Yspertal ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Melk in Niederösterreich.

Geografie Yspertal liegt im südlichen Waldviertel in Niederösterreich. Die Entwässerung erfolgt durch die Große Ysper, die das Gemeindegebiet von Norden nach Süden durchfließt. Der tiefste Punkt der Gemeinde liegt im Südwesten bei 420 Meter über dem Meer. Im Südosten steigt das Gebiet zum Kaiserstein (935 m) und zum Großen Peilstein () an. Der Talübergang zum Laimbach im Osten ist nur 570 Meter hoch. Der Weinsberger Wald im Nordwesten hat als höchste Erhebungen Schöberlberg (970 m), Böndel (922 m) und Kaltenberg ().

Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 48 Quadratkilometer. Davon sind 68 Prozent bewaldet, 27 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Haslau () Kapelleramt () samt Au, Parming, Prägarten, Rorregg, Stößelberg, Tarsch und Unterschöberlberg Nächst Altenmarkt () samt Am Brand, Fischerlehen, Hofedl und Maierhof W Wimberg () samt Am Reith, Dörfl, Graben, Gutenbach, Haide, Höf, Kammerbach, Pichl, Pisching, Siebendürfting und Stangles Yspertal () samt Altenmarkt, Gemeindehäuseln und Ysper

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Altenmarkt, Isper, Kapelleramt und Wimberg.

Nachbargemeinden

Geschichte Ysper mini|Der Ort Ysper (1992) Im Jahr 998 schenkt Kaiser Otto III. das Gebiet zwischen Sarmingbach und Großer Ysper seinem Vetter, dem Herzog Heinrich von Bayern. Er nennt die Herrschaft Nochelinga. In dieser Urkunde wird der Name Ostarichi zum zweiten Mal erwähnt. 1271 wird die Herrschaft „Ysper“ genannt. Das zeigt, dass Ysper zum Hauptort gewachsen war. 1282 gab es bereits einen Richter im Ort. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts ist Ysper mit Weitenegg und Persenbeug im Besitz der Königin Agnes von Ungarn. Sie lässt in Ysper eine gotische Kirche bauen. Um 1400 wird der Markt Ysper mit einem Wall und einem doppelten Graben befestigt.

In dieser Zeit stand auch der Hof zu Rorveld etwas nördlich von Ysper. 1411 belehnte Herzog Albrecht V. den Vinzenz Poschacher mit diesem Gut. Im Jahr 1450 wird es bereits „Schloss Rorreckh“ genannt. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel verödete das Gut im 16. Jahrhundert. Es wurde daraufhin von Kaiser Ferdinand I. eingezogen und 1540 an Austin Haidenhofer verliehen, der es wieder instand setzte. Wieder wechselten die Besitzer häufig. 1600 erwirbt es die Familie Hoyos, die Schloss Persenbeug bewohnte. Diese errichteten 1609 das Schloss in der heutigen Form. 1800 kaufte Kaiser Franz II Persenbeug und Rorregg. Da sie zu seinem Privatvermögen gehörten, wurden sie nach dem Zweiten Weltkrieg restituiert. Heute leben Nachkommen der Familie Habsburg in Rorregg.

Pisching Die Geschichte von Pisching ist eng mit der Wimburg verbunden. Diese nordwestlich des Ortes stehende Burg wird erstmals 1076 in einer Urkunde des Klosters Passau erwähnt, als dieses das Gut Hofschacham ad Wimberch erhielt. Das althochdeutsche Wort „Wim“ bedeutet „geweihter Ort“. Das deutet darauf hin, dass sich in der Burg eine dem hl. Petrus geweihte Wallfahrtskirche befand. Im Jahr 1310 erhält die mit 21 Jahren bereits verwitwete Königin Agnes von Ungarn mit der Grafschaft Weitenegg auch die Wimburg. 1533 wird eine kleine Kirche in Pisching errichtet und dem hl. Urban geweiht. Am Ende des 16. Jahrhunderts ist die Wimburg unbewohnt und verfällt. In den Jahren 1735 bis 1738 lässt Graf Hoyos die Kirche von Baumeister Leopold Wisgrill, einem Schüler von Jakob Prandtauer, neu errichten. 1784 wird Pisching zur Pfarre erhoben. Im Jahr 1840 wird der Turm der Kirche mit Steinen der Ruine Wimburg errichtet.

Altenmarkt Altenmarkt ist die älteste Siedlung im Yspertal. Im Jahr 1313 wird „Alten-Ysper“, wie der Ort damals hieß, urkundlich erwähnt. Der Ort besaß bereits ein Marktrecht, 1348 wird ein Pfarrer genannt. Die Umbenennung auf „Altenmarkt“ erfolgt 1387, um sich vom „Neuen Markt Ysper“ zu unterscheiden. Nach dem Brand der Pfarrkirche 1743 wird sie barockisiert, 1767 wird der Turm neu errichtet.

