mini|Giorgio Pressburger (2001) Giorgio Pressburger (geboren 21. April 1937 in Budapest, Ungarn als György Pressburger; gestorben 5. Oktober 2017 in Triest, ItalienPaolo di Stefano: Morto Giorgio Pressburger sguardo dolce e inquieto. Corriere della Sera, 5. Oktober 2017, abgerufen am 9. Oktober 2017 (italienisch).) war ein italienischer Theaterregisseur und Autor ungarischer Herkunft.
Leben und Karriere Pressburger überlebte als Kind den Holocaust im von den Deutschen besetzten Ungarn. Er floh 1956 nach dem ungarischen Volksaufstand und der sowjetischen Invasion mit seinem Bruder aus seinem Heimatland nach Italien, wo er Kurse an der Accademia d’Arte Drammatica in Rom belegte und schließlich im Regiefach diplomierte. Von 1962 an machte er sich einen Namen als Bühnenregisseur von Stücken historischer und zeitgenössischer Dramatiker, von Goldoni bis Pasolini, von Äschylos bis Bohumil Hrabal. Auch eigene Stücke präsentierte er dem Publikum. Neben dem Musiktheater war Pressburger auch als Hörspiel- und Fernsehregisseur aktiv. Er schrieb Romane und war als Lehrbeauftragter für Regie an der „Accademia“ tätig sowie als Direktor des „Istituto Italiano di Cultura“ in Budapest.Roberto Poppi: Dizionario del cinema italiano. I Registi. Gremese Editore, Rom 2002, S. 346 1981 brachte er das Pasolini-Stück Calderón in einer Kinoversion auf die Leinwand und 2011 drehte er Dietro il buio.
Pressburger kandidierte bei der Europawahl 2009 als Kandidat für Italia dei Valori. Er sprach neben ungarisch und italienisch auch deutsch, französisch, englisch, russisch und slowenisch.
Für sein literarisches Schaffen wurde er mit mehreren Preisen ausgezeichnet.
Filmografie (Auswahl) 1981: Calderón 2011: Dietro il buio
Bücher (Auswahl) mit Nicola Pressburger: Storie dell' ottavo distretto Die Gesetzestafeln der Selma Grün. Geschichten aus dem achten Bezirk. Übersetzung Michaela Wunderle. Frankfurt am Main: Verl. Neue Kritik, 1989 mit Nicola Pressburger: L'elefante verde Der grüne Elefant. Übersetzung Michaela Wunderle. Frankfurt am Main: Verl. Neue Kritik, 1990 La legge degli spazi bianchi Das Gesetz der weißen Räume. Übersetzung Michaela Wunderle. Frankfurt am Main: Verl. Neue Kritik, 1994 Denti e spie. Zähne und Spione. Übersetzung Ulrich Hartmann. Freiburg: Beck und Glückler, 1995 I due gemelli Die beiden Zwillinge. Roman. Übersetzung Christiane von Bechtolsheim. Bergisch Gladbach: Ed. Lübbe, 1998
Literatur Artikel Giorgio Pressburger in: Gaetana Marrone (Hrsg.): Encyclopedia of Italian Literary Studies. Band 2, S. 1499f., Routledge, New York 2007, ISBN 1-57958-390-3.
Weblinks
Nadia Pastorcich: Giorgio Pressburger: l’importanza della cultura. Interview in: Cento Parole, 14. Juli 2014 (italienisch)
Einzelnachweise
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