Grafenegg ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Krems in Niederösterreich. Die Gemeinde Etsdorf-Haitzendorf wurde im Oktober 2003 auf Grafenegg umbenannt.

Geografie Grafenegg liegt nördlich der Donau im Westen des Tullnerfeldes an der Grenze zwischen Wald- und Weinviertel in Niederösterreich und wird vom Kamp durchflossen. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 28,54 Quadratkilometer:

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst neun Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):

Die Gemeinde besteht aus acht Katastralgemeinden: Diendorf am Kamp, Engabrunn, Etsdorf, Grunddorf, Haitzendorf, Kamp, Sittendorf und Walkersdorf.

Die Marktgemeinde Grafenegg ist Mitglied der Kleinregion Kamptal Süd.

Nachbargemeinden

Geschichte Die Gemeinde Grafenegg entstand durch Fusionierung der Gemeinden Etsdorf am Kamp und Haitzendorf zur Gemeinde Etsdorf-Haitzendorf am 1. Jänner 1970 und durch Eingemeindung der Gemeinde Engabrunn am 1. Jänner 1971. Am 4. Oktober 2003 erfolgte die Umbenennung in Grafenegg.

Einwohnerentwicklung Aktuelle Zahlen der Statistik Austria nennen Einwohner (Stand ). Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 2.830 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 2.687 Einwohner, 1981 2.621 und im Jahr 1971 2.713 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Kapelle Walkersdorf mini|Kellergasse Etsdorf mini|Malerisches Haus in einer Kellergasse mini|Haus Wittmann Südost-Ansicht

Dorfmuseum Etsdorf Schloss Grafenegg: Es gehört zu den bedeutendsten Schlossbauten des romantischen Historismus (19. Jahrhundert), der Ursprung des Schlosses reicht bis in das Mittelalter zurück. Es ist das bedeutendste Bauwerk der Romantik Österreichs. Neben dem Äußeren des Schlosses gibt es auch sehenswerte Innenräume wie die Bibliothek, den Rittersaal, Wappenstube und Schlosskapelle, sowie weitere diverse Säle und Salone. Das Areal von Schloss Grafenegg ist Schauplatz des international renommierten Grafenegg Festivals. Schlosspark Grafenegg mit der Freiluftbühne Wolkenturm (2007 eröffnet) und einem Konzertsaal (1300 Plätze) der Architekten Schröder Schulte-Ladbeck (2008 eröffnet) Schloss Walkersdorf (mit Weingut Graf Stubenberg) Pfarrkirche Engabrunn Pfarrkirche Haitzendorf Pfarrkirche Etsdorf am Kamp Haus Wittmann von Johannes Spalt (1970–1975) in Etsdorf am Kamp Aussichtswarte Engabrunn, 2004 errichteter etwa 10 Meter hoher hölzerner AussichtsturmAussichtswarte Engabrunn auf der Website der Marktgemeinde Grafenegg Skulpturenweg Engabrunn Kellergasse Etsdorf

Regelmäßige Veranstaltungen Grafenegg Festival: Das Schloss von Grafenegg wurde zu einem internationalen Kulturstandort ausgebaut. Auf dem Gelände wurden eine Open-Air-Bühne „der Wolkenturm“ (1750 Plätze) und ein Konzertsaal „Auditorium“ (1300 Plätze) in den Jahren 2007 und 2008 gebaut. Seit Sommer 2007 findet jährlich das Grafenegg Festival unter der künstlerischen Leitung des Pianisten Rudolf Buchbinder statt. Das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich unter der Leitung von Chefdirigent Yutaka Sado (bis 2015 vormals Andrés Orozco-Estrada) tritt während des Sommers als Grafenegg Festival Orchester mit internationalen Dirigenten und Solisten auf. Weiters ist der Schlosspark seit 2008 ein Standort der niederösterreichischen Landesgartenschau. Grafenegg Familientag (inkl. Familienworkshops) Grafenegger Advent Konzerte des Tonkünstler-Orchesters Reitturnier Etsdorf Feuerwehrfeste der sechs Feuerwehren Diverse Bälle und kulturelle Veranstaltungen im Schloss Grafenegg Wein und Kultur Engabrunn

Im Dezember 2022 wurde die Übersiedelung des Jugendorchesters der Europäischen Union (European Union Youth Orchestra, EUYO), nach Grafenegg bekanntgegeben.

Wirtschaft und Infrastruktur Im Jahr 2001 gab es 104 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten und 221 land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach einer Erhebung von 1999. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug 1292 nach der Volkszählung des Jahres 2001. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 47,38 Prozent, aktuell (Stand 31. Oktober 2022) liegt diese bei 53,5 Prozent.

