Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der irischen Fußballnationalmannschaft bei Weltmeisterschaften. Irland bestritt von allen europäischen Mannschaften die meisten WM-Qualifikationsspiele (156 – Stand: März 2026).

Überblick

Bei Fußball-Weltmeisterschaften war Irland dreimal dabei. Dabei überstand die Mannschaft immer die Gruppenphase. Das beste Abschneiden gab es gleich bei der ersten Teilnahme 1990, als man bis ins Viertelfinale vordrang. In der ewigen WM-Tabelle jedoch wird Irland nur im Mittelfeld bis zur WM 2026 auf Platz 42, einen Platz vor Nordirland geführt, das bisher ebenfalls dreimal teilnahm. Dann fiel Irland auf Platz 47 und Nordirland auf Platz 49, da beide die Qualifikation verpasst hatten und sich zuvor hinter ihnen liegende Mannschaften durch die Teilnahme verbessern konnten.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten1930Uruguay nicht teilgenommen 1934 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Niederlanden und Belgien gescheitert 1938Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation an Norwegen gescheitert 1950Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Schweden gescheitert 1954Schweiz nicht qualifiziert In der Qualifikation an Frankreich gescheitert 1958Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an England gescheitert 1962 Chile nicht qualifiziert In der Qualifikation an der ČSSR gescheitert 1966 England nicht qualifiziert In der Qualifikation nach Entscheidungsspiel in Paris an Spanien gescheitert 1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an der ČSSR gescheitert 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an der UdSSR gescheitert 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Frankreich gescheitert 1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Belgien und Frankreich gescheitert 1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Dänemark und der UdSSR gescheitert 1990 Italien Viertelfinale Italien 8. Jack Charlton Gruppengegner in der Vorrunde waren Ägypten, England und die Niederlande, Achtelfinalsieg im Elfmeterschießen gegen Rumänien 1994 USA Achtelfinale Niederlande 16. Jack Charlton Gruppengegner in der Vorrunde waren Italien, Mexiko und Norwegen 1998 Frankreichnicht qualifiziert In der Qualifikation an Rumänien gescheitert 2002 Südkorea/JapanAchtelfinale Spanien 12.Niederlage im Elfmeterschießen, nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 1:1 gestanden. Gruppengegner in der Vorrunde waren Kamerun, Deutschland und Saudi-Arabien 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Frankreich und der Schweiz gescheitert. 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation in den Play-offs an Frankreich gescheitert. 2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation traf Irland auf Deutschland, die Färöer, Kasachstan, Österreich und Schweden und konnte sich nicht qualifizieren. 2018 Russland nicht qualifiziert In der Qualifikation in den Playoffspielen der Gruppenzweiten an Dänemark gescheitert. 2022 Katar nicht qualifiziert In der Qualifikation an Serbien und Portugal gescheitert. 2026 Kanada/Mexiko/USA nicht qualifiziert In der Qualifikation trafen die Iren im Play-off-Halbfinale auf Tschechien und scheiterten im Elfmeterschießen. mini|Platzierung der irischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle

Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet)

Nicht teilgenommen: 1× (4,3 %; 1930) Nicht qualifiziert: 19× (82,6 %; 1934, 1938, 1950, 1954, 1958, 1962, 1966, 1970, 1974, 1978, 1982, 1986, 1998, 2006, 2010, 2014, 2018, 2022 und 2026) Sportliche Qualifikation: 3× (13,0 % bzw. bei 13,6 % der Versuche) Achtelfinale: 2× (8,7 %; 1994 und 2002) Viertelfinale: 1× (4,3 %; 1990)

WM-Turniere Turniere mit maximal 16 Teilnehmern Weltmeisterschaft 1930

Die Football Association of Ireland war zwar bereits 1921 im Jahr der Unabhängigkeit gegründet worden und das erste Länderspiel als Irischer Freistaat war 1924 ausgetragen worden, aber an der ersten WM nahm sie wie viele europäische Mannschaften nicht teil. Danach nahmen die Iren aber an allen Qualifikationen teil, was ansonsten nur die Luxemburger taten.

