Lukas Kleckers (* 18. Mai 1996 in Essen) ist ein deutscher Snookerspieler. Der zweimalige deutsche Meister spielte mit einem Jahr Unterbrechung von 2017 bis 2024 als Profi auf der World Snooker Tour.

Seinen ersten größeren Erfolg erzielte der sechsmalige deutsche Jugendmeister 2013, als er die nationale Meisterschaft der Herren gewann. In den folgenden Jahren sicherte er sich bei vier internationalen Amateurmeisterschaften die Bronzemedaille, darunter die EM 2015 und die WM 2015, bevor er sich 2017 als dritter Deutscher für die Profiserie qualifizierte.

Während seiner ersten beiden Profijahre erreichte Kleckers viermal die Runde der letzten 32 bei Weltranglistenturnieren und verlor schließlich seinen Profistatus. Nach einem Jahr als Amateur, in dem er unter anderem 2019 zum zweiten Mal deutscher Meister geworden war, gelang ihm über die Challenge Tour zur Saison 2020/21 die Rückkehr auf die Profiebene.

Nach seiner Rückkehr auf die Profitour zog er bei den British Open 2021 erstmals ins Achtelfinale und beim WST Classic 2023 zum ersten Mal ins Viertelfinale eines Weltranglistenturniers ein, verlor am Ende der Spielzeit 2023/24 jedoch erneut seinen Profistatus.

In der Bundesliga wurde Kleckers 2016 mit dem SC 147 Essen deutscher Mannschaftsmeister und wechselte anschließend zum 1. SC Mayen-Koblenz, mit dem er 2018, 2019 und 2023 erneut den Titel gewann. Seit der Saison 2023/24 spielt er beim BC Oberhausen.

Karriere 2006–2014: Jugend und erste Erfolge Kleckers begann im Alter von zehn Jahren mit dem Snookerspielen, nachdem er durch Fernsehübertragungen auf den Sport aufmerksam geworden war. Bereits 2008 erreichte er bei einem Turnier des German Grand Prix das Achtelfinale. Im Frühjahr 2010 wurde er Deutscher Meister der U16-Junioren. Im selben Jahr qualifizierte er sich erstmals für die deutsche Meisterschaft der Herren, bei der er jedoch in der Vorrunde ausschied. Im April 2011 schied er bei seiner ersten Teilnahme an der Junioren-Europameisterschaft in der Vorrunde aus. Bei der deutschen Jugendmeisterschaft gewann er 2011 die Bronzemedaille bei den U16-Junioren. Nachdem er Anfang 2011 beim German Grand Prix erstmals über die Runde der letzten 16 hinaus gekommen war, zog er beim Finalturnier der Turnierserie ins Finale ein, in dem er sich dem Neuseeländer Chris Mcbreen mit 2:3 geschlagen geben musste. Bei der deutschen Meisterschaft 2011 erreichte er das Viertelfinale und verlor mit 0:3 gegen Roman Dietzel. Bei der U21-EM 2012 erreichte er die Runde der letzten 32. Wenig später wurde er Deutscher Meister in den Altersklassen U16 und U21.

In der Saison 2012/13 nahm Kleckers erstmals an einem Turnier der Players Tour Championship teil; Er unterlag bei den Antwerp Open 2012 jedoch in der ersten Qualifikationsrunde dem Engländer Oliver Lines mit 0:4. Bei der U21-Europameisterschaft 2013 erreichte er das Viertelfinale und schied mit 3:4 gegen Duane Jones aus. Wenige Tage später gelang ihm im April 2013 bei der deutschen Jugendmeisterschaft die Titelverteidigung bei den U21-Junioren und der erstmalige Titelgewinn bei den U19-Junioren. Ende des Monats gewann er in München durch einen 4:2-Finalsieg gegen seinen Vereinskameraden Roman Dietzel zum ersten Mal ein Grand-Prix-Turnier.

In der Saison 2013/14 nahm Kleckers an den beiden in Deutschland ausgetragenen PTC-Turnieren teil. Nachdem er beim Paul Hunter Classic 2013 erst in der vierten Qualifikationsrunde gegen David Singh ausgeschieden war, verlor er bei den Ruhr Open in der zweiten Qualifikationsrunde gegen Ian Glover. Im Oktober 2013 wurde er durch einen 4:2-Sieg im Finale gegen Roman Dietzel Deutscher Meister der Herren. Einen Monat später nahm er zum ersten Mal an der Amateur-Weltmeisterschaft teil und erreichte die Runde der letzten 64. Nachdem er Anfang des Jahres zwei Grand-Prix-Turniere gewonnen hatte, erreichte er bei der U21-EM 2014 erneut das Viertelfinale. Kurz darauf wurde er zum dritten Mal in Folge Deutscher U21-Meister und Vizemeister der U19-Junioren. Im Sommer 2014 erreichte er das Viertelfinale der U21-Weltmeisterschaft und die Runde der letzten 64 bei der Herren-Europameisterschaft.

