Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der iranischen Fußballnationalmannschaft bei Weltmeisterschaften. Der Iran nahm 2026 zum siebten Mal an einer Fußballweltmeisterschaft teil, überstand aber wie zuvor nicht die Vor- bzw. erste Finalrunde.
Überblick
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB). Trainer Bemerkungen und Besonderheiten1930Uruguay nicht teilgenommen Kein Mitglied der FIFA 1934 Italien nicht teilgenommen Kein Mitglied der FIFA 1938Frankreich nicht teilgenommen Kein Mitglied der FIFA 1950Brasilien nicht teilgenommen 1954Schweiz nicht zugelassen Anmeldung zu spät eingereicht 1958Schweden nicht teilgenommen 1962 Chile nicht teilgenommen 1966 England nicht teilgenommen 1970 Mexiko nicht teilgenommen 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Australien gescheitert. 1978 Argentinien 1. Finalrunde Niederlande,Schottland,Peru 14. Heshmat Mohajerani Als Gruppenletzter ausgeschieden 1982 Spanien nicht teilgenommen 1986 Mexiko nicht zugelassen Die Islamische Republik Iran weigerte sich auf neutralem Platz zu spielen und wurde daher ausgeschlossen. 1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an China gescheitert. China scheiterte dann in der letzten Qualifikationsrunde. 1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation in der Finalrunde an Saudi-Arabien und Südkorea gescheitert. 1998 Frankreich VorrundeBundesrepublik Jugoslawien,USA,Deutschland 20.Jalal Talebi FIFA-Fairplay-Preis für das Verhalten vor und beim Spiel gegen die USA 2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Qualifikation in den interkontinentalen Playoffs an Irland gescheitert. 2006 Deutschland VorrundeMexiko,Portugal,Angola 25. Branko Ivanković 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 4. Runde an Süd- und Nordkorea gescheitert. 2014 Brasilien VorrundeNigeria,Argentinien,Bosnien und Herzegowina28. 2018 Russland Vorrunde Marokko,Spanien,Portugal18. Carlos Queiroz Mit je einem Sieg, einer Niederlage und einem Remis ausgeschieden 2022 Katar Vorrunde England,Wales,USA 26. Carlos Queiroz Die Iraner konnten sich am viertletzten Spieltag der dritten Runde vorzeitig qualifizieren. Bei der Endrunde trafen die Iraner auf England, die USA und Wales. Die Mannschaft schied in der Vorrunde als Gruppendritter mit einem Sieg und zwei Niederlagen aus. 2026 Kanada, Mexiko, USA Vorrunde Neuseeland, Belgien, Ägypten 33. Amir Ghalenoei Als zweite asiatische Mannschaft qualifiziert. mini|Platzierung der iranischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften)
Keine Teilnahme, da kein FIFA-Mitglied oder keine bzw. zu späte Anmeldung: 10× (43,5 %; 1930, 1934, 1938, 1950, 1954, 1958, 1962, 1966, 1970 und 1982) Nicht zugelassen: 1× (4,3 %; 1986) Nicht qualifiziert: 5× (21,7 %; 1974, 1990, 1994, 2002 und 2010) Sportliche Qualifikation: 7× (30,4 % bzw. bei 58,3 % der Versuche) Vorrunde: 7× (30,4 %; 1978, 1998, 2006, 2014, 2018, 2022 und 2026)
WM-Turniere Turniere mit maximal 16 Teilnehmern Weltmeisterschaften 1930 bis 1970
Die Football Federation Islamic Republic of Iran wurde zwar bereits 1920 gegründet, Iran trug aber erst 1941 das erste Länderspiel aus und trat erst 1945 der FIFA bei. Daher konnte Iran nicht an den ersten drei WM-Turnieren teilnehmen. Aber auch zu den nächsten fünf Qualifikationen erfolgte keine Anmeldung und für 1954 wurde die Anmeldung zu spät eingereicht, so dass er nicht zugelassen wurde.
Weltmeisterschaft 1974 Nachdem Iran 1968 und 1972 Asienmeister geworden war, wollte er sich auch für die erste WM in Deutschland qualifizieren und nach 1954 zum zweiten Mal an der Qualifikation teilnehmen. Die erste Runde mit Syrien, Kuwait und Nordkorea, das für die abgesprungenen Inder teilnahm, fand im Mai 1973 in Teheran statt. Am 4. Mai 1973 bestritt die iranische Nationalmannschaft ihr erstes WM-Qualifikationsspiel und trennte sich torlos von Nordkorea. Zwei Tage später gelang mit dem 2:1 gegen Kuwait der erste Sieg in der WM-Qualifikation. Am Ende stand Iran als Gruppensieger in der zweiten Runde und musste gegen Australien antreten. In Sydney wurde mit 0:3 verloren, so dass das 2:0 im Rückspiel nicht ausreichte, um die Entscheidungsspiele zu erreichen. Australien konnte sich in diesen als Asien-Ozeanien-Vertreter für die WM in der Bundesrepublik Deutschland durch drei Spiele gegen Südkorea qualifizieren.
