mini|Emil Pottner Emil Pottner (* 10. Dezember 1872 in SalzburgSusanne Blumesberger, Michael Doppelhofer, Gabriele Mauthe: Handbuch österreichischer Autorinnen und Autoren jüdischer Herkunft 18. bis 20. Jahrhundert. Band 2: J–R. Hrsg. von der Österreichischen Nationalbibliothek. Saur, München 2002, ISBN 3-598-11545-8, S. 1972., Österreich-Ungarn; † nach dem 28. September 1942 vermutlich im Vernichtungslager Maly Trostinez in der Berliner Morgenpost) war ein österreichischer Maler, Grafiker und Keramiker des Impressionismus.

Leben Emil Pottner war das Kind einer jüdischen Schauspielerfamilie;Wolfgang Immenhausen, Regine Reinhardt, Galerie Mutter Fourage: Kunst und Leben 1909–1943. Der Berliner Kunstverlag Fritz Heyder. Vacat, Berlin 2002. er studierte ab 1891matrikel.adbk.de an der Münchner Akademie bei Herterich und Paul Höcker sowie in Berlin. Anregungen für seine künstlerische Arbeit holte er sich in der Porzellanmanufaktur in Delft. Kurz nach der Jahrhundertwende ließ er sich in Berlin nieder.Max Liebermann, Sigrid Achenbach, Matthias Eberle, Nationalgalerie: Max Liebermann in seiner Zeit. Prestel Verlag, 1979. Ab 1905 war er auf dem Gebiet der Kleinplastik tätig und erfand ein eigenes System der Porzellanplastik; daneben arbeitete er auf den Gebieten der Malerei, der Radierung, der Lithographie und des Holzschnitts. So schuf er 1911 für eine Majolika-Manufaktur eine Kollektion von 79 Vogel-Modellen.Joanna Flawia Figiel: Karlsruher Majolika: Führer durch das Museum in der Majolika. Emil Pottner war Mitglied im Deutschen Künstlerbund. (abgerufen am 14. Dezember 2015) Er wurde 1913 in den Vorstand der Berliner Secession gewählt und war vor allem für seine Tierdarstellungen bekannt.

Pottner verfasste auch einige selbst illustrierte Bücher; 1912 erschienen seine Texte mit Lithographien in Paul Cassirers Pan-Presse.Eva Caspers: Paul Cassirer und die Pan-Presse: Ein Beitrag zur deutschen Buchillustration. 1989, S. 86. Er lebte in Petzow an der Havel; sein Grundstück am Wasser gab ihm Inspiration für seine Gemälde, Graphiken und Keramiken. Außerdem hatte er sich eine Keramikwerkstatt in Berlin-Charlottenburg eingerichtet und bildete Hananja, den Sohn des Rechtsanwalts Ernst Pinner, zum Keramiker aus. Als Folge des gegen Juden verhängten Arbeitsverbots durch das NS-Regime war Pottner gezwungen, Ende 1933 seine Keramikwerkstatt aufzugeben. 1938 musste er auch sein Grundstück in Petzow verkaufen, auf dem er seine Gartenbilder und Holzschnitte geschaffen hatte. Am 24. Juli 1942 wurde er nach Theresienstadt deportiert, von dort am 26. September nach Treblinka und dann in das Vernichtungslager Maly Trostinez gebracht. Sein letztes Lebenszeichen datiert vom 28. September 1942.

Würdigung und Rezeption Bereits 1928 wurde Pottners Schaffen von Karl Schwarz gewürdigt: „Ein Künstler von erstaunlicher Vielseitigkeit in der technischen Darstellung eines Sondergebietes ist Emil Pottner. Von der Landschaft als Maler ausgehend, entdeckte er seine Liebe für die gefiederte Welt und wurde einer ihrer lebensvollsten Interpreten in der Malerei und Graphik, nicht zuletzt aber auch in Keramiken und feinen Porzellanfigurinen.“

Pottners Werke wurden 1935 im jüdischen Museum in der Oranienburger Straße Berlins ausgestellt; Braunschweig ehrte ihn 1952 den 80. Geburtstag ebenfalls mit einer Ausstellung. In einer großen Secessionsausstellung des Berliner Kunstvereins 1982 war Pottner mit zehn Gemälden, Grafiken und Keramiken vertreten. Seit den 1990er-Jahren hat der Kunsthistoriker Markus Oertel umfangreiches Material zum Werk und Leben Pottners zusammengetragen. Seine Werke befinden sich u. a. im Brooklyn Museumbrooklynmuseum.org und im Museum of Modern Art.moma.org

Ausstellungen Emil Pottner – Malerei, Graphik, Plastik. Museum der Havelländischen Malerkolonie, bis 20. Juli 2016

Werke (Auswahl) Selbstbildis. 1892 Baumgartenbrück im Sommer. 1911 Thors Schatten. 1915 Die Bürger von Calais. 1915 Oberbayrisches Bauernhaus. Der Hl. Franziskus.

Publikationen (Auswahl) Eindrücke aus dem Leben der Vögel. Zwanzig Steinzeichnungen und Text von Emil Pottner. Paul Cassirer, Berlin 1912, . Sommertage im Geflügelhof. Zwanzig Steinzeichnungen und Text. Paul Cassirer, Berlin 1912, . Geschichte einer jungen Krähe. Erzählt und illustriert von Emil Pottner. Alf Häger Verlag, Berlin 1924, . Vögel am Wasser. Häger, Berlin 1924, .

Siehe auch Liste der vom NS-Regime verfolgten Kunstschaffenden der Bildenden Kunst

Literatur Märkische Ton-Kunst. Edition Cantz, Stuttgart 1992. (Katalog der gleichnamigen Ausstellung des Deutschen Historischen Museums, 15. Oktober 1992 bis 5. Januar 1993). Band 2: Heinz-J. Theis: Berlin und Brandenburg. Keramik der 20er und 30er Jahre. ISBN 3-89322-497-1. .Emil Pottner – Impressionistische Glanzstücke in Malerei und Plastik. Edition Galerie Mutter Fourage, 2013, ISBN 978-3-00-044068-7. Karl-Heinz Friedrich: Petzow – Relativ absolut. BoD-Verlag Norderstedt 2017, ISBN 978-3-7431-9258-4. Pottner, Emil, in: Joseph Walk (Hrsg.): Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918–1945. München : Saur, 1988, ISBN 3-598-10477-4, S. 300 Christiane Goldenstedt: Letzte Zuflucht Palästina: Magarete Turnowsky-Pinner und Ernst Pinner, in: Helga Grubitzsch (Hrsg.): Wagnis des Lebens,. Eine biografische Suche nach den Spuren der NS-Zeit, Bremen 2022, Kellner Verlag, S. 185–218, ISBN 978-3-95651-331-2.

Weblinks

Biographie auf der Webseite der Sammlung Die Kunst der Verschollenen Generation

Einzelnachweise

Kategorie:Grafiker (Österreich) Kategorie:Maler (Österreich) Kategorie:Porzellanbildner Kategorie:Berliner Secession Kategorie:Verschollene Generation Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Opfer des Holocaust Kategorie:Todesopfer im Vernichtungslager Maly Trostinez Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1872 Kategorie:Gestorben 1942 Kategorie:Mann