Microsoft Windows 10 gehört zur Windows-Familie von Betriebssystemen mit grafischer Benutzeroberfläche des US-Unternehmens Microsoft. Der Nachfolger von Windows 8.1 wurde am 29. Juli 2015 veröffentlicht. Unter allen Windows-Betriebssystemen lag der Marktanteil von Windows 10 Anfang Mai 2026 weltweit bei rund 28 Prozent. Der Nachfolger Windows 11 hatte zum selben Zeitpunkt einen Anteil von 70 Prozent. Es wurde erstmals am 30. September 2014 präsentiert und eine geplante Auslieferung des fertigen Systems im Jahr 2015 angekündigt, außerdem erfolgte eine erste Vorschau auf die Software am Folgetag sowie parallel eine weitere etwas später für Windows Server 2016, den Nachfolger von Windows Server 2012 R2.
Entwicklung Ab dem 1. Oktober 2014 wurde eine „Technical Preview“ veröffentlicht, also eine Software-Vorschau, später eine „Insider Preview“ genannte Vorabversion, das Windows-Insider-Programm.Windows Server and System Center Technical Previews also coming out today, abgerufen am 1. Oktober 2014.Technical Previews of Next Windows Server and System Center Release Today, Too, WindowsITPro, abgerufen am 1. Oktober 2014. Das Betriebssystem wurde Benutzern der Vorgänger Windows 7 und Windows 8/8.1 bis zum 29. Juli 2016 offiziell kostenlos angeboten, wenn es sich zuvor nicht um eine Volumenlizenz handelte. Inoffiziell war das kostenlose Upgrade noch bis zum 20. September 2023 möglich.
Windows 10 ist die letzte Windows-Version, die noch als 32-Bit-Version verfügbar ist und auch PCs mit BIOS unterstützt. Der Nachfolger, Windows 11, setzt den BIOS-Nachfolger UEFI und einen 64-Bit-Prozessor (auf der x86-Architektur „x64“) voraus, worauf Windows 10 ebenfalls läuft.
Für mobile Geräte wie Smartphones wurde die Variante Windows 10 Mobile geschaffen, dessen funktionale Weiterentwicklung aber 2017 beendet wurde. Sicherheitsupdates gab es noch bis zum 14. Januar 2020. Der allgemeine Support wurde am 14. Oktober 2025 beendet (siehe entspr. Kapitel).
Neues Veröffentlichungs-Modell
Microsoft sah Windows 10 ursprünglich als letzte Windows-Version nach dem klassischen Versionierungsmuster an. In Zukunft wollte man keine neuen Versionen mehr veröffentlichen; stattdessen sehe man „Windows als eine Dienstleistung“ (SaaS): Nutzer von Windows 10 sollten nicht nur Fehlerkorrekturen erhalten, sondern auch neue Funktionen, die zum Zeitpunkt der ursprünglichen Installation noch gar nicht enthalten waren.Terry Myerson: The next generation of Windows: Windows 10. Microsoft Blogging Windows, 21. Januar 2015. Im Juni 2021 tauchten jedoch erste Bilder des Nachfolgers Windows 11 auf. Privatkunden haben die Möglichkeit, ab dem regulären Support-Ende am 15. Oktober 2025 noch ca. 1 Jahr lang Sicherheitsupdates zu erhalten (siehe Kapitel zum Support-Ende).
Das reguläre Ende des Supports von Windows 10 im Oktober 2025 bedeutet, dass brauchbare Computer zu Schrott erklärt werden. Die Systemanforderungen von Windows 11 wirken gegenüber jenen von Windows 10 als künstlich hoch gesetzt (siehe Kritik an den Hardware-Mindestanforderungen im Artikel zu Windows 11). Neuerungen Windows 10 ist sowohl auf einem Desktop-Computer und Notebook als auch auf einem Tabletcomputer, Smartphone, Convertible, eingebetteten System, Raspberry Pi 2, 3 und 4, Xbox One und der HoloLens lauffähig und stellt somit eine einheitliche Softwareplattform für verschiedene Geräteklassen dar. Dabei passt sich die grafische Benutzeroberfläche je nach Typ des Gerätes an dessen Eigenschaften an.
Bei Convertibles kann Windows 10 mithilfe der neuen „Continuum“-Funktion automatisch erkennen, ob eine Tastatur angeschlossen ist oder nicht, und passt die Bedienoberfläche entsprechend an.