Weltmeisterschaft 1978 In der ersten Qualifikationsrunde setzte sich Iran, 1976 zum dritten Mal Asienmeister geworden, mit vier Siegen gegen Saudi-Arabien und Syrien durch. Der ursprünglich auch zugeloste Irak hatte zurückgezogen. In der zweiten Runde waren Südkorea, Kuwait, Australien und Hongkong die Gegner und mit sechs Siegen und zwei Remis setzte sich Iran als Gruppensieger durch und war damit erstmals für die WM qualifiziert.
In Argentinien traf Iran im ersten WM-Spiel seiner Geschichte auf Vizeweltmeister Niederlande und verlor mit 0:3. Im zweiten Gruppenspiel gelang dann Iraj Danaeifard beim 1:1 gegen Schottland das erste WM-Tor und den Iranern der erste Punktgewinn bei einer WM. Das letzte Gruppenspiel gegen Peru wurde dann mit 1:4 verloren. Damit verabschiedete sich Iran als Gruppenletzter für 20 Jahre von der WM-Bühne.
Turniere mit 24 Teilnehmern Weltmeisterschaft 1982 Durch die islamische Revolution und den ersten Golfkrieg kam der Fußballbetrieb in Iran in den 1980er Jahren nahezu zum Erliegen. Daher verzichtete Iran auf die Teilnahme an der Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 1982 in Spanien.
Weltmeisterschaft 1986 In der Qualifikation für die zweite WM in Mexiko sollten die Islamische Republik Iran, die gegen Bahrain und Südjemen antreten sollte, und der Irak wegen des ersten Golfkriegs ihre Heimspiele auf neutralem Platz austragen. Während der Irak dies tat und sich dennoch erstmals qualifizierte, weigerte sich Iran und wurde daher ausgeschlossen.
Weltmeisterschaft 1990 In der Qualifikation für die zweite WM in Italien konnte sich Iran in der 1. Gruppenphase nicht gegen China durchsetzen. Beide hatten am Ende 10:2 Punkte, die Chinesen hatten aber gegen die beiden anderen Gruppengegner Bangladesch und Thailand mehr Tore erzielt. Auch der direkte Vergleich (2:0 und 2:3) sprach für die Chinesen. China belegte in der finalen AFC-Sechsergruppe nur den vierten Platz und konnte sich nicht für die WM-Endrunde in Italien qualifizieren.
Weltmeisterschaft 1994 In der Qualifikation für die WM in den USA konnte sich Iran zunächst als Gruppensieger bei Turnieren in Iran und Syrien gegen die punktgleichen Syrer, den Oman und Taiwan durchsetzen, Myanmar – das ebenfalls zugelost war – nahm nicht teil. In der finalen Gruppe mit Saudi-Arabien, Japan, Südkorea, dem Irak und Nordkorea belegte Iran nur den fünften Platz und konnte sich nicht für die WM-Endrunde qualifizieren.
Turniere mit 32 Teilnehmern Weltmeisterschaft 1998 In der Qualifikation für die zweite WM in Frankreich konnte sich Iran zunächst als Gruppensieger bei Turnieren in Iran und Syrien gegen Kirgisistan, Syrien und die Malediven durchsetzen. In der zweiten Runde belegte Iran hinter Saudi-Arabien, das sich damit direkt für die WM qualifizierte, vor China, Katar und Kuwait den zweiten Platz. Damit mussten die Iraner gegen Japan, den Gruppenzweiten der anderen Gruppe antreten. Das in Malaysia ausgetragene Spiel verloren die Iraner mit 2:3 nach Verlängerung, hatten dann aber noch die Chance, sich durch Spiele gegen den Ozeaniensieger Australien für die WM zu qualifizieren. Nach einem 1:1 im Heimspiel wurde im Rückspiel ein 2:2 erkämpft, womit Iran aufgrund der Auswärtstorregel zum zweiten Mal für die WM qualifiziert war.