Weltmeisterschaft 1934 In der Qualifikation für die erste WM in Europa mussten die von Bill Lacey trainierten Iren gegen die Niederlande und Belgien antreten, wobei jede der drei Mannschaften ein Heimspiel und ein Auswärtsspiel austrug. Am 25. Februar 1934 bestritten sie in Dublin das erste WM-Qualifikationsspiel und erreichten gegen Belgien ein 4:4, wobei Paddy Moore alle vier Tore für die Iren erzielte.Irish Free State - Belgium 4:4 In Amsterdam verloren sie gegen die Niederländer mit 2:5, die auch in Antwerpen gegen die Belgier gewannen. Da die Iren aber ein Tor mehr kassierten als die Belgier, waren die Belgier neben den Niederländern für die WM qualifiziert.

Weltmeisterschaft 1938 In der Qualifikation für die erste WM in Frankreich mussten die Iren gegen Norwegen antreten. Nach einem 2:3 in Oslo reichte das 3:3 im Rückspiel nicht, um sich für die WM zu qualifizieren. Verantwortlich für die Zusammenstellung der Mannschaft war ein Auswahlkomitee, wie auch bei der nächsten Qualifikation.

Weltmeisterschaft 1950 In der Qualifikation für die erste WM in Brasilien sollten die Iren gegen Schweden und Finnland antreten. Das erste Spiel in Stockholm ging mit 1:3 verloren. Am 8. September 1949 gelang mit dem 3:0 gegen Finnland aber der erste Sieg in einem WM-Qualifikationsspiel. Nach einem 1:1 in Finnland wurde auch das Heimspiel gegen die Schweden verloren. Da Finnland zurückzog, wurden nur die zwei Spiele gegen Schweden gewertet und Schweden qualifizierte sich für die WM.

Weltmeisterschaft 1954

In der Qualifikation für die WM in der Schweiz mussten die nun von Alex Stevenson trainierten Iren gegen Frankreich und Luxemburg antreten. Gegen Frankreich verloren sie beide Spiele, gewannen aber beide gegen Luxemburg, das auch zweimal gegen Frankreich verlor. Damit waren die Franzosen für die WM qualifiziert. Stevenson blieb noch für vier Freundschaftsspiele im Amt.

Weltmeisterschaft 1958 In der Qualifikation musste Irland, nun von Johnny Carey trainiert, gegen England und Dänemark antreten. Irland und England gewannen beide ihre Spiele gegen Dänemark, die Engländer gewannen aber ihr Heimspiel gegen Irland, während es in Dublin zwischen beiden nur ein 1:1 gab. Damit waren die Engländer für die WM qualifiziert. Carey blieb bis 1967 im Amt, coachte aber nebenbei noch englische Fußballvereine.

Weltmeisterschaft 1962 In der Qualifikation waren die ČSSR und Schottland die Gegner. Die Iren verloren alle vier Spiele. Die ČSSR und Schottland waren am Ende punktgleich, so dass ein Entscheidungsspiel ausgetragen werden musste. Dieses gewann die ČSSR mit 4:2 nach Verlängerung.

Weltmeisterschaft 1966 Ein Entscheidungsspiel mussten auch die Iren in der Qualifikation austragen. Zuvor hatten sie gegen Spanien mit 1:0 ihr Heimspiel gewonnen, in Sevilla aber mit 1:4 verloren. Die ebenfalls der Gruppe zugeteilten Syrer hatten zurückgezogen. Da die erzielten Tore nicht zählten, mussten Iren und Spanier in Paris die Entscheidung suchen. Mit 0:1 verloren die Iren gegen die Iberer und waren damit erneut ausgeschieden.

Weltmeisterschaft 1970 In der Qualifikation mussten die anfangs von Charlie Hurley trainierten Iren wieder gegen die ČSSR sowie Olympiasieger Ungarn und Dänemark antreten. Nach drei Niederlagen in den ersten drei Spielen übernahm Mick Meagan den Trainerposten, aber unter ihm konnten die Iren nur beim 1:1 gegen Dänemark einen Punkt gewinnen und wurden Gruppenletzter. Die ČSSR setzte sich in einem Entscheidungsspiel gegen Ungarn durch. Meagan blieb noch bis zum vorletzten Spiel der Qualifikation zur EM 1972 im Amt, dann übernahm Liam Tuohy.