Neues Startmenü Während in Windows 8 das Startmenü entfernt und stattdessen eine sogenannte Startseite angeboten wurde, hielt das Startmenü in einer überarbeiteten Version wieder Einzug in Windows 10: Es bietet die bekannte Übersicht über alle installierten Apps, Schaltflächen unter anderem für das Herunterfahren des Systems und die Möglichkeit, Programmverknüpfungen, ähnlich wie bei der mit Windows 8 eingeführten Startseite, in Form von Kacheln anzuheften. Auf diese Art wird die Funktion des Startbildschirms in das Startmenü integriert. Da das Startmenü in seiner Größe anpassbar ist und sich auch bildschirmfüllend verwenden lässt, ersetzt dieses den Startbildschirm.
Virtuelle Desktops In Windows 10 gibt es virtuelle Desktops, mit denen mehrere Desktops für verschiedene Bereiche genutzt werden können., Chip, am 1. Oktober 2014. Auf jedem virtuellen Desktop können unterschiedliche Fenster abgelegt werden. Mithilfe der „Task-Ansicht“, die über eine Schaltfläche auf der Taskleiste oder den Tastatur-Shortcut + erreicht werden kann, lassen sich die Desktops verwalten und Anwendungsfenster zwischen ihnen austauschen. Außerdem kann mit den Shortcuts + + / zwischen den Desktops gewechselt werden und mit + + einer entfernt werden.
Personal Assistant „Cortana“
Wie bereits bei Windows Phone 8.1 hält der Personal Assistant Cortana auch in Windows 10 Einzug. Hierbei wird die aus Windows 8.1 bekannte Suchfunktion durch Cortana ergänzt. Diese lässt sich wahlweise über Tastatureingaben oder Spracheingaben steuern.
Webbrowser Microsoft Edge
In Windows 10 ist ein neuer Webbrowser enthalten, der schneller, effizienter und personalisierbarer sein soll. Drei neue Merkmale wurden von Microsoft im Vorfeld präsentiert: Webseiten können mit Notizen versehen werden und das so ähnlich einem Screenshot entstandene Dokument gespeichert und Freunden oder Kollegen zur Verfügung gestellt werden; ein „Lesemodus“ blendet den Lesefluss störende Elemente aus, und ein Instapaper ähnelnder Lesezeichen-Service ist in den Browser integriert.
Edge nutzte bis zum Umstieg auf die Chromium-„Engine“ anstatt des im Internet Explorer verwendeten HTML-Renderers Trident die überarbeitete „Engine“ EdgeHTML. Seit dem 15. Januar 2020 wird der neue Edge-Browser mit neuer „Engine“ per Windows-Update aktualisiert.
Windows Holographic
Windows Holographic ist eine Plattform für Anwendungen im Bereich erweiterte Realität. Die dazugehörige Datenbrille wurde unter der Bezeichnung HoloLens eingeführt.
Sicherheitsfunktionen Windows 10 unterstützt den Standard 2.0 der FIDO-Allianz für die Authentifizierung im Internet.Dustin Ingalls: , windows.com, abgerufen am 15. Februar 2015. Dazu sind sowohl der Standard U2F für die universelle Zwei-Faktor-Authentifizierung als auch der Standard UAF für die universelle Authentifikation ohne Passwort implementiert worden.Windows 10 erhält Anmeldestandard Fido, golem.de, 17. Februar 2015, abgerufen am 18. März 2015. In diesem Rahmen wurde die Möglichkeit einer biometrischen Authentifizierung von Benutzern unter dem Begriff „Microsoft Hello“ eingeführt.Windows Hello soll Passwörter ersetzen, golem.de, 18. März 2015, abgerufen am 18. März 2015.
Multimedia Der Media Player von Windows 10 kann (mit einem kostenpflichtigen Addin aus dem Microsoft Store) Videodaten mit High Efficiency Video Coding (HEVC) abspielen sowie Dateien im Containerformat Matroska öffnen.Nico Ernst: Windows 10 unterstützt MKV und H.265, Golem.de, 3. November 2014, abgerufen am 10. März 2015.
In Windows 10 ist DirectX 12 integriert, das die Leistung durch hardwarenahe Programmierung verbessern soll. DirectX 12 bietet auch Unterstützung für herstellerunabhängige Multi-GPU-Setups.
Das Windows-Mediencenter ist nicht mehr im Installationsumfang enthalten.
