Friedrich Wilhelm Menzel (* 1724 in Dresden; † im Mai 1796 in der Festung Königstein) war ein sächsischer Beamter und Verräter von Staatsgeheimnissen.
Leben Der als Geheimsecretär im königlich sächsischen Kabinett tätige Menzel ließ sich vom preußischen Gesandten Hans Dietrich von Maltzahn am sächsischen Hof bestechen.Friedrich von Bülau: Geheime Geschichten und räthselhafte Menschen, II. Leipzig 1850. Er lieferte 1753 nach Verschaffung von Nachschlüsseln zum Geheimen Staatsarchiv diesem Abschriften der geheimen Korrespondenz zwischen dem Kurfürstentum Sachsen, Österreich und Russland über die gegen Preußen gerichteten Verhandlungen.Thomas Carlyle: Geschichte Friedrichs des Zweiten genannt der Große, Vierter Band. Salzwasser Verlag, Paderborn 2011, Lebensgeschichte Friedrich des Großen in sechs Bänden. Nachdruck des Originals von 1928, S. 349–350, 357–367. Die Erkenntnisse aus dieser Spionagetätigkeit waren mitursächlich für den Entschluss Friedrich II., das Kurfürstentum Sachsen ab 1756 anzugreifen und damit den Siebenjährigen Krieg auszulösen.Uwe Klußmann, Norbert F. Pötzl (Hrsg.): Die Hohenzollern: Preußische Könige, deutsche Kaiser - Ein SPIEGEL-Buch. 2011, S. 201. Nach Entdeckung des Verrates wurde Menzel in Prag festgenommen. Im nachfolgenden Strafprozess erhielt er 1757 in Warschau eine lebenslange Haftstrafe, die er zunächst in Brünn und später – nach dem Hubertusburger FriedenAllgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände: Conversations-Lexikon. F.A. Brockhaus Verlag, Leipzig 1827, Band VII, S. 292. – ab 1763 auf dem Königstein absaß.Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 13. Leipzig 1908, S. 622.
Einzelnachweise
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