Die Stiftung für Konsumentenschutz (Eigenbezeichnung Konsumentenschutz) ist eine schweizerische Konsumentenschutzorganisation. Sie setzt sich für die Rechte und Interessen der Konsumenten ein und bietet Beratung sowie gezielte Informationen zu Konsumthemen. Die unabhängige NGO wird durch Spenden und Beiträge von Gönnern finanziert.
Organisation Die privatrechtliche Stiftung hat ihren Sitz in Bern. Sie wurde 1964 von vier Arbeitnehmer- und Konsum-Organisationen gegründet. Seit dem 1. Juni 2017 ist der siebenköpfige Stiftungsrat das oberste Organ der Stiftung für Konsumentenschutz. Die übergeordnete Trägerschaft, die bis anhin den Stiftungsrat wählte, hat sich per 31. Mai 2017 aufgelöst.Stiftung für Konsumentenschutz (o. J.): «Stiftung für Konsumentenschutz». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://www.konsumentenschutz.ch/ueber_uns_stiftung_konsumentenschutz/stiftung/. Beschäftigt werden 15 Mitarbeitende (Stand Januar 2026), die sich 11,5 Stellen teilen.Stiftung für Konsumentenschutz (o. J.): «Team». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://www.konsumentenschutz.ch/ueber_uns_stiftung_konsumentenschutz/geschaeftsstelle_unser_team/.
Der Stiftungszweck besteht darin, die Interessen der Verbraucher zu wahren.
Der Konsumentenschutz arbeitet punktuell mit der Konsumentenschutzorganisationen der Westschweiz und des Tessins zusammen. Dies sind die FRC (Fédération romande des consommateurs) und die ACSI (Associazione consumatrici e consumatori della Svizzera italiana). Zudem geht er bei einzelnen Projekten Kooperationen mit der deutschen Stiftung Warentest ein. Der Konsumentenschutz ist Mitglied der Klima-Allianz Schweiz, der Agrarallianz, der Allianz Ernährung und Gesundheit, der Beratenden Kommission Landwirtschaft BEKO, der Schweizer Allianz Gentechfrei, Smarter Medicine und weiteren Allianzen und Initiativen.
Präsidium des Stiftungsrates
1964 bis 1985: Harald Huber 1985 bis 1994: Alfred NeukommStiftung für Konsumentenschutz (o. J.): «Wie alles begann». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://www.konsumentenschutz.ch/ueber_uns_stiftung_konsumentenschutz/konsumentenschutz_wie_alles_begann/. 1994 bis 2000: Peter Vollmer 2000 bis 2010: Simonetta Sommaruga 2011 bis 2022: Prisca Birrer-Heimo seit 2022: Nadine Masshardt
Geschäftsleitung
1964 bis 1965: Waldemar Jucker 1965 bis 1966: Ernst Flück 1966 bis 1967: Ferdinand Troxler 1967 bis 1985: Alfred Neukomm 1985 bis 1992: Roland Seiler 1992 bis 1999: Simonetta Sommaruga 2000 bis 2007: Jacqueline Bachmann seit 2008: Sara StalderDer Bundesrat (o. J.): «Ausserparlamentarische Kommissionen, Leitungsorgane und Bundesvertretungen». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://www.admin.ch/de/ausserparlamentarische-kommissionen.
Tätigkeiten Die Stiftung setzt sich in den Bereichen Lebensmittel, Mobilität, Gesundheit, Energie, Kommunikation, digitale Welt, Finanzen und Versicherungen für die Rechte und Interessen der Konsumenten in der Schweiz ein. Die Position der Konsumenten stärkt sie durch Information, Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung, Beratung, politische Arbeit und Monitoring.
Konsumenteninformation Ein zentrales Anliegen der Stiftung ist die Informierung der Konsumenten. Sie fordert von der Anbieterseite Transparenz über Herkunft, Zusammensetzung, Inhaltsstoffe und Preise ihrer Produkte ein. Zudem publiziert sie auf ihrer Website Qualitäts- und Preisvergleiche, Produkte-Tests und im "Online-Ratgeber" praktische Konsumenteninformationen.Stiftung für Konsumentenschutz (o. J.): «Online-Ratgeber: Tag und Nacht – jederzeit.». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://www.konsumentenschutz.ch/onlineratgeber/. Sie verkauft ausführliche Ratgeber in Buchform oder konzentrierte Informationen in den Kompakt-Ratgebern und bietet persönliche Beratung per Telefon und E-Mail an. In Bern besteht auch die Möglichkeit zu persönlicher Beratung.Stiftung für Konsumentenschutz (o. J.): «Persönliche Beratung in Bern». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://www.konsumentenschutz.ch/beratung-bern/. Die gedruckte Zeitschrift BlickpunktStiftung für Konsumentenschutz (o. J.): «Gönner:innen-Magazin». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://www.konsumentenschutz.ch/ueber_uns_stiftung_konsumentenschutz/blickpunkt-das-sks-goennermagazin/. erscheint viermal jährlich und informiert über aktuelle Themen und die Stiftungsarbeit. Die Stiftung betreibt eine unabhängige Vergleichsplattform für Krankenkassenprämien, ist an den Preisvergleichsportalen preisbarometer.ch und dschungelkompass.ch beteiligt und verfügt über ein Portal für Repair-Cafés (repair-cafe.ch). Ein Musterbriefgenerator sowie ein Testamentguide vervollständigen das Angebot.
