Gnadendorf ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) in 578 Haushalten im Bezirk Mistelbach in Niederösterreich.

Geografie Gnadendorf liegt im Tal der Zaya am Nordrand der Leiser Berge im Weinviertel in Niederösterreich, rund 15 km westlich von Mistelbach. Die Fläche der Gemeinde umfasst 48,25 Quadratkilometer. 32,95 Prozent der Fläche sind bewaldet. Im Gemeindegebiet liegt der Gipfel des 491 m hohen Buschbergs, der höchsten Erhebung des Weinviertels, der durch die darauf errichtete Radarstation weithin leicht erkennbar ist.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Eichenbrunn () samt Weihermühle Gnadendorf () samt Neustift Oedenkirchenwald () Pyhra () samt Buschbergsiedlung und Regenbogensiedlung Röhrabrunn () Wenzersdorf () Zwentendorf () Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Eichenbrunn, Gnadendorf, Oedenkirchenwald, Pyhra, Röhrabrunn, Wenzersdorf und Zwentendorf.

Nachbargemeinden

Geschichte Die erste Nennung des Ortes erfolgte im Jahr 1113 als „Gnannendorf“. Der Ort hatte unter den Grenzkämpfen mit Ungarn und Böhmen stark zu leiden. Die Besitzer des Ortes wechselten häufig. 1543 findet sich Christoph Kuenritz als Besitzer, seine Enkel verkaufen Hagenberg samt Gnadendorf 1650 an die Brüder Leo und Sigmund Friedrich von Sinzendorf, deren Nachkommen bis 1822 nachgewiesen sind. Ihre Nachfolger waren 1828 die Reuss-Köstritz. Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Gnadendorf ein Arzt, ein Tierarzt, ein Bäcker, ein Binder, ein Fleischer, ein Friseur, zwei Gastwirte, zwei Gemischtwarenhändler, eine Hebamme, ein Sattler, ein Schmied, ein Schneider und zwei Schneiderinnen, zwei Schuster, zwei Tischler, zwei Wagner und einige Landwirte ansässig. Zudem gab es beim Ort eine Ziegelei.Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 255 Das Hochaltarbild in der Maria Himmelfahrt wurde 1945 beim Einmarsch der Roten Armee durch einen Artillerietreffer stark beschädigt.

2000 wurde in Gnadendorf das Grab eines etwa 14- bis 18-jährigen frühungarischen Reiterkriegers entdeckt und ausgegraben. Zwei Radiokohlenstoffdatierungen datieren die Bestattung um das Jahr 1000.Falko Daim (Hrsg.): Heldengrab im Niemandsland. Ein frühungarischer Reiter aus Niederösterreich (= Mosaiksteine. Band 2). Verlag des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz, Mainz 2006, ISBN 978-3-7954-1964-6; Falko Daim, Ernst Lauermann (Hrsg.): Das frühungarische Reitergrab von Gnadendorf (Niederösterreich) (= Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums. Band 64). 2., verbesserte Auflage, Schnell & Steiner, Regensburg 2007, ISBN 978-3-7954-1983-7.

Einwohnerentwicklung Von 1900 bis 2000 sank die Bevölkerungszahl um fast 1000 Personen, seitdem hat sie sich stabilisiert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Schlossruine Wenzersdorf Katholische Pfarrkirche Eichenbrunn hl. Koloman Katholische Pfarrkirche Gnadendorf hl. Johannes der Täufer Katholische Pfarrkirche Pyhra in Gnadendorf hl. Leib Christi Katholische Pfarrkirche Wenzersdorf Mariä Verkündigung Marien-Kapelle im Bildeichenwald Grainkapelle zwischen Röhrabrunn und Eichenbrunn Kapelle Unsere liebe Frau in Röhrabrunn Kapelle zum guten Hirten und Kellergasse in Zwentendorf Forsthaus in Ödenkirchwald

Wirtschaft und Infrastruktur Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 42, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 114. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 509. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 44,34 Prozent.

Öffentliche Einrichtungen In Gnadendorf befindet sich eine Volksschule. Der Kindergarten liegt in Wenzersdorf.

Politik

Gemeinderat Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 ÖVP und 2 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 17 ÖVP und 2 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP, 2 SPÖ und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP und 3 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP und 3 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP und 3 SPÖ. Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP, 4 GNADE–Die Gnadendorfer Demokraten und 1 SPÖ.

Bürgermeister

bis 2014 Franz Schmidt (ÖVP) seit 2014 Manfred Schulz (ÖVP)

Wappen Das Gemeindewappen wurde 1998 verliehen. mini|Stammwappen derer „von Sintzendorf“ (österreichisches Adelsgeschlecht), nach Siebmacher Das Wappen der Gemeinde erinnert unter anderem an die bayerisch-österreichischen Herren von Sinzendorf mit dem Elementen ihres Stammwappens.

Persönlichkeiten Karl Haupt (1876–1934), Komponist, Musiker

Literatur

Weblinks

http://www.gnadendorf.at/

Topothek Gnadendorf Bildmaterial zur Gemeinde Gnadendorf, verortet, beschlagwortet und datiert

Einzelnachweise

Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Mistelbach Kategorie:Leiser Berge Kategorie:Ersterwähnung 1113