Le Fay [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Louhans und zum Gemeindeverband Bresse Louhannaise Intercom’. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden scherzhaft als Les Saqués bezeichnet, offiziell sind es aber fayards und fayardes, was zurückgeht auf das altfranzösische Wort für Buche (Fagus silvatica).

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Lage und Struktur Le Fay liegt leicht südlich der Mitte auf der Ostseite des Arrondissements Louhans. Es liegt 9,07 Kilometer ostsüdöstlich des Kantonshauptortes Louhans-Châteaurenaud.

Im Norden grenzt Le Fay an Frangy-en-Bresse, im Osten an die drei Gemeinden Saillenard, Beaurepaire-en-Bresse und Savigny-en-Revermont, die alle vier zum Kanton Pierre-de-Bresse gehören. Im Süden stößt Sagy für 500 Meter an Le Fay, im Südwesten liegt Ratte, im Westen Montagny-près-Louhans. Nördlich davon besteht für 500 Meter eine gemeinsame Grenze mit Saint-Usuge und schließlich liegt im Nordwesten die Gemeinde Montcony.

Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse.

Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «Ländliche Ortschaft mit sehr verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt etwa zu einem Drittel im Bourg, die übrigen zwei Drittel in Weilern und Einzelsiedlungen.

Die Gemeinde weist 326 Hektar bewaldete Flächen auf, was 15,7 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 78 % Laubwald und 19 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Norden der Gemeinde – Bois de la Chanaie, Bois des Mares – und im östlichen Gemeindeteil – Bois des Folliets, Les Bouleaux. Dazu bestehen im ganzen Gemeindegebiet kleinere Waldflächen und besonders viele Pappelplantagen.

In der Gemeinde werden 1202,1 Hektar (entsprechend 57,8 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wovon 58,5 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind. Rund 35 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 8 % wird Raps, auf 10 % wird Weichweizen und auf rund 23 % Körner- und Silomais angebaut.

Gewässer An stehende Gewässer befinden sich in der Gemeinde fünf benannte Étangs, nebst einer Anzahl Weiher und Teiche. Aufgrund der bestehenden Biefs und Flurnamen ist anzunehmen, dass einst weitere Étangs bestanden, die in neuerer Zeit aufgelassen wurden (beispielsweise Étang des Marsottes).

Südwestlich des Bourg liegt der Étang de Crépot, er entwässert nach Süden, in den Bief de l’Étang des Claies.

Südöstlich des Bourg, beim Weiler Les Pâquiers liegt der Étang Jean, etwas weiter südwestlich der Étang Rubief, sie entwässern ebenfalls in den Bief de l’Étang des Claies.

Schließlich liegt ganz an der Nordostgrenze der Étang Cavalou, zum großen Teil liegt seine Wasserfläche auf dem Gebiet der Gemeinde Beaurepaire-en-Bresse. Sein Wasser fließt in den Étang des Claies.

Der Étang des Claies liegt an der südöstlichen Gemeindegrenze, seine Wasserfläche teilweise auch in den Gemeinden Beaurepaire-en-Bresse und Savigny-en-Revermont. Der Étang des Claies wird entwässert durch den Bief de l’Étang des Claies, der wiederum in den Ruisseau de l’Étang du Villard mündet.

Bei den fließenden Gewässern ist La BoissineLa Boissine (du Fay), Länge 7,64 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei in Le Fay auf ca. 205 m, Mündung bei in Frangy-en-Bresse auf ca. 180 m, La Boissine auf sandre.eaufrance.fr zu erwähnen, die im Norden der Gemeinde, nordwestlich des Weilers Champ Bazin, entspringt. Sie fließt nach Norden und verlässt die Gemeinde beim Champ de la Vieille nach Frangy-en-Bresse. Sie mündet letztlich in die Seille.

Ebenfalls in der Gemeinde, beim Champ Focquet im Nordosten, entspringt der Bief de l’Étang des ClaiesBief de l’Étang des Claies, Länge 3,2 km, Zufluss zum Ruisseau de l’Étang des Claies, Quelle bei in Le Fay auf ca. 204 m, Mündung bei in Le Fay auf ca. 193 m, Bief de l’Étang des Claies auf sandre.eaufrance.fr. Er fließt nach Süden und alimentiert zwei kleinere Étangs, bis er in den Étang des Claies mündet. Dieser Bief bringt also das Wasser in den Étang.

