Allendorf (Eder) () ist eine Gemeinde im südwestlichen Teil des nordhessischen Landkreises Waldeck-Frankenberg.

Geografie Allendorf liegt im Tal der Eder zwischen Frankenberg, einem Mittelzentrum, und Battenberg westlich des Burgwalds sowie östlich der Breiten Struth im Ederbergland. Das nächstgelegene Oberzentrum ist die Universitätsstadt Marburg.

Allendorf grenzt im Nordwesten an die Stadt Bad Berleburg (Kreis Siegen-Wittgenstein, Nordrhein-Westfalen), im Norden an die Stadt Hallenberg (Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen), im Osten an die Stadt Frankenberg, im Südosten an die Gemeinde Burgwald sowie im Süden und Westen an die Stadt Battenberg (alle im Landkreis Waldeck-Frankenberg).

Seit der Gebietsreform im Jahr 1971 bildete die Kerngemeinde Allendorf mit den Ortsteilen Battenfeld, Rennertehausen, Haine und Osterfeld eine Gemeinde in der weiten Ederaue. Zum 1. Januar 2023 wurde Bromskirchen mit seinen Ortsteilen eingemeindet. Die urkundlichen Ersterwähnungen der heutigen Ortsteile waren: Allendorf (1107) Battenfeld (778) Bromskirchen (1238) Dachsloch (17. Jahrhundert) Haine (850) Neuludwigsdorf (1774) Osterfeld (1774); erhielt 1999 den Status eines Ortsteiles. Rennertehausen (1274) Seibelsbach Somplar (1353)

Geschichte Ortsgeschichte Im Jahr 1107 wurde Allendorf erstmals als Schenkung Graf Kunimunds an die Abtei Hersfeld urkundlich erwähnt. 1567 kam die Gemeinde mit dem Amt Battenberg zunächst zur Landgrafschaft Hessen-Marburg und 1624 zu Hessen-Darmstadt. 1866 wurde sie Teil des preußischen Kreises Battenberg, 1932 des Kreises Frankenberg und 1974 des Landkreises Waldeck-Frankenberg.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Allendorf:

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden auf freiwilliger Basis eingegliedert: zum 1. Februar 1971 die bis dahin selbständige Gemeinde Battenfeld; zum 1. April 1971 kam Rennertehausen hinzu; Haine folgte am 1. Juli 1971. Für die ehemals eigenständigen Gemeinden und die Kerngemeinde wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Bei einer Bürgerbefragung am 14. März 2021 entschieden sich die Bromskirchener mit großer Mehrheit (73 %) für die Eingemeindung nach Allendorf (Eder) (in Allendorf stimmten 72 % für den Zusammenschluss). Damit wurden zum 1. Januar 2023 alle Ortsteile der Gemeinde Bromskirchen zu Ortsteilen der Gemeinde Allendorf (Eder) und die Verwaltungsgemeinschaft Allendorf (Eder)-Bromskirchen, der beide Gemeinden angehörten, wurde aufgelöst.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Allendorf angehört(e):

um 1240: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Battenberg, Gericht Battenfeld um 1290: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Battenberg, Gericht Allendorf um 1300 und später: Heiliges Römisches Reich, Kurfürstentum Mainz, Amt Battenberg ab 1464: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Battenberg ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Battenberg Die Zugehörigkeit des Amtes Battenberg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: strittig zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Battenberg ab 1627: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Battenberg ab 1806: Großherzogtum Hessen,Infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Oberhessen, Amt Battenberg ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Battenberg ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk BattenbergTrennung zwischen Justiz (Landgericht Biedenkopf) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (übergangsweise Hinterlandkreis) ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Frankenberg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Frankenberg ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Allendorf 5626 Einwohner. Darunter waren 416 (7,4 %) Ausländer, von denen 81 aus dem EU-Ausland, 284 aus anderen europäischen Ländern und 51 aus anderen Staaten kamen. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 9,5 %.) Der hohe Ausländeranteil resultiert maßgeblich aus dem wirtschaftlichen Aufschwung, den die Viessmann Werke der Gemeinde in den 1960er Jahren bescherten und der damit einhergehenden Zuwanderung von Gastarbeitern. Nach dem Lebensalter waren 1114 Einwohner unter 18 Jahren, 2374 zwischen 18 und 49, 1206 zwischen 50 und 64 und 933 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 2221 Haushalten. Davon waren 523 Singlehaushalte, 625 Paare ohne Kinder und 857 Paare mit Kindern, sowie 191 Alleinerziehende und 25 Wohngemeinschaften. In 409 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 1562 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Im Jahr 2007 hatte Allendorf das niedrigste Durchschnittsalter sowie den höchsten Ausländeranteil aller Gemeinden und Städte im Kreis Waldeck-Frankenberg. Darüber hinaus wurde in Allendorf die im Landkreis Waldeck-Frankenberg höchste Zahl an deutschen Staatsangehörigen mit dem Geburtsort außerhalb der Bundesrepublik Deutschland festgestellt.

Einwohnerentwicklung • 1502: 10 Männer • 1577: 68 Haushaltungen • 1712: 84 Haushaltungen • 1806: 556 Einwohner, 102 Häuser • 1829: 720 Einwohner, 118 Häuser

Religion mini|Alte Kirche Allendorf In der Gemeinde Allendorf gibt es neun evangelische Kirchen und eine Moschee.

