mini|St. Wolfgang in Ostroh mini|Chorraum, 2014 St. Wolfgang ist eine katholische Kirche im Ortsteil Ostroh (deutsch Seeberg) der tschechischen Gemeinde Poustka (Oed) im Okres Cheb.
Geschichte Die erste Kirche an dieser Stelle wurde in den Jahren 1470–1478 im spätgotischen Stil errichtet. Bauherren waren der damalige Burgherr auf Seeberg, Caspar Juncker, sowie nach dessen Tod seine Witwe Anna, geborene Schlik. Namenspatron war der Heilige Wolfgang von Regensburg, was als Referenz gegenüber dem Bistum Regensburg zu verstehen ist, zu welchem das Egerland damals gehörte. Nach Beschädigungen im Dreißigjährigen Krieg ließ die Stadt Eger das Gebäude wegen eingetretener Baufälligkeit im Jahr 1721 bis auf einen Teil der Außenmauern abbrechen. An seiner Stelle wurde eine neue Kirche im Stil des Barock errichtet. Kirche und Dorf sind mit der Burg Seeberg verbunden. Die verschiedenen Besitzer der Burg nutzten die Kirche besonders im 16. und 17. Jahrhundert als Grablege. Die Kirche hat keinen Turm. Ein erster an der Westseite befindlicher brannte 1722 nach einem Blitzeinschlag ab, sein Nachfolger stürzte 1804 ein und wurde nicht mehr ersetzt.
In der Zeit des Kommunismus verfiel die Kirche; die Innenausstattung wurde geplündert oder verwüstet. Inzwischen wurde das Dach der Kirche erneuert und die Kirche für Besucher geöffnet. Schautafeln vergegenwärtigen die Geschichte der Kirche und des teils verlorengegangenen Inventars. Kanzel, Orgel und andere Ausstattungsgegenstände weisen erhebliche Beschädigungen auf.
Ein im Jahr 2007 gegründeter Bürgerverein kümmert sich um Pflege und Erhalt des Gebäudes und seines verbliebenen Inventars. Gleichzeitig werden kulturelle Veranstaltungen angeboten (Stand 2026).
Ausstattung Eine Reihe von Epitaphien mit Darstellungen der Verstorbenen und zahlreichen plastischen Wappenabbildungen sind im Chorraum erhalten geblieben. Von 1485 stammt das Grabmal der Anna Juncker, geb. Schlik. Epitaphien aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts beziehen sich auf die Familie von Brandt, darunter auch aufwändig mit dem Familienwappen gestaltete Kindergrabsteine. Spätere Epitaphien aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammen von der Familie von Steinheim mit Ahnenwappen u. a. der Trautenberg und Wirsberg. Sie waren neben der Burg Seeberg auch im Besitz von Haslau und Rimbach. Ein weiteres Epitaph bezieht sich auf die Familie Gerack bzw. Gerard. 255x255px|Innenansicht, 2026|alternativtext=Innenansicht, 2026|mini Zu beiden Seiten des Altars hat sich jeweils eine Chorbank aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erhalten. Die Kanzel trägt unterhalb des Rednerstands die Jahreszahl 1667, die verzierenden Reliefs und das Geländer stammen aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Literatur Karl Siegl: Grabinschriften in der Kirche zu Seeberg. In: „Unser Egerland“, Herausgeber: Alois John, Jahrgang 5, Seite 10–20, Eger 1901 Vinzenz Prökl: Schloss Seeberg im Egerlande, seine Geschichte, seine Geschlechter, seine Kirche. Commissions-Verlag von Kobrtsch und Gschihay. Eger 1870
Weblinks
http://www.zivykraj.cz/de/aktivity/kirche-st-wolfgang-in-ostroh-seeberg
Ostroh Kategorie:Kulturdenkmal in Poustka Kategorie:Wolfgangskirche Kategorie:Erbaut im 15. Jahrhundert Kategorie:Barockisierte Kirche Kategorie:Gotische Kirche Kategorie:Gotisches Bauwerk in Tschechien Ostroh Ostroh