Intervention Die Stiftung setzt sich dafür ein, dass die Unternehmen die Konsumentenanliegen berücksichtigen. Sie sucht hierfür den direkten Dialog mit den Unternehmensführungen und Wirtschaftsverbänden. Wenn das Konsumenteninteresse anders nicht geschützt werden kann, beschreitet sie in Musterfällen den Rechtsweg (siehe Sunrise-KlageStiftung für Konsumentenschutz (2026): «Gericht urteilt: Sunrise-AGB sind unlauter». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://www.konsumentenschutz.ch/medienmitteilungen/gericht-urteilt-sunrise-agb-sind-unlauter/. ).
Politische Arbeit Die Stiftung vertritt die Konsumenteninteressen in der Politik. Dazu nimmt sie an Vernehmlassungsverfahren teil und betreibt parlamentarisches Lobbying. Sie äussert sich regelmässig zu konsumrelevanten Themen in den Medien.
Finanzierung Die Stiftung für Konsumentenschutz wird von rund 20'000 Gönnern und 7'000 weiteren Spendern unterstützt, damit finanziert sie knapp 80 Prozent ihres Jahresbudgets.Stiftung für Konsumentenschutz (o. J.): «Finanzierung». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://www.konsumentenschutz.ch/ueber_uns_stiftung_konsumentenschutz/finanzierung/. Weitere 9 % werden durch Beratungstätigkeit und den Verkauf von Produkten erwirtschaftet, rund 12 % steuern Bundessubventionen gemäss Konsumenteninformationsgesetz bei. Die Bundesgelder sind zweckgebunden und dürfen ausschliesslich für Konsumenteninformationen verwendet werden.Bundeskanzlei (2013): «Bundesgesetz über die Information der Konsumentinnen und Konsumenten». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/1992/910_910_910/de#a5. Gesamthaft erwirtschaftet die Stiftung einen Jahresertrag von rund 2.32 Mio. Fr. (Stand Dezember 2025).Stiftung für Konsumentenschutz (o. J.): «Jahresberichte». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://www.konsumentenschutz.ch/ueber_uns_stiftung_konsumentenschutz/jahresberichte/. Um ihre Unabhängigkeit zu wahren, nimmt die Stiftung keine Gelder von Unternehmen oder politischen Parteien an.
Kritik Am 10. Januar 2019 verurteilte das Handelsgericht des Kantons Bern die Stiftung für Konsumentenschutz aufgrund des Bundesgesetzes gegen unlauteren Wettbewerb, was sie dazu verpflichtete, diverse Berichte auf ihrer Webseite zu löschen oder zu überarbeiten.Berger, Patrik (2019): «Gericht gibt SVP-nahem Konsumentendienst recht». Blick. 16. Januar 2019. https://www.blick.ch/wirtschaft/bitterer-streit-zwischen-konsumenten-schuetzern-gericht-gibt-svp-nahem-konsumentendienst-recht-id15119706.html. Die Stiftung verzichtete auf den Weiterzug ans Bundesgericht.Stiftung für Konsumentenschutz (2019): «Haltung des Konsumentenschutzes zum Urteil des Handelsgerichts Bern». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://www.konsumentenschutz.ch/allgemein/2019/02/haltung-des-konsumentenschutzes-zum-urteil-des-handelsgerichts-bern/.
Geschichte Die Meilensteine in der Geschichte der Stiftung für Konsumentenschutz sind:Stiftung für Konsumentenschutz (o. J.): «Erfolge». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://www.konsumentenschutz.ch/ueber_uns_stiftung_konsumentenschutz/die-erfolge/.