Verkehr Im Nord-Osten des Gemeindegebietes befindet sich ein Teil der Bahnstrecke Absdorf-Hippersdorf–Krems an der Donau mit dem Bahnhof Etsdorf-Straß.

Im Süden verlaufen die Stockerauer Schnellstraße S5 und im Norden die Bundesstraße 34 durch das Gemeindegebiet.

Ansässige Unternehmen In Etsdorf am Kamp ist das Unternehmen Wittmann Möbelwerkstätten ansässig.

Öffentliche Einrichtungen Über die Katastralgemeinden verteilt gibt es folgende sechs Freiwillige Feuerwehren (FF): FF Etsdorf FF Engabrunn FF Grafenegg (ehemals FF-Kamp) FF Grunddorf FF Sittendorf FF Walkersdorf Seit 6. Januar 2025 existiert die FF Haitzendorf nicht mehr, diese wurde mit der FF Kamp zur Feuerwehr Grafenegg zusammengelegt.

Bildung In der Gemeinde gibt es zwei Volksschulen und eine Neue Mittelschule.Schulensuche auf Schulen online, abgerufen am 10. September 2020.

Politik

Der Gemeinderat hat 23 Mitglieder (Stand nach der Gemeinderatswahl 2025). Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich hatte/hat der Gemeinderat Etsdorf-Haitzendorf folgende Verteilungen: 1990: 5 Liste Altgemeinde Haitzendorf (ÖVP), 5 ÖVP, 4 SPÖ, 3 Liste Dorfgemeinschaft, 3 Liste Engabrunn (ÖVP) und 1 FPÖ. 1995: 5 ÖVP, 5 Liste Altgemeinde Haitzendorf (ÖVP), 4 Liste Dorfgemeinschaft, 3 SPÖ, 2 Liste Engabrunn (ÖVP) und 2 FPÖ.

Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich hatte der Gemeinderat Grafenegg folgende Verteilungen: 2000: 9 ÖVP, 7 Liste Altgemeinde Haitzendorf (ÖVP), 2 SPÖ, 2 Liste Dorfgemeinschaft und 1 FPÖ. 2005: 15 ÖVP und 6 SPÖ. 2010: 14 ÖVP, 5 SPÖ und 2 FPÖ. 2015: 17 ÖVP, 3 SPÖ und 1 FPÖ. 2020: 12 ÖVP, 6 GRÜNE, 2 SPÖ und 1 FPÖ. 2025: 14 ÖVP, 4 GRÜNE, 2 SPÖ und 3 FPÖ.

Bürgermeister

1965–1990 Erich Mauss (ÖVP) 1990–2000 Erwin Deibl (ÖVP) 2000–2022 Anton Pfeifer (ÖVP) seit 2022 Manfred Denk (ÖVP)

Persönlichkeiten Ehrenbürger der Gemeinde Josef Dimmel (1919–1989), Mühlen-Besitzer und Bürgermeister von Etsdorf am Kamp (1950–1965) Johann Penz (* 1950), Politiker und ehemaliger Präsident des Niederösterreichischen Landtages 2020: Franz Winter (* 1952), Pfarrmoderator bzw. Pfarrer von Etsdorf und Engabrunn seit 1983Pfarrer Franz Winter zum Ehrenbürger Grafeneggs ernannt, www.noen.at, abgerufen am 7. Dezember 2020.

Söhne und Töchter der Gemeinde Johann Oser (1833–1912), Chemiker und Hochschullehrer Ernst Schaible (1868–1956), Offizier, k.k. Eisenbahnminister Hans-Heinz Dum (1906–1986), NSDAP-Kreisleiter der Kreise Krems und Horn Franz Wittmann (1920–2012), österreichischer Möbelproduzent Erich Mauss (1926–2013), Weinhauer, Bürgermeister und Abgeordneter zum Landtag von Niederösterreich Franz Hietl (* 1931), Winzer und Politiker

Personen mit Bezug zur Gemeinde Olga Wisinger-Florian (1844–1926), österreichische Malerin des Impressionismus, in Grafenegg verstorben Wolfgang Lindner jr. (* 1981), österreichischer Musiker, Musikproduzent und Verleger, wohnhaft in Sittendorf

Literatur

Architekturzentrum Wien (Hrsg.): Johannes Spalt. Wahlverwandtschaften. Residenz, Wien Salzburg 2010, ISBN 978-3-7017-3220-3.

Weblinks

Gemeindeseite von Grafenegg

Einzelnachweise

Kategorie:Weinbaugemeinde in Niederösterreich Kategorie:Gemeindegründung 2003