Ludwig Wilhelm Ferdinand Jaspar Freiherr von Meerheimb (* 11. Januar 1864 in Würzburg; † 1. Mai 1924 in Rostock) war ein deutscher Politiker und Beamter. Von 1914 bis 1918 war er Staatsrat und Vorstand des Ministeriums des Innern im Staatsministerium von Mecklenburg-Schwerin.

Herkunft mini|hochkant|Grabmal von Ludwig und Else von Meerheimb auf dem Neuen Friedhof in Bad Doberan. Ludwig von Meerheimb stammte aus dem mecklenburgischen Adelsgeschlecht der Freiherren von Meerheimb. Seine Eltern waren der Gutsbesitzer und Oberstleutnant Jasper Friedrich Andreas Leopold von Meerheimb (* 1. Oktober 1824; † 16. Februar 1888) und dessen Ehefrau Ida Wilhelmine Luise Eleore von Lückner (* 28. Oktober 1828). Der General und Militärschriftsteller Ferdinand von Meerheimb war sein Onkel. Ludwig von Meerheimb hatte Geschwister, Hans (Hans Wilhelm) (1856–1903) erbte als Fideikommissherr Gnemern, Leopold (Leopold August Albert Thomas Konrad) lebte teils in Heidelberg und starb 1938 in Rostock unvermählt. Seine einzige SchwesterGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1919. Jg. 69, Justus Perthes, Gotha 1914, S. 626. Helene (1867–1924) heirateteChrista Kostolnik: Die Geschichte des „Glasdorfes“ Rumpshagen. Vom stolzen Aufstieg und tragischen Untergang der adligen Gläsnerfamilie von Gundlach (Linie Leizen-Rumpshagen). 2. Auflage, Edition Lesezeichen, Friedland 2020, ISBN 978-3-941681-83-5, S. 212. den Gutsbesitzer Hans von Gundlach-Leizen (1863–1929). Ihr Grabdenkmal aus rotem Feldstein auf dem Friedhof der Dorfkirche Leizen ist gut erhalten.

Leben und Wirken Er wuchs auf dem Familiengut Gnemern bei Bützow auf, wo er zunächst Hausunterricht erhielt. Danach besuchte er die Domschule Güstrow und erlangte 1883 das Abitur. Anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Heidelberg,1884 Mitglied des Corps Vandalia Heidelberg; Vgl. Kösener Korps-Listen 1798 bis 1910, Hrsg. Karl Rügemer, Verlag der Academischen Monatshefte, Druck und Verlagsanstalt Carl Gerber München, Starnberg 1910, 122, 572. Kiel und ab 1886 an der Universität RostockImmatrikulation von Ludwig Freiherr von Meerheimb, Rostocker Matrikelportal, abgerufen am 1. Oktober 2014.. Im Oktober 1888 bestand er die erste juristische Staatsprüfung und arbeitete dann als Referendar in Güstrow, Schwerin und zuletzt Rostock, wo er im April 1894 die zweite Prüfung ablegte.Meerheimb, Ludwig von In: Michael Buddrus, Sigrid Fritzlar: Landesregierungen und Minister in Mecklenburg 1871–1952. Edition Temmen, Bremen 2012, S. 202.

Als großherzoglicher Domanialbeamter arbeitete Ludwig von Meerheimb zunächst zwei Monate als Amtsassessor am Domanialamt Bad Doberan, bevor er an das Amt Grabow wechselte. Dort hatte er ab 1896 die Position des Amtsverwalters inne. 1899 wurde er zum Amt Bützow versetzt und 1904 zum Amtmann ernannt. Ab 1905 war er Amtsverwalter des Amtes Schwerin und ab 1906 Distriktsbeamter der großherzoglich mecklenburg-schwerinschen Hausverwaltung.

1908 wurde Ludwig von Meerheimb aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand versetzt und zog nach Doberan. 1910 kehrte er jedoch in den Staatsdienst zurück und war beim Amt Doberan tätig, wo er zwei Jahre darauf zum Amtshauptmann ernannt wurde. Ab 1912 arbeitete er erneut als Distriktsbeamter.

Am 1. April 1914 wurde Ludwig von Meerheimb zum Staatsrat und Vorstand des Ministeriums des Innern im Staatsministerium von Mecklenburg-Schwerin ernannt. Dort war er bis 1918 auch Vorsitzender des Hauptausschusses. Für seine „Verdienste um die Vorbereitung und Durchführung der Eisenbahnoperationen des Heeres“ verlieh ihm der Kaiser 1915 das Eiserne Kreuz 2. Klasse am weiß-schwarzen Bande. Am 18. November 1918 wurde Ludwig von Meerheimb aus Anlass der Novemberrevolution entlassen. Am gleichen Tag unterzeichnete Großherzog Friedrich Franz IV. noch seine Ernennung zum Wirklichen Geheimen Rat.Meerheimb, Ludwig von In: Michael Buddrus, Sigrid Fritzlar: Landesregierungen und Minister in Mecklenburg 1871–1952. Edition Temmen, Bremen 2012, S. 203.

Nach seiner Entlassung lebte Ludwig von Meerheimb zunächst auf dem Gut seines Vaters, danach im Kloster Rühn. 1922 zog er nach Rostock, wo er als Abteilungsleiter bei der Mecklenburgischen Viehversicherungsgesellschaft arbeitete und 1924 mit 60 Jahren verstarb.

Familie Ludwig von Meerheimb war seit 1895 mit Elisabeth (auch Else; 1870–1909), geb. Freiin von Brandenstein, verheiratet. Sie war die Tochter der Luise geb. von Mecklenburg-Wieschendorf (1838–1927) und des Kavallerie-Generals Georg von Brandenstein (1827–1897). Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor; Jaspar (1896–1942), Jurist, erbte Wokrent, starb im Krieg; die Tochter Ilsabe (1898–1926) war mit Christian von Hammerstein verheiratet, Helene (* 1900) ehelichte den Assessor Herwart von der Decken, Hans Jürgen (Jürgen), Hauptmann, unvermählt, erbte Gr. Gischow mit Reinstorf, vermisst seit 1944.

Auszeichnungen 1908: Ritterkreuz des Hausordens der Wendischen Krone 1915: Eisernes Kreuz 2. Klasse am weiß-schwarzen Bande 1915: Mecklenburg-Schwerinsches Militärverdienstkreuz II. Klasse am roten Bande (9. April 1915)Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. VII. Veröffentlichung, Bärensprung, Schwerin 1915, S. 199. 1917: Prädikat Exzellenz 1917: Hausorden der Wendischen Krone 2. Klasse 1918: Titel Wirklicher Geheimer Rat

Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser 1893. Jg. 43, Justus Perthes, Gotha 1892, S. 585., ff. u. a.: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1915. Jg. 65, Justus Perthes, Gotha 1914, S. 619. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B (Briefadel). 1941. Jg. 91, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 287 f. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Elsa von Bethmann, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. B (Briefadel). 1954. Band I, Band 7 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1954, , S. 257. Meerheimb, Ludwig von. In: Michael Buddrus, Sigrid Fritzlar: Landesregierungen und Minister in Mecklenburg 1871–1952. Ein biographisches Lexikon. Edition Temmen, Bremen 2012, ISBN 978-3-8378-4044-5, S. 202–203.

Einzelnachweise

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