Liste der Stolpersteine in Seligenstadt, mit denen der Künstler Gunter Demnig an das Schicksal der Menschen erinnert, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Tabelle ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Straßennamen.

Adresse Name Verlege­datum Leben Am Riegelsbach 1 150px Isidor Hainebach (* 22. November 1877 in Seligenstadt, † Oktober 1942 in Auschwitz) wurde 1942 deportiert und im Oktober 1942 in Auschwitz ermordet.Dietrich Fichtner: … und wollten so gerne bleiben. Ein Rundgang zu den Häusern der Seligenstädter Juden. CoCon-Verlag Hanau, November 2000, ISBN 3-928100-39-4, Amalia Mathilde Hainebach geb. Bendorf (* 22. Dezember 1879 in Ober-Ramstadt, † Oktober 1942 in Auschwitz) war die Ehefrau von Isidor Hainebach und wurde 1942 deportiert und im Oktober 1942 in Auschwitz ermordet. (Auf dem Stolperstein steht geb. Bender) Siegfried Hainebach (* 17. Juli 1915 in Seligenstadt, † Auschwitz) wurde zusammen mit seinen Eltern Isidor und Amalia Mathilde Hainebach 1942 deportiert und im Oktober 1942 oder später in Auschwitz ermordet. Hedwig Käthe Weinberg geb. Hainebach (* 22. November 1919 in Seligenstadt, † 1942 in Polen) war die Tochter von Isidor und Amalia Mathilde Hainebach. Sie verzog 1939 nach Frankfurt und heiratete 1940 Fritz Weinberg aus Allendorf. Sie wurde 1942 Richtung Osten deportiert und starb 1942 in Polen. Julius Hainebach (* 3. Januar 1911 in Seligenstadt, † Januar 1987 in Homewood (Illinois)) war der Sohn von Isidor und Amalia Mathilde Hainebach. Er floh 1940 in die USA und überlebte. Aschaffenburger Straße 2 150px 150px Abraham Adolf Stein (* 4. Januar 1863 in Seligenstadt, † 26. Februar 1943 in Theresienstadt) war der Ehemann von Sofie Stein und hatte eine Möbel- und Manufakturwarenhandlung in der Aschaffenburger Str. 2. Ende 1941 wurde seine Familie zusammen mit anderen jüdischen Familien in die Kleine Maingasse umgesiedelt. Er wurde am 11. September 1942 nach Theresienstadt verschleppt und verstarb dort am 26. Februar 1943.Dietrich Fichtner: … und wollten so gerne bleiben. Ein Rundgang zu den Häusern der Seligenstädter Juden. CoCon-Verlag Hanau, November 2000, ISBN 3-928100-39-4, Sofie Stein geb. Rosenthal (* 12. Mai 1866 in Klein-Krotzenburg, † 22. Februar 1943 in Theresienstadt) war die Ehefrau von Abraham Stein. Sie wurde zusammen mit ihrem Gatten nach Theresienstadt verschleppt und verstarb dort am 22. Februar 1943. Bertold Stein (* 22. November 1895 in Seligenstadt) war der Sohn von Abraham und Sofie Stein. Er war Kaufmann und wurde am 11. September 1942 nach Theresienstadt verschleppt. Er wurde in Auschwitz ermordet. Erna Stein geb. Wolf (* 14. August 1895 in Neckarbischofsheim) war die Ehefrau von Berthold Stein. Sie wurde in Auschwitz ermordet. Emmy Stein (* 23. November 1934) war die Tochter von Berthold und Erna Stein. Sie wurde in Auschwitz ermordet. Hans-Joachim Stein (* 7. Februar 1931) war der ältere Sohn von Berthold und Erna Stein. Er wurde in Auschwitz ermordet. Lothar Stein (* 10. Oktober 1933) war der jüngere Sohn von Berthold und Erna Stein. Er wurde in Auschwitz ermordet. Aschaffenburger Straße 7 150px Sally Kleeblatt (* 2. November 1880 in Seligenstadt) war Händler mit einer Eisen-, Möbel- und Manufakturwarenhandlung in der Aschaffenburger Str. 7, wurde am 11. September 1942 nach Theresienstadt deportiert und in Auschwitz ermordet. Durch den Verkauf des eigenen Hauses 1937 konnte die Familie ihren Töchtern Ruth und Ilse-Rebecca die Emigration in die USA ermöglichen. Ihr Sohn Jakob Friedrich war 1940 nach Frankfurt umgezogen und wurde von dort aus deportiert.Dietrich Fichtner: … und wollten so gerne bleiben. Ein Rundgang zu den Häusern der Seligenstädter Juden. CoCon-Verlag Hanau, November 2000, ISBN 3-928100-39-4, Clementine Kleeblatt geb. Marx (* 10. Dezember 1892 in Seligenstadt) wurde am 11. September 1942 nach Theresienstadt deportiert und