1964: Gründung der Stiftung und erster Warentest in der Schweiz: Lampen 1969: Zigarettentest unter dem Namen Selbstmord in Raten, international beachtete Resultate 1978: Die Resultate des Büchsenravioli-Tests, welche vom Kassensturz verfilmt wurden,SRF Archiv (2018): «Ravioli-Test aus ‘Kassensturz’ (1978) | SRF Archiv». YouTube-Video, 10:04. 4. März 2018. https://www.youtube.com/watch?v=BAhiZ-gJxrU. lassen die Umsätze in der ganzen Schweiz einbrechenSchürer, Christian (2014): «40 Jahre Kassensturz – Die Lebensmittel-Skandale». SRF Schweizer Radio und Fernsehen. 13. Januar 2014. https://www.srf.ch/sendungen/kassensturz-espresso/40-jahre-kassensturz/40-jahre-kassensturz-die-lebensmittel-skandale.SRF Schweizer Radio und Fernsehen (o. J.): «Ravioli-Skandal: Schweineköpfe in der Raviolidose». 10. März 2017. https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/ravioli-skandal-schweinekoepfe-in-der-raviolidose. 1978: Auf Druck der Stiftung tritt die Preisbekanntgabeverordnung in Kraft, die Preisvergleiche ermöglicht 1981: Die von Konsumentenschutzorganisationen und der Zeitung Die Tat lancierte Volksinitiative zur Verhinderung missbräuchlicher Preise wird angenommen, der Preisüberwacher wird durch den Konsumentenschutzartikel in der Bundesverfassung verankert 1995: Die Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel wird eingeführt 2002: Der Klage der Stiftung gegen Novartis wird stattgegeben, der Konzern wird wegen unlauterem Wettbewerb zu einer Busse von über 20'000 Fr. verurteiltnews.ch (2002): «Busse für Novartis wegen Mebucasol». 31. Oktober 2002. https://www.news.ch/Busse+fuer+Novartis+wegen+Mebucasol/122822/detail.htm. 2010: Die Stiftung und ihre Schwesternverbände der französischsprachigen Schweiz Fédération romande des consommateurs (FRC) und des Tessins Associazione consumatrici et consumatori della Svizzera italiana (ACSI) gründen die Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen 2012: Das Gesetz gegen den Unlauteren Wettbewerb (UWG) wird verschärft, missbräuchliche Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) werden verboten 2014: Das 50-jährige Jubiläum der Stiftung wird mit der Ausstellung „Zur Kasse bitte!“ im Polit-Forum Käfigturm gefeiertStiftung für Konsumentenschutz (2014): «SKS feiert Jubiläum!». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://www.konsumentenschutz.ch/allgemein/2014/06/sks-feiert-jubilaeum/. Stiftung für Konsumentenschutz (2014): «Zur Kasse bitte! Eine Ausstellung zu Konsum und Konsumentenschutz». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://www.konsumentenschutz.ch/medienmitteilungen/zur-kasse-bitte-die-sks-ausstellung-zu-konsum-und-konsumentenschutz/. 2014: Anstoss einer nationalen Reparaturbewegung durch die Gründung des ersten Repair-Cafés der SchweizRepair Café (o. J.): «Startseite». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://www.repair-cafe.ch/. 2016: Lancierung der Fair-Preis-InitiativeStiftung für Konsumentenschutz (2025): «Geoblocking-Verbot: Wie wird die Fair-Preis-Initiative umgesetzt?». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://www.konsumentenschutz.ch/online-ratgeber/wie-wird-die-fair-preis-initiative-geoblocking-verbot-umgesetzt/. 2017: Verbandsklage gegen Volkswagen und AMAG in Sachen „Abgasskandal“ wegen unlauteren WettbewerbsStiftung für Konsumentenschutz (2017): «Abgasskandal: Konsumentenschutz reicht Verbandsklage ein». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://www.konsumentenschutz.ch/medienmitteilungen/abgasskandal-konsumentenschutz-reicht-verbandsklage-ein/. 2017: Schadenersatzklage gegen Volkswagen und AMAG für rund 6'000 Betroffene des „Abgasskandals“Stiftung für Konsumentenschutz (2017): «VW-Klage eingereicht: Meilenstein bei der Rechtsdurchsetzung von Massenschäden». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://www.konsumentenschutz.ch/medienmitteilungen/vw-klage-eingereicht-meilenstein-bei-der-rechtsdurchsetzung-von-massenschaeden/. 2018: Lancierung der ersten LeihBar mit der Eröffnung in Bern (Sharing Economy)LeihBar (o. J.): «Deine LeihBar ist gestartet!». Abgerufen am 23. Juli 2026. https://web.archive.org/web/20181209124102/https:/www.leihbar.ch/neuer-blog/2018/12/5/deine-leihbar-ist-gestartet.