehr geworden.
Geographie Geographische Lage alternativtext=Anwesen in Ostroh, Mai 2026|mini|Anwesen in Ostroh, Mai 2026 Ostroh liegt fünf Kilometer nordwestlich von Františkovy Lázně und zählt zum Egerbecken.
Ortsgliederung Ostroh bildet einen Katastralbezirk. Zum Ortsteil Ostroh gehört die Ansiedlung Drahov (Trogau). Nachbarorte Nachbarorte sind Hazlov im Norden, Poustka und Zelený Háj im Nordosten, Antonínova Výšina, Dvoreček und Horní Lomany im Osten, Dolní Lomany, Františkovy Lázně und Krapice im Südosten, Horní Rybárna, Cetnov und Bříza im Süden, Lužná und Drahov im Südwesten, Libá im Westen sowie Podílná und Táborská im Nordwesten.
Geschichte Archäologische Untersuchungen in jüngerer Zeit haben Siedlungsspuren der Urnenfelderkultur aus der jüngeren bis späten Bronzezeit offengelegt.
Über die Entstehung des Ortes und den Ursprung des Namens in historischer Zeit ist wenig bekannt. Die Ursprünge der Burg Seeberg liegen nach überwiegender herrschender Meinung im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts. Ob zu dieser Zeit bereits eine Siedlung an der Stelle existierte, oder ob sie um die Burg herum entstand, ist unklar. Die erste urkundliche Erwähnung der "Feste Seeberg" erfolgte in jenem Dokument vom 4. Oktober 1322, in dem König Ludwig der Bayer das Egerland an König Johann von Böhmen verpfändete. Als Jahr der Ersterwähnung der Siedlung Seeberg nennt das "Historische Lexikon der Gemeinden der Tschechischen Republik" 1349, ohne allerdings hierfür einen Beleg anzugeben. Seeberg wird im "Musterungsbuch der Egerländer Bauernschaft" aus dem Jahr 1395 (dieses hat sich im Archiv der Stadt Cheb bis heute erhalten) aufgeführt. Demnach gab es dort zwei Anwesen, die Hirschmühle und die Neumühle, jeweils mit einer Armbrust bewaffnet, aber keine wehrfähigen Bauern.
Bis ins Spätmittelalter waren die Hausbesitzer in Seeberg Lehensleute des jeweiligen Burgherren. Diese Bindung löste Kaspar Juncker als Herr von Seeberg mit einer Urkunde aus dem Jahr 1462 auf, worin er sagt, dass „alle Bewohner von Seeberg am Berge in ihrem Besitze und Kaufsrechte verbleiben, bei Absterben des Hausvaters das Erbe und Gut nicht mehr der Herrschaft heimfallen, sondern freieigen den Söhnen, Töchtern und Anverwandten bleiben soll“.
In früheren Jahrhunderten ist der Abbau von Eisenerz und Granit in und um Seeberg bezeugt. Der „Ententeich“ (Kachní jezírko) im Ort ist das Relikt einer Eisenerzgrube.
Vinzenz Prökl erwähnt 1845 die Existenz von Eisendrahtmühlen. Dort würden „… jährlich an 150 Zentner Draht vorzüglicher Qualität und feinster Sorte erzeugt“. Im Industrial-Atlas des Königreiches Böhmen aus dem Jahr 1862 wird Seeberg ebenfalls als Standort von Drahtziehereien genannt. alternativtext=Bývalé panství města Eger, 2025|mini|Ehemaliges Gut der Stadt Eger Im 19. Jahrhundert wurde Seeberg zu einem Ausflugsziel für die Kurgäste der böhmischen Heilbäder. Als solches wird es in verschiedenen Reiseführern jener Zeit erwähnt. „Das [von Franzensbad] eine Stunde entfernte Dorf Seeberg mit seinem alten Schlosse, das über einer schwindelerregenden Felsentiefe an dem schäumenden Seebache liegt, über den ein kühn aufgeführter hoher Steg führt, ist gleichfalls ein wegen der schönen Aussicht und den daselbst befindlichen Eisendrahtmühlen gerne besuchter Ausflugsort der Franzensbader Kurgäste. Der im Schloß wohnende Förster sorgt für Erfrischungen.“
Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Seeberg mit den Ortsteilen Oed und Trogau ab 1850 eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Eger bzw. Bezirk Eger. Im Jahre 1889 riss ein verheerendes Hochwasser des Seebaches in Seeberg sämtliche fünf Mühlen sowie die Häuser am Bach fort. Oed erhielt 1922 seine Selbstständigkeit. 1948 wurde die Gemeinde Seeberg in Ostroh umbenannt. Im Jahre 1960 wurde Ostroh nach Poustka eingemeindet, 1976 erfolgte die Eingemeindung nach Františkovy Lázně. Seit dem 1. Januar 1992 gehört Ostroh wieder zur Gemeinde Poustka.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohnerzahl1869 5511880 5631890 5271900 4871910 465 Jahr Einwohnerzahl1921 3981930 4001950 931961 681970 70 Jahr Einwohnerzahl1980 361991 262001 322011 55 mini|Burg Seeberg
Kultur und Sehenswürdigkeiten Burg Seeberg Kirche St. Wolfgang.
Literatur Karl Siegl: Grabinschriften in der Kirche zu Seeberg. In: „Unser Egerland“, Herausgeber: Alois John, Jahrgang 5, Seite 10–20, Eger 1901
Weblinks
Geschichte von Poustka und Ostroh
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil in Tschechien Kategorie:Poustka Kategorie:Ersterwähnung 1275 Kategorie:Ehemalige Gemeinde in Tschechien Kategorie:Gemeindeauflösung 1960