Jüngste Geschichte Die Gemeinde entstand 1966 aus dem Zusammenschluss der beiden Gemeinden Ysper und Kapelleramt. 1969 schlossen sich die Gemeinden Altenmarkt und Yspertal zur Gemeinde Altenmarkt-Yspertal zusammen. 1972 wurde die Gemeinde Wimberg angeschlossen und die Gemeinde erhielt den heutigen Namen.

Seit 1990 gibt es im Yspertal die Höhere Lehranstalt für Umwelt und Wirtschaft des Zisterzienserstiftes Zwettl.

Einwohnerentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Röm.-kath. Pfarrkirche in Altenmarkt mini|In der Ysperklamm mini|Das Yspertal vom Kaltenberg aus gesehen

Katholische Pfarrkirche Altenmarkt im Yspertal hl. Magdalena Katholische Pfarrkirche Pisching hl. Urban Katholische Pfarrkirche Ysper hl. Lorenz Ysperklamm (wurde 2017 in der ORF-Sendung „9 Plätze, 9 Schätze“ als drittschönster Platz Österreichs ausgezeichnet) Burgruine Wimburg (auch Burgruine Wimberg) Schloss Rorregg

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den 108 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 41 im Haupt-, 58 im Nebenerwerb, sechs von Personengemeinschaften und drei von juristischen Personen geführt. Im Produktionssektor arbeiteten 88 Erwerbstätige in der Bauwirtschaft, 66 im Bereich Herstellung von Waren und drei in der Energieversorgung. Die größten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (133), Handel (102) und Beherbergung und Gastronomie (32 Mitarbeiter). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)1081499190Produktion251515785Dienstleistung8669306331 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln Im Jahr 2011 lebten 951 Erwerbstätige in Yspertal. Davon arbeiteten 336 in der Gemeinde, fast zwei Drittel pendelten aus.

Freizeit und Tourismus Yspertal bietet seinen Bewohnern und Gästen ein Hallenbad und eine Kletterhalle. Durch die Gemeinde führt die Radroute Südliches Waldviertel. Auch der Eisenwurzen-Weitwanderweg verläuft durch Yspertal.

Bildung Volksschule Neue MittelschuleSchulensuche auf Schulen online, abgerufen am 15. September 2020 Höhere Lehranstalt für Umwelt und Wirtschaft Yspertal

Politik mini|Gemeindeamt Gemeinderat Der Gemeinderat hat insgesamt 21 Sitze (bis 2020 nur 19 Sitze). Mit der Gemeinderatswahl 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP und 7 SPÖ. Mit der Gemeinderatswahl 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 ÖVP und 5 SPÖ. Mit der Gemeinderatswahl 2015 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 ÖVP und 6 SPÖ. Mit der Gemeinderatswahl 2020 hate der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 ÖVP und 6 SPÖ. Mit der Gemeinderatswahl 2025 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP und 9 SPÖ.

Bürgermeister

1987–2018 Karl Moser seit 2018 Veronika Schroll

Wappen Der Gemeinde wurde 1999 folgendes Wappen verliehen.60px|rechts

Blasonierung: „Von Schwarz und Rot durch einen goldenen Sparren erhöht geteilt, im Schildhaupt ein goldener Ring, unten über einem blauen, mit einem silbernen Faden gesäumten Schildfuß ein goldener zinnenbekrönter Turm mit drei zwei zu eins gestellten, rechteckigen schwarzen Fenstern und einem geschlossenen Rundbogentor, im Schildfuß ein aufwärtsgebogener silberner Fisch, dessen Schwanz und Kopf in das rote Feld ragt.“

Partnergemeinden Yspertal pflegt Partnerschaften zu drei Gemeinden:

Cieszyn/Teschen, Polen Veselí nad Lužnicí, Tschechien Tokaj, Ungarn

Persönlichkeiten Ehrenbürger 1928: Josef Vinzl, Kaufmann, später Abgeordneter 1974: Hans Wick (1904–1988), Pfarrer 2007: Erwin Pröll, Landeshauptmann 2007: Wolfgang Wiedermann, Abt von Stift ZwettlFestveranstaltung – Ehrenbürgerschaft auf der Website der Gemeinde Yspertal vom 20. Oktober 2007, abgerufen am 11. Juli 2018. Gerhard Brantner, Arzt Johann-Dietrich Landstetter († 2. Juni 2018), Vizebürgermeister und Landesfeuerwehrrat

Söhne und Töchter der Gemeinde Helmut Engelbrecht (1924–2014), Pädagoge und Bildungshistoriker Karl Moser (* 1953), Landwirt und Politiker, Abgeordneter zum Landtag von Niederösterreich

Weblinks

https://www.yspertal.gv.at/

Einzelnachweise