Aus dem Étang des Claies fließt der Ruisseau de l’Étang des ClaiesRuisseau de l’Étang des Claies, Länge 13,0 km, Zufluss zum Ruisseau de l’Étang du Villard, Quelle bei in Beaurepaire-en-Bresse auf ca. 203 m, Mündung bei in Ratte auf ca. 183 m, Ruisseau de l’Étang des Claies auf sandre.eaufrance.fr. Seinen Anfang nimmt der Ruisseau aber beim Étang de Fontaine Gremey , nordwestlich des Bourg von Beaurepaire-en-Bresse. Von dort fließt er südlich, das letzte Stück als Grenzfluss zwischen Le Fay und Beaurepaire-en-Bresse, bevor er in den Étang des Claies mündet. Er verlässt den Étang auf der Gemeindegrenze zwischen Le Fay und Savigny-en-Revermont und bediente einst L’Ancien Moulin des Claies. Der Ruisseau fließt westwärts durch das südlichste Gebiet der Gemeinde und verlässt diese nach Ratte.

Ebenfalls im Nordosten der Gemeinde entspringt der Bief de CrépotBief de Crépot, Länge 4,9 km, Zufluss zum Ruisseau de l’Étang des Claies, Quelle bei in Le Fay auf ca. 206 m, Mündung bei in Ratte auf ca. 188 m, Bief de Crépot auf sandre.eaufrance.fr, er fließt nach Südwesten, alimentiert drei kleinere Étangs und mündet schließlich in den Étang de Crépot. Wieder fließt er südwärts bildet im Süden die Gemeindegrenze zu Ratte, um kurze Zeit später in den Ruisseau de l’Étang des Claies zu münden.

Im Nordwesten der Gemeinde, nahe des Weilers La Ripe entspringt letztlich noch der Ruisseau de l’Étang du VillardRuisseau de l’Étang du Villard, Länge 6,8 km, Zufluss zum Ruisseau de Blaine, Quelle bei in Le Fay auf ca. 198 m, Mündung bei in Louhans-Châteaurenaud auf ca. 184 m, Ruisseau de l’Étang du Villard auf sandre.eaufrance.fr, der hier auch Ruisseau de Putacrot genannt wird. Er fließt nach Südwesten und verlässt die Gemeinde nach etwa 550 Metern nach Montagny-près-Louhans.

In der Gemeinde entspringen vier Biefs und Ruisseaux. Nur die Boissine fließt nach Norden, wo sie in Montcony in die Seille mündet. Die übrigen drei Gewässer fließen nach Süden, münden zwar letztlich auch in die Seille, aber in der Gegend von Louhans-Châteaurenaud.

Verkehrswege Von Osten, aus der Gemeinde Beaurepaire-en-Bresse, erreicht beim Champ du Vernay die Départementsstraße D678 die Gemeinde. Sie verläuft zunächst nach Südwesten, später nach Westen und verlässt die Gemeinde nach Ratte. Diese Straße folgt weitgehend dem Trassee der Römerstraße, die Louhans mit Lons-le-Saunier verband.

Etwas südöstlich des Étang Rubief zweigt die Départementsstraße D30 nach Südosten ab, quert den Ruisseau de l’Étang des Claies und die alte Eisenbahntrasse direkt an der Gemeindegrenze zu Savigny-en-Revermont.

Nur 140 Meter westlich zweigt aus der D678 die Départementsstraße D135 nach Südsüdwest ab, quert ebenfalls den Ruisseau de l’Étang des Claies und die alte Eisenbahntrasse, bevor sie die Gemeinde bei Le Pâquier nach Sagy verlässt.

Im Nordosten der Gemeinde, aus Saillenard, erreicht die Départementsstraße D140 die Gemeinde, verläuft südwestlich und bedient den Bourg. Nach einem Bogen nach Norden kurvt sie in südlicher Richtung und verlässt die Gemeinde nahe Petit Molambief, um kurz darauf in die D678 zu münden. Die D140 ist die einzige Départementsstraße, die den Bourg von Le Fay erschliesst.

In der Gemeinde verläuft ein Teil des Radwanderweges La Voie Bressane / Louhans – Lons-le-Saunier. Der Radwanderweg verläuft auf dem ehemaligen Trassee der Eisenbahnstrecke Ratte – Savigny-en-Revermont. In der Gemeinde verläuft die Strecke im südlichsten Teil mit glattem Straßenbelag. Die Strecke in der Gemeinde ist 2,02 Kilometer lang.

Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Les Blancs, Bois-Millot, Le Bois-Oudot, Bois-Saint-Maurice, Bois-Sire, Les Bonots, Les Boucherets, Les Buissons, Chaligny, Champ-du-Vernay, Les Charrières, Chichevière, Les Clayes, Les Courlart, Crépot, La Dombe, Les Enrageois, Les Folliets, Gênes, Les Genots, Le Grand-Molambief, Les Grués, La Guillotière, Le Haut-du-Fay, Maître-Camp, La Montbertière, Le Montceau, Le Petit-Molambief, Le Pontot, Le Pont-Rouge, Les Prudents, La Rippe, Les Ruesses, Seillère, Les Villerots.

Höhenprofil mini|400pxDas Höhenprofil zeigt den Verlauf der Bresse-Ebene auf 200 bis 210 Metern Höhe, durchsetzt mit den Senken, die von Biefs und Étangs verursacht wurden. Das Profil beginnt im Nordwesten, an der Grenze zu Montcony und dem Forêt de la Chaux, wo ein Bief nach Norden fließt, um in die Boissine zu münden. Das Gelände bleibt auf Normalhöhe, einzig durchzogen vom Bief Crépot, der nach Süden fließt. Nur 330 Meter nordöstlich befindet sich die Quelle der Boissine, wir sind praktisch auf der Wasserscheide. Deutlich sichtbar wird die Senke zum Bief Crépot, der 10 Meter tiefer liegt, dicht an der Kante liegt der Weiler La Tuilerie. Umgehend steigt das Gelände an, auf der Krete liegt der Bourg als langgezogenes Straßendorf und umgehend sinkt das Gelände ins Tal des zweiten Biefs, der den Étang Crépot alimentiert. Das Gelände steigt auf Normalhöhe, ist jedoch weitgehend unbesiedelt. In einer nächsten Senke liegt der Étang Jean. Wieder steigt das Gelände, kurz abgetieft durch ein Kerbtal zum Étang Jean und auf der Höhe verläuft die Départementsstraße D678. Erneut folgt ein Tal ins Becken des Étang des Claies, bei dessen Auslauf, dem Ancien Moulin des Claies das Profil endet.

Klima Das Klima in Le Fay ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,1 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,2 °C, der kälteste der Januar mit 3,4 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1061 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Courtépée erwähnt den Ort als A Fago (lat: bei der Buche), deren Vorkommen wohl namensgebend sein dürfte. Le Fay wird bereits 1190 in den Urkundenbüchern von Baume-les-Messieurs erwähnt.

Geschichte Le Fay wird 1075 erstmals urkundlich erwähnt, im Zusammenhang mit einem Hugo de Fay, Mitte des 14. Jahrhunderts wird Jean du Fay in der Abtei von Le Miroir beerdigt. Durch die Heirat von Marguerite du Fay, seiner einzigen Tochter, mit Philippe Bouton gelangt die Herrschaft 1358 in deren Besitz. Jean Bouton stiftete die Kapelle von Le Fay und wurde 1436 dort begraben. Er war, wie viele seiner Vorfahren, Kastellan von Sagy. Das wurde auch sein Sohn Jacques, Vater von Émart Bouton, der seinerseits Berater und Kammerherr von Herzog Philipp dem Guten und Karl dem Kühnen, später von König Louis XI. le prudent wurde. Das Schloss von Fay, das Sitz der Boutons und anderer Adliger war, hatte elf Türme und war stark befestigt. Man erzählt sich, es habe ein Gang vom Schloss zur Kapelle bestanden. Dazu hätte es Oublietten (von französisch: oublier = vergessen) gehabt, also Kerkerräume, in denen die lebenslang Verurteilten vergessen wurden. Es seien auch Brunnen und Löcher im Keller vorhanden gewesen, in denen man sich Ungeliebter unbemerkt entledigen konnte. Das Schloss war bereits zu Zeiten von Courtépée zerstört. Hingegen erwähnt er, das Gemeindegebiet sei außerordentlich waldreich gewesen, es hätten vier Mühlen bestanden und bei der Trockenlegung des Étang des Claies seien 1760 die Reste einer Römerstraße entdeckt worden, die offensichtlich von Châteaurenaud über Savigny-en-Revermont nach Montmorot führte.Lucien Guillemaut, Histoire de la Bresse louhannaise, Band I, Seite 386f., 1897Claude Courtépée, Description générale et particulière du Duché de Bourgogne, Seite 223f., 1774