anschließend in Auschwitz ermordet. Aschaffenburger Straße 8 150px Friedrich Jaffé (* 28. Oktober 1882 in Lorsch) war Kaufmann und wurde am 11. September 1942 nach Theresienstadt deportiert, in Auschwitz ermordet. Mathilde Jaffé geb. Bacherach (* 1. Dezember 1893 in Seligenstadt) wurde gemeinsam mit ihrem Ehemann deportiert und in Auschwitz ermordet. Aschaffenburger Straße 22 150px August Bender (* 17. Mai 1878) betrieb in Seligenstadt ein Schuh- und Lederwarengeschäft. Am 10. November 1938 wurde er zusammen mit anderen jüdischen Männern inhaftiert und anschließend unter Peitschenhieben gezwungen, das Klostergelände zu verlassen. Bis 1941 lebte er anonym in Frankfurt und wurde 1942 zusammen mit seiner Ehefrau Amalia Bender Richtung Osten deportiert. Die Todesdaten sind unbekannt.Dietrich Fichtner: … und wollten so gerne bleiben. Ein Rundgang zu den Häusern der Seligenstädter Juden. CoCon-Verlag Hanau, November 2000, ISBN 3-928100-39-4, Amalia Bender geb. Sauer (* 26. Februar 1879 in Tauberbischofsheim) wurde 1942 Richtung Osten deportiert. Karl Bender (* 30. Dezember 1908) war der Sohn von August und Amalia Bender. Er floh in die USA und kehrte 1945 als Offizier der amerikanischen Streitkräfte nach Seligenstadt zurück. Später ging er nach Israel, kam aber 1952 nach Frankfurt zurück, wo er 1987 starb. Aschaffenburger Straße 65 Max Schuster (* 20. Dezember 1899 in Ulmbach bei Schlüchtern) war zusammen mit seiner Frau Erna 1932 nach Seligenstadt gezogen, um sich als Bäcker eine Existenz aufzubauen. Nachdem durch den Nazi-Boykott immer mehr Kunden ausblieben, war die Familie im November 1935 aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen auszuwandern. Argentinien war damals eines der wenigen Länder, die Jüdische Flüchtlinge aufnahm. Er starb am 17. Juli 1977 in Buenos Aires.Dietrich Fichtner: … und wollten so gerne bleiben. Ein Rundgang zu den Häusern der Seligenstädter Juden. CoCon-Verlag Hanau, November 2000, ISBN 3-928100-39-4, Erna Schuster geb. Israel (* 7. Mai 1908 in Schweich an der Mosel) ist zusammen mit ihrer Familie im November 1935 aus wirtschaftlichen Gründen nach Argentinien ausgewandert. Ernst Martin Schuster (* 29. September 1933 in Seligenstadt) ist zusammen mit seinen Eltern Max und Erna Schuster im November 1935 nach Argentinien ausgewandert. Frankfurter Straße 14 Hermann Bacharach (* 12. September 1870 in Seligenstadt) war als Metzger und mit einem Viehhandel in der Frankfurter Str. 14 wohnhaft und wurde am 1. September 1942 nach Theresienstadt deportiert. Von dort fuhr er im Februar 1945 mit dem einzigen Transportzug, der Theresienstadt bis Kriegsende in die Freiheit verließ in die Schweiz. Von dort reiste er weiter zu seinem Sohn in New York. Noch im Jahr der Einreise beging er im Hudson River Selbstmord.Dietrich Fichtner: … und wollten so gerne bleiben. Ein Rundgang zu den Häusern der Seligenstädter Juden. CoCon-Verlag Hanau, November 2000, ISBN 3-928100-39-4, Helene Marx geb. Bacharach (* 20. Dezember 1868 in Seligenstadt), war früh verwitwet und lebte mit ihrem ebenfalls verwitweten Bruder Hermann Bacharach zusammen und half in der Metzgerei. Sie wurde am 11. September 1942 nach Theresienstadt deportiert und ist dort am 29. Juni 1943 verstorben. Freihofstraße 1 150px Nathan Kleeblatt (* 13. November 1881 in Seligenstadt) war Händler mit einer Eisen-, Möbel- und Manufakturwarenhandlung in der Aschaffenburger Str. 10. Er wurde am 11. September 1942 nach Theresienstadt verschleppt und im Oktober 1942 in Auschwitz ermordet. Minna Kleeblatt, geb. Selig (* 6. Oktober 1890 in Groß-Steinheim) war die Ehefrau von Nathan Kleeblatt. Sie wurde zusammen mit ihm 1942 nach Theresienstadt verschleppt und später in Auschwitz ermordet. Herbert Kleeblatt (* 2. Februar 1930 in Seligenstadt) war der Sohn von Nathan und Minna Kleeblatt und wurde mit seinen Eltern deportiert und ermordet. Freihofstraße 3 150px