Weltmeisterschaft 1974 In der Qualifikation für die erste WM in Deutschland waren die UdSSR und Frankreich die Gegner. Die Iren verloren zweimal gegen die Sowjetunion, konnten gegen Frankreich das Heimspiel aber gewinnen und in Frankreich ein Remis erreichen. Als Gruppenzweiter schieden sie aber aus. Die Sowjetunion musste noch in den Interkontinental-Playoffs gegen Chile antreten, weigerte sich aber, im Estadio Nacional anzutreten, da in dem Stadion in den ersten Tagen des Pinochet-Putsches mehrere Tausend Oppositionelle festgehalten, gefoltert und ermordet worden waren. Da die FIFA eine Verlegung des Spiels ablehnte, trat die Mannschaft der UdSSR nicht an. Das Spiel wurde mit 2:0 für Chile gewertet, das sich damit qualifizierte. Mit dem Ende der Qualifikation endete die Amtszeit von Liam Tuohy.

Weltmeisterschaft 1978 In der Qualifikation für die WM in Argentinien war wieder Frankreich der Gegner sowie Bulgarien. Die Iren, bei denen nun Kapitän Johnny Giles als Spielertrainer agierte, konnten nur das Heimspiel gegen Frankreich und mit einem torlosen Remis gegen Bulgarien einen weiteren Punkt gewinnen, die beiden Auswärtsspiele wurden verloren, wodurch Irland als Gruppenletzter ausschied. Giles blieb noch bis zum ersten Spiel der nächsten WM-Qualifikation im Amt, war aber nebenbei noch Spielertrainer bei West Bromwich Albion und den Shamrock Rovers.

Turniere mit 24 Teilnehmern Weltmeisterschaft 1982 In der Qualifikation für die WM in Spanien mussten die Iren erstmals in einer Fünfergruppe antreten, wobei sich die ersten beiden Mannschaften qualifizierten. Gegner waren Belgien, wieder Frankreich, die Niederlande und Zypern. Die Iren verloren keins ihrer Heimspiele, konnten auswärts aber nur in Zypern gewinnen und landeten am Ende punktgleich mit Frankreich auf dem dritten Platz. Da die Franzosen die bessere Tordifferenz hatten, waren sie zusammen mit Gruppensieger Belgien für die WM qualifiziert. Nach dem ersten Spiel in Zypern wurde Eoin Hand irischer Nationaltrainer.

Weltmeisterschaft 1986 In der Qualifikation für die zweite WM in Mexiko waren Dänemark und die UdSSR sowie die Schweiz und Norwegen die Gegner. Die Iren starteten zwar mit einem 1:0 gegen die UdSSR in die Qualifikation, verloren dann aber in Norwegen und Dänemark. Nach einem torlosen Heimspiel gegen Norwegen gelang noch ein 3:0-Heimsieg gegen die Schweiz sowie in 0:0 in der Schweiz, die restlichen Spiele wurden aber verloren. Somit schieden die Iren als Gruppenvierter aus und die Amtszeit von Eoin Hand endete.

Weltmeisterschaft 1990 Die Qualifikation für die zweite WM in Italien wurde dann endlich erfolgreich abgeschlossen. Bereits 1988 hatten die Iren unter Jack Charlton, einem der englischen Weltmeister von 1966, erstmals die EM-Endrunde erreicht und dabei England besiegt. Charlton betreute die Iren auch in der WM-Qualifikation. Er hatte gezielt nach in Großbritannien geborenen Spielern irischer Abstammung gesucht, die nur geringe Chancen hatten, in die britischen Nationalmannschaften aufgenommen zu werden, da sie oft bei Vereinen der zweiten englischen Liga spielten. Zwar wurde in der Qualifikation mit einem Punkt Rückstand nur der zweite Platz hinter Spanien belegt, Ungarn, Nordirland und Malta aber auf die Plätze verwiesen. Die Iren mussten dabei nur zwei Gegentore hinnehmen und stellten damit die beste Abwehr in der Qualifikation.