Apps Für Windows gibt es nicht mehr unterschiedliche Versionen des Windows-Store (zuvor gab es einen für Windows Phone und einen anderen für Windows 8 und dessen Nachfolgesysteme), sondern einen einheitlichen Store für alle Ausführungen von Windows 10. Apps aus dem Windows-Store, die in der Vergangenheit nur bildschirmfüllend verwendet werden konnten, können nun in Fenstern ausgeführt und damit umfangreich in ihrer Darstellungsgröße verändert werden.Windows 10: App im Fenster starten Eine Reihe an Apps wird direkt mit dem Betriebssystem ausgeliefert, dazu gehört neben Microsoft Edge auch eine eingeschränkte Ausführung von Microsoft OneNote. OneDrive nimmt für die Synchronisation zwischen verschiedenen Microsoft-Geräten eine zentrale Rolle ein. So sollen auch in der neuen Xbox-App alle Spiele angezeigt werden, die der Anwender auf seinen Geräten installiert hat, und diese plattformübergreifend gespielt werden können. Bei der Präsentation demonstrierte man etwa ein auf der Xbox One gestartetes Multiplayer-Spiel, dem eine auf einem PC spielende zweite Person beitrat.Windows 10: Kostenloses Update, Riesentablets und Hologramme auf derStandard.at vom 22. Januar 2015.
Anwendungen für Windows 10 basieren auf der Universal Windows Platform (auch: UWP), mit der sie sich für unterschiedliche Geräte mit derselben Codebasis entwickeln lassen.
Datenübertragung Mit den Standardeinstellungen, wie sie Windows 10 bei der Expressinstallation vorschlägt, überträgt Windows 10 eine Vielzahl von Telemetriedaten an Microsoft. Für den Sprachassistenten Cortana nutzt Microsoft z. B. den Kommunikationsverlauf und die Inhalte von Nachrichten. Außerdem werden unter anderem folgende Informationen verwendet: Standortinformationen und -verlauf des Geräts, Kontakte, Spracheingaben, Suchverlauf, Kalenderinformationen. Diese Informationen werden auf einem Microsoft-Server im Internet gespeichert. Die übertragenen Daten umfassen außerdem eine appübergreifende Werbe-ID, mit der es möglich ist, einen Benutzer bei der Benutzung unterschiedlicher Apps eindeutig zu identifizieren und ihm personalisierte Werbung anzuzeigen, sobald er Seiten im Internet aufruft. Übertragen werden außerdem nicht näher benannte Informationen zum Schreibverhalten und Informationen zur Standortbestimmung (z. B. über WLANs in der Umgebung). Außerdem gewährt Windows 10 vielen Apps standardmäßig Zugriff auf Webcam und Mikrofon.
Windows-Blickpunkt
Verschiedene Bilder, die von der Suchmaschine Bing bereitgestellt werden, erscheinen auf dem Sperrbildschirm. Der Nutzer kann diese Bilder bewerten. Zudem kann der Nutzer entscheiden, ob er ähnliche Bilder in Zukunft sehen möchte oder nicht.
Mehrsprachig Wurden frühere Windowsversionen in einer bestimmten Sprache ausgeliefert und installiert, so kann die eingestellte und in den Menüs und Dialogen angezeigte Sprache seit Windows 10 während der Sitzung beliebig gewechselt werden. Dies kommt insbesondere Firmen zugute, die Mitarbeiter mit verschiedener Muttersprache aus verschiedenen Ländern am gleichen Arbeitsort haben.
Editionen Windows 10 ist in unterschiedlichen Editionen erhältlich, aufgeteilt nach Zielgruppe und Einsatzzweck.Introducing Windows 10 Editions, Windows Blog (englisch) vom 13. Mai 2015, Tony Prophet, abgerufen am 14. Mai 2015.
Desktop und Notebook Windows 10 Home für Heimanwender im Privathaushalt Windows 10 Pro für Heimanwender und Unternehmen Windows 10 Pro for Workstations für Heimanwender und Unternehmen mit anspruchsvollen Bedürfnissen an rechenintensive Arbeitslasten und mit servergleicher Hardware Windows 10 Enterprise, mit zusätzlichen Funktionen für Unternehmen. Seit Version 1607 gibt es beispielsweise 13 Gruppenrichtlinien-Einstellungen insbesondere mit Bezug zum Sperrbildschirm und Store („Cloud-Inhalte“), die nur noch in Windows 10 Enterprise und Education verfügbar sind. Der Nutzer erwirbt beim Kauf ein zweijähriges Abonnement namens Software Assurance. Verlängert er dieses nicht, ist er verpflichtet, zu Windows 10 Enterprise LTSC zu wechseln. Windows 10 Enterprise E3 und E5 stellen über ein Abo-Modell zusätzliche Funktionen für Unternehmen bereit und setzen Windows 10 Pro oder Enterprise voraus.