2014–2017: Internationale Erfolge als Amateur In der folgenden Spielzeit trat Kleckers bei vier der sechs europäischen PTC-Turnieren an. Nach einer Auftaktniederlage beim Paul Hunter Classic 2014 verpasste er bei den Bulgarian Open 2014 nur knapp den Einzug in die Finalrunde, als er in der dritten und letzten Qualifikationsrunde mit 3:4 gegen Michael Williams verlor. Im November erreichte er bei der in Indien ausgetragenen Amateur-Weltmeisterschaft als einziger nicht aus England stammender Europäer das Achtelfinale. Da die WM zeitgleich mit der deutschen Meisterschaft stattfand, konnte er dort seinen Titel nicht verteidigen. Im Dezember qualifizierte sich Kleckers bei den Lisbon Open 2014 erstmals für die Hauptrunde eines PTC-Turniers. Nachdem er in der Qualifikation Adam Duffy besiegt hatte, schied er in der ersten Hauptrunde mit 1:4 gegen John Higgins aus. Auch bei den Gdynia Open 2015 zog er in die Runde der letzten 128 ein und verlor mit 0:4 gegen Mark Davis. Einen Monat später gelang ihm bei der U21-EM der Einzug ins Halbfinale. Nachdem er unter anderem Rhys Clark besiegt hatte, schied er dort jedoch mit 4:5 gegen den späteren Europameister Darryl Hill von der Isle of Man aus.

Im Frühjahr 2015 stellte der Snooker-Weltverband Plätze für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft zur Verfügung, die die Veranstalter der europäischen PTC-Turniere an Nachwuchsspieler aus ihren Ländern vergeben konnten. Dadurch bekam auch Kleckers die Chance, am im April ausgetragenen Qualifikationsturnier teilzunehmen. Dort unterlag er in der ersten Runde dem Thailänder Noppon Saengkham mit 6:10, nachdem er nach der ersten Session noch mit 5:4 geführt hatte. Im Mai 2015 nahm er erstmals an der Q School teil, einem Qualifikationsturnier für die Main Tour. Er kam dort jedoch nicht über die dritte Runde hinaus und verpasste somit die Qualifikation für die Profiturnierserie. Einen Monat später erreichte Kleckers das Halbfinale der Europameisterschaft und schied gegen den Engländer Michael Wild aus. Beim World Cup 2015 bildete er gemeinsam mit Felix Frede das deutsche Team, das in der Vorrunde ausschied. Im Juli 2015 schied er bei der U21-WM in der Runde der letzten 64 aus. Wenige Tage später gelang es ihm erstmals, ein Hauptrundenspiel eines PTC-Turniers zu gewinnen: Er besiegte Anthony Hamilton in der ersten Runde der Riga Open mit 4:0, unterlag aber anschließend dem Schotten Stephen Maguire. Bei den fünf weiteren europäischen PTC-Turnieren der Saison 2015/16 schied er hingegen in der Vorrunde aus. Im November 2015 erreichte Kleckers als erster Deutscher das Halbfinale der Amateur-Weltmeisterschaft und verlor dieses mit 5:7 gegen den späteren Weltmeister Pankaj Advani.

Im Februar 2016 erreichte Kleckers das Viertelfinale der U21-Europameisterschaft. Bei der im Anschluss stattfindenden Herren-Europameisterschaft schied er hingegen in der Runde der letzten 64 gegen den späteren Europameister Jak Jones aus. Im März 2016 gewann er im Finale gegen Andreas Ploner zum fünften Mal einen German-Grand-Prix. Als bester deutscher Spieler der EBSA-Order-of-Merit wurde er 2016 erneut zur Qualifikation der Weltmeisterschaft eingeladen. Dort traf er in der ersten Runde auf den Engländer Rory McLeod, dem er nach einer zwischenzeitlichen 3:1-Führung jedoch mit 7:10 unterlag. Bei der Q School kam er 2016 erneut nicht über die dritte Runde hinaus. Kurz darauf zog er ins Finale der 6-Red-Europameisterschaft ein und unterlag dem Polen Mateusz Baranowski nur knapp mit 3:4. Im August 2016 schaffte er es als erster Deutscher ins Halbfinale der U21-Weltmeisterschaft, in dem er sich dem späteren Turniersieger Xu Si nach einer 2:0-Führung mit 2:5 geschlagen geben musste.