Religionszugehörigkeit • 1829: 890 evangelische, 3 katholische, 23 jüdische Einwohner • 1885: 770 evangelische, einen katholischen, 4 jüdische Einwohner • 1987: 3453 evangelische (= 79,2 %), 486 katholische (= 11,2 %), 420 sonstige (= 9,6 %) Einwohner • 2011: 3534 evangelische (= 62,8 %), 773 katholische (= 13,7 %), 1319 sonstige (= 23,4 %) Einwohner

Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Allendorf (Eder) erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Allendorf (Eder) 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:Votemanager: Gemeindewahl Gemeinde Allendorf (Eder) 2023Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021

Gemeindevertretung-Kommunalwahlen 2026

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2023Sitze2023%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 BLO Bürgerliste Ortsteile34,91137,01242,81341,11333,41031,21024,88 27,6826,7836,21133,41033,61128,4929,89 BLB Bürgerliste Bromskirchen21,2722,57—————————— 16,3514,2421,1725,6829,7924,9827,58 ————————3,414,211,91 BLA Bürgerliste Allendorf (Eder)——————————11,3315,25 Gentner Gentner, Jörg————————————0,70 Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 Wahlbeteiligung in % 52,5 43,9 50,4 45,6 45,1 46,6 58,5

Nach der Kommunalwahl am 14. März 2021 fand am 11. Juni 2023 eine Nachwahl der Gemeindevertretung statt. Sie war wegen der zu Jahresbeginn erfolgten Eingliederung der Gemeinde Bromskirchen nötig geworden.Hessisches Kommunalwahlgesetz (KWG) § 32 Nachwahl.

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Allendorf (Eder) neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und sieben weitere Beigeordnete angehören.Gemeindevorstand Bürgermeister ist seit dem 2. Januar 2024 der parteiunabhängige Carsten Schäfer. Er ist Nachfolger von Claus Junghenn, der nach vier Amtszeiten nicht mehr angetreten war und in den Ruhestand verabschiedet wurde. Am 11. Juni 2023 war Schäfer im ersten Wahlgang bei 43,94 Prozent Wahlbeteiligung mit 71,54 Prozent der Stimmen gewählt worden.Votemanager: Bürgermeisterwahl Gemeinde Allendorf (Eder) 2023

Amtszeiten der Bürgermeister 2024–2030 Carsten SchäferHNA, 9. Dezember 2023: Neuer Bürgermeister in Allendorf/Eder: Carsten Schäfer ins Amt eingeführt: „Gleich zu Beginn der Tagesordnung wurde Junghenns Nachfolger Carsten Schäfer in das Amt eingeführt, das er am 2. Januar antreten wird.“ 2000–2024 Claus JunghennHNA, 19. Dezember 2023: Allendorfs Bürgermeister mit T-Shirt von Onkel Dagobert verabschiedet 1970–1999 Robert Amend (CDU)HNA, 20. März 2013: Ehrenbürgermeister Robert Amend feiert 75. Geburtstag: „Vom 1. Januar 1970 bis 31. Dezember 1999 stand Robert Amend als Bürgermeister an der Spitze der Allendorfer Verwaltung.“

+ Ergebnisse der Bürgermeister-Direktwahlen; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden Jahr Wahlbeteili-gung in % Kandidaten Partei Stimmenin % 2023 43,94 Carsten Schäfer 71,54 Andreas Lang 28,46 2017 72,9 Claus Junghenn 90,6 2011 31,7 Claus Junghenn 90,4 2005 41,8 Claus Junghenn 95,0 1999 70,2 Claus Junghenn 63,6 Karl-Friedrich Frese CDU 36,4 1993 66,9 Robert Amend CDU 74,7 Klaus Hofmann SPD 25,3

Ortsbeirat (Ortsteil Allendorf) Ortsvorsteher und Vorsitzender des siebenköpfigen Ortsbeirates ist Stephan Noll von der CDU. (Stand: Mai 2021)

Wappen

Flagge

Am 11. April 1967 genehmigte der Hessische Minister des Innern die Flagge mit folgender Beschreibung: Eine amtliche Hissflagge führt die Gemeinde nicht. Lokal wird jedoch, angelehnt an die Bannerflagge, eine blau-weiß-blaue Flaggenbahn, belegt mit dem Gemeindewappen verwendet.

Gemeindepartnerschaften Bonneval (Eure-et-Loir), Frankreich (seit 1981)Karl-Hermann Völker: Partnerschaft zwischen Allendorf/Eder und Bonneval besteht seit 40 Jahren, hna.de, 17. Mai 2021, abgerufen am 30. September 2023.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Das Wappen derer von Allendorf über der Orgel der Kirche in Battenfeld Bauwerke mini|Denkmalgeschützter ehemaliger Bahnhof

Das ehemalige Bahnhofsgebäude steht unter Denkmalschutz Evangelische Kirche BattenfeldRomanische kreuzförmige Basilika aus dem 12./13. Jahrhundert. Erhalten sind zwei Joche im Schiff und die Vierung mit Kreuzgratgewölben sowie ein kuppelartiges Gewölbe im Chor. Alte Kirche AllendorfAus der Zeit der späten Gotik mit wuchtigem Chorturm, dessen flacher Helm (allseitig abgewalmt mit kurzem First) auf den Langseiten mit zwei Erkern besetzt ist und eine interessante Silhouette darbietet. Baudatum: 1496 Kirche RennertehausenFachwerkkirche aus dem Jahre 1609, mit Speichergeschoß und interessanter Kanzel.