In Frankreich wurde Iran in eine politisch brisante Gruppe gelost, denn dort traf Iran auf die USA, mit denen seit dem Sturz des Schahs ein bis heute offener Konflikt besteht. Weitere Gegner waren Europameister Deutschland und die Bundesrepublik Jugoslawien, gegen die im ersten Spiel mit 0:1 verloren wurde. Vor dem Spiel gegen die USA überreichten sich die Spieler weiße Rosen und nach einer fairen Partie, die mit 2:1 gewonnen wurde, stellten sich beide Mannschaften zu einem gemeinsamen Abschiedsfoto auf. Für dieses Verhalten erhielten dann beide Mannschaften Ende 1998 von der FIFA den Fairplay-Preis. Zum Abschluss wurde dann noch mit 0:2 gegen Deutschland verloren. Mit Platz 3 in der Gruppe und dem ersten WM-Sieg verabschiedete sich Iran für acht Jahre von der WM-Bühne.
Weltmeisterschaft 2002 Für die erste WM in Asien konnten sich neben den beiden Co-Gastgebern Südkorea und Japan noch zwei weitere asiatische Mannschaften direkt qualifizieren. Eine weitere hatte die Chance sich über die interkontinentalen Playoffs zu qualifizieren. In der ersten Runden setzte sich Iran bei einem Turnier in Iran als Gruppensieger gegen Guam und Tadschikistan durch. Myanmar hatte verzichtet und im Gegensatz zu den anderen Gruppen gab es keine Rückrunde. Mit dem 21:0 gegen Guam gelang den Iranern dabei der höchste Länderspielsieg. In der zweiten Runde war aber Saudi-Arabien stärker. Iran belegte vor Bahrain, dem Irak und Thailand nur Platz 2. Saudi-Arabien konnte sich damit direkt qualifizieren. Iran musste dann in den Play-off-Spielen der Gruppenzweiten gegen die Vereinigten Arabischen Emirate antreten und gewann beide Spiele (1:0 und 3:0), scheiterte dann aber in den interkontinentalen Playoffs an Irland (0:2 und 1:0).
Weltmeisterschaft 2006 mini|Sohrab Bakhtiarizadeh erzielt den 1:1-Ausgleich gegen Angola
In der Qualifikation für die zweite WM in Deutschland musste Iran erst in der zweiten Runde antreten und wurde in eine Gruppe mit Jordanien, Katar und Laos gelost. Mit fünf Siegen und nur einer Niederlage im Heimspiel gegen Jordanien gewann Iran die Gruppe und erreichte die dritte Runde. In dieser belegten die Iraner hinter Japan den zweiten Platz vor Bahrain und Nordkorea und qualifizierte sich damit für die WM-Endrunde. Bahrain scheiterte anschließend in den interkontinentalen Playoffs an Trinidad & Tobago, das sich dadurch erstmals qualifizieren konnte.
In Deutschland trafen die Iraner im ersten Gruppenspiel auf Mexiko und verloren mit 1:3. Im zweiten Spiel wurde mit 0:2 gegen Portugal verloren und im letzten Spiel gegen WM-Neuling Angola gelang nur ein 1:1. Damit schied Iran als Gruppenletzter aus.
Weltmeisterschaft 2010 In der Qualifikation für die erste WM in Afrika musste Iran erst in der dritten Runde antreten. In dieser trafen die Iraner auf die Vereinigten Arabischen Emirate, Syrien und Kuwait. Mit drei Siegen und drei Remis wurde die Gruppe gewonnen. In der vierten Runde waren dann Süd- und Nordkorea sowie Saudi-Arabien und wieder die Vereinigten Arabischen Emirate die Gegner. Am letzten Spieltag hatten die Iraner noch die Chance, sich mit einem Sieg bei den bereits für die WM qualifizierten Südkoreanern für die WM zu qualifizieren. Das 1:1 reichte aber nicht, da sich im Parallelspiel Nordkorea und Saudi-Arabien 0:0 trennten, wodurch Iran nur Gruppenvierter wurde und erstmals beide Koreas für die WM qualifiziert waren.
Weltmeisterschaft 2014 In der Qualifikation für die zweite WM in Brasilien musste Iran erst in der zweiten Runde antreten und setzte sich mit 4:0 und 1:0 gegen die Malediven durch. Die dritte Runde, in der Katar, Bahrain und Indonesien die Gegner waren, wurde als Gruppensieger abgeschlossen, wobei kein Spiel verloren wurde. In der vierten Runde waren Südkorea, Usbekistan, wieder Katar sowie der Libanon die Gegner. Iran konnte die Gruppe mit zwei Punkten mehr als Südkorea, das sich aber ebenfalls qualifizierte, als Sieger beenden und war zum vierten Mal für die WM qualifiziert.