Nachdem er seine Teilnahme am Paul Hunter Classic 2016 aufgrund des zeitgleich stattfindenden U21-WM-Halbfinals absagen musste, nahm Kleckers in der Saison 2016/17 lediglich an einem Main-Tour-Turnier teil: Neben einigen anderen Amateuren wurde er als einziger Deutscher zur 6-Red World Championship 2016 in Bangkok eingeladen. Durch Vorrundensiege gegen Rod Lawler und Mohammed Shehab zog er in die Runde der letzten 32 ein, in der er mit 0:6 gegen Pankaj Advani verlor. Bei der Amateur-WM 2016 verlor Kleckers im Achtelfinale mit 4:5 gegen den späteren Weltmeister Soheil Vahedi. Bei der U21-Europameisterschaft 2017 schied er bereits in der Runde der letzten 32 aus.

2017/18: Erste Saison als Profi mini|Lukas Kleckers 2017 Im Mai 2017 nahm Kleckers zum dritten Mal an der Q School teil, um sich für die Main Tour zu qualifizieren. Gleich im ersten Turnier gelang ihm der Durchmarsch bis ins Finale. Dort besiegte er den Ex-Profi Martin O’Donnell mit 4:1 und sicherte sich damit den Profistatus für die beiden folgenden Spielzeiten. Nach Lasse Münstermann und Patrick Einsle ist er der dritte Deutsche, dem die Qualifikation für die Main Tour gelang.

In seine erste Profisaison startete Kleckers mit einer Auftaktniederlage gegen Ben Woollaston in der Qualifikation zur China Championship. Zuvor hatte er die Endrunde des Riga Masters erreicht, weil sein Qualifikationsgegner nicht antrat. Beim Hauptturnier in der lettischen Hauptstadt besiegte er den Titelverteidiger Neil Robertson nach einem 2:3-Rückstand mit 4:3, bevor er in der Runde der letzten 32 mit 2:4 gegen Jack Lisowski ausschied. Die Partie gegen Robertson blieb in dieser Saison sein einziger Sieg bei einem Ranglistenturnier.

Bei den Indian Open verlor er sein Qualifikationsspiel mit 2:4 gegen Gary Wilson, bei den World Open mit 3:5 gegen Xiao Guodong. Auch beim European Masters 2017 verlor in der Qualifikationsrunde, diesmal mit 3:4 gegen Ryan Day. In der Ersten Runde der English Open 2017 verlor Kleckers mit 1:4 gegen den späteren Viertelfinalisten Michael White. Auch bei der International Championship blieb Kleckers erfolglos; er verlor in der Qualifikation mit 2:6 gegen Jack Lisowski. Mit einer 1:5-Niederlage gegen Stuart Bingham verlor er auch sein Qualifikationsspiel für das Shanghai Masters 2017. Bei den Northern Ireland Open 2017 verlor er in der ersten Runde gegen Ronnie O’Sullivan mit 2:4, wobei ihm im dritten Frame ein 137er Break gelang – das bisher höchste Break seiner Karriere. Es folgten Erstrundenniederlagen gegen Mark Allen (2:6) bei der UK Championship, gegen Joe Swail (0:4) bei den Scottish Open 2017 und gegen Tom Ford (2:5) beim German Masters 2018.

Anfang Januar 2018 gewann Kleckers in Rankweil mit einem 5:1-Finalsieg gegen den Österreicher Andreas Ploner das Amateurturnier 3 Kings Open. Auf der Main Tour musste er anschließend Erstrundenniederlagen gegen Gary Wilson (Snooker Shoot-Out), Nigel Bond (Welsh Open), Fang Xiongman (Gibraltar Open) und Chris Wakelin (China Open) hinnehmen. In der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2018 traf er auf Akani Songsermsawad. Gegen den Thailänder geriet Kleckers schnell mit 0:5 in Rückstand. Zwischenzeitlich verkürzte er noch zum 2:5 und 3:7, doch schließlich setzte sich Akani klar mit 4:10 durch. In der Weltrangliste beendete Kleckers die Spielzeit auf dem 129. Platz.

2018/19: Zweite Profisaison