mini|hochkant|Der Koloss von Ostermunzel an der Fundstelle (August 2014) Der Koloss von Ostermunzel ist ein Findling, der im Jahr 2013 östlich von Ostermunzel in Niedersachsen entdeckt wurde.Der Koloss von Ostermunzel – Bergung und Präsentation beim Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser bei hannover.de vom 17. April 2015
Lage, Entdeckung und Bergung Im Herbst 2013 stieß ein Lohnunternehmer beim Pflügen des Ackers eines Landwirts auf den Findling.. In: Land & Forst vom 20. April 2015 Der Acker liegt auf einer leichten Anhöhe nahe der Kreisstraße K 253 zwischen Ostermunzel und Dedensen. Der Landwirt informierte die städtischen Behörden, da Findlingsfunde von mehr als zwei Metern Durchmesser nach dem Niedersächsischen Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz meldepflichtig sind. Die Region Hannover untersagte ihm die geplante Zertrümmerung des Steins.Hendrik Lullies: Region Hannover schaltet sich wegen Findling ein. Radio Leinehertz 106.5, 15. August 2014
Nach einer ersten Untersuchung und Einschätzung durch den Geologen Heinz-Gerd Röhling vom niedersächsischen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) erfüllte der Findling die Anforderungen an ein Naturdenkmal. Nicht zuletzt sei dies der Fall aufgrund seiner Größe, was selbst im glazial geprägten Norddeutschland eine geologische Besonderheit darstellt. Ein derartiger Fund ist in Niedersachsen sehr selten.Klaus Abelmann: Gehoben und verschoben: Der Findling von Ostermunzel in: Deisterjournal Über die Aufnahme in die Liste der Naturdenkmale entschied die Region HannoverJörg Rocktäschel: in: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 31. Oktober 2014, die ihn 2016 unter Schutz stellte. bei ndr.de vom 20. Oktober 2016 Wegen der hohen Kosten von zunächst angenommenen 20.000 Euro für die Bergung gab es Überlegungen, den Findling an Ort und Stelle zu belassen.Bernd Haase: in: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 27. Januar 2015 Der Findling wurde schließlich im Frühjahr 2015 mit einem Fahrzeugkran geborgen und nach dem Transport auf einem Tieflader etwa einen Kilometer entfernt auf der Erhebung des Mühlenberges aufgestellt.LBEG Niedersachsen: Pressemitteilung am 13. Januar 2015 Dort befindet sich der Stein, der eine Hinweistafel mit Informationen erhalten soll, an einem Rastplatz eines Radwanderweges. bei haz.de vom 17. April 2015 Bei der Bergung und Aufstellung mit einer volksfestartigen Veranstaltung waren mehrere hundert Schaulustige anwesend. Tatsächlich betrugen die Kosten der Bergung 15.000 Euro, die die Region Hannover zahlte.27-Tonnen-Stein kommt ins Rollen in: Die Welt vom 17. April 2015 Ende 2016 wurde bekannt, dass sich an dem Findling Risse gebildet haben, in die Wasser eindringt. Zum Schutz wurde eine Versiegelung erwogen, in: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 22. Dezember 2016 die jedoch nach Untersuchung durch Fachleute des LBEG nicht erforderlich ist. in: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 21. Februar 2017
Geologie mini|links|Bei der Aufstellung, links der Landwirt, in dessen Acker der Findling lag mini|hochkant|Nach der Aufstellung auf dem Mühlenberg Der Findlingsblock hat eine Höhe von etwa 2,6 Meter und ist jeweils rund 3,2 Meter breit und lang, während der Umfang sich auf ungefähr 10 Meter beläuft. Sein Gewicht wurde anfangs auf 50 Tonnen geschätzt; bei der Bergung wurden 27,5 Tonnen festgestellt. Er gehört zu den 10 größten bisher in Niedersachsen registrierten Findlingen.Wie ein Milliarden Jahre alter Stein die Geheimnisse der Eiszeit lösen könnte in focus.de vom 16. März 2015 Nach Einschätzung des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen handelt es sich bei dem Stein aufgrund seiner Paralleltextur um Gneis. Die mineralogische Zusammensetzung konnte vom Landesamt erst grob mit einem Vorhandensein von Feldspaten und Biotit bestimmt werden. Da sich laut der Behörde Gneisgestein in Niedersachsen üblicherweise nicht findet, stammt der Findling vermutlich aus Skandinavien. Während der Saale-Kaltzeit vor rund 200.000 bis 250.000 Jahren dürfte er durch das Inlandeis, für das hier eine Mächtigkeit von mehreren hundert Metern angenommen wird, zum Fundort verfrachtet worden sein. Geowissenschaftler übernahmen die Aufgabe, die Geschichte und den Ursprung des Gesteinsbrockens zu erkunden. bei hannover.de vom 24. Februar 2015 Sein Alter schätzen Geologen auf 1,4 bis 1,6 Milliarden Jahre. Das Herkunftsgebiet wird im heutigen Schweden vermutet. in: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 17. April 2015
Sonstiges Das ZDF-Wissensmagazin Terra xpress produzierte eine Sendung über den Findling.Ulli Kulke: Wie wird man bloß den Riesen-Stein wieder los? in: Die Welt vom 16. April 2015
Weblinks
Der Koloss von Ostermunzel – Bergung und Präsentation, Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser Jörg Rocktäschel: . Hannoversche Allgemeine Zeitung, 14. August 2014 Jörg Rocktäschel: . Hannoversche Allgemeine Zeitung, 14. August 2014 Carsten Fricke: . Hannoversche Allgemeine Zeitung, 2. September 2014 zum Thema Gneis als Stein des Jahres 2015, beim NDR.de vom 13. Januar 2015 bei ndr.de vom 17. April 2015 Zur Bergung Videofilm der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
Einzelnachweise
Kategorie:Findling in Niedersachsen Kategorie:Geographie (Barsinghausen) Kategorie:Gneis Kategorie:Naturdenkmal in Barsinghausen