miniatur|Ehemaliges Postamt, Hauptstraße 310 (2014) Das Gebäude Hauptstraße 310 ist ein Wohngebäude in Königswinter, einer Stadt im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen, das 1902 als Postamt errichtet wurde. Es steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz.

Geschichte Das Gebäude entstand als ein sogenanntes Mietpostgebäude, das ein Privatunternehmen nach Plänen und Vorgaben der Reichspost errichtete und langfristig an diese vermietete.Jan-Otmar Hesse: Im Netz der Kommunikation: die Reichs-Post und Telegraphenverwaltung, 1876-1914 (= Schriftenreihe zur Zeitschrift für Unternehmensgeschichte, Band 8). C. H. Beck, 2002, ISBN 978-3-406-48253-3, S. 185. Am 1. Mai 1903 wurden die Diensträume des Postamts Königswinter im neuen Gebäude in Betrieb genommen. 1914 ging es in das Eigentum der Post über.Elmar Heinen: Die Post im alten Königswinter: Aus den postgeschichtlichen Aufzeichnungen des Oberpostmeisters August Heinen. In: Heimatverein Siebengebirge (Hrsg.): Streiflichter aus dem Siebengebirge [Festschrift 1926–1986]. Königswinter 1986, S. 83–112 (hier: S. 106). Im Zuge der Ruhreinbruchs wurde das Postamt im April 1923 von marokkanischen Soldaten unter französischem Kommando besetzt und der Dienstbetrieb unterbrochen. Anfang August konnte er eingeschränkt wiederaufgenommen werden, bis bewaffnete Separatisten am 25. Oktober 1923 das Postamt erneut zeitweilig besetzten.Elmar Heinen: Die Post im alten Königswinter: Aus den postgeschichtlichen Aufzeichnungen des Oberpostmeisters August Heinen. In: Heimatverein Siebengebirge (Hrsg.): Streiflichter aus dem Siebengebirge [Festschrift 1926–1986]. Königswinter 1986, S. 83–112 (hier: S. 107).Karl Josef Klöhs: Die Schalter schließen für immer. In: General-Anzeiger, 27. Oktober 2004, S. 6. (genios.de) 1930 erfuhr der Schalterraum des Postamts eine grundlegende Umgestaltung, zudem entstand auf dem Posthof eine Kraftwagenhalle.Echo des Siebengebirges, 19. Juli 1930, S. 3 (zeitpunkt.nrw)Elmar Heinen: Die Post im alten Königswinter: Aus den postgeschichtlichen Aufzeichnungen des Oberpostmeisters August Heinen. In: Heimatverein Siebengebirge (Hrsg.): Streiflichter aus dem Siebengebirge [Festschrift 1926–1986]. Königswinter 1986, S. 83–112 (hier: S. 108). Im Zweiten Weltkrieg wurden die Fenster und das Dach des Gebäudes bei dem Bombenangriff auf Königswinter am 22. April 1944 erheblich beschädigt.Elmar Heinen: Die Post im alten Königswinter: Aus den postgeschichtlichen Aufzeichnungen des Oberpostmeisters August Heinen. In: Heimatverein Siebengebirge (Hrsg.): Streiflichter aus dem Siebengebirge [Festschrift 1926–1986]. Königswinter 1986, S. 83–112 (hier: S. 109). Nach der Besetzung Königswinters und auch des Postamtes durch amerikanische Truppen am 16. März 1945 blieb es bis zum 2. Juli 1945 geschlossen.Elmar Heinen: Die Post im alten Königswinter: Aus den postgeschichtlichen Aufzeichnungen des Oberpostmeisters August Heinen. In: Heimatverein Siebengebirge (Hrsg.): Streiflichter aus dem Siebengebirge [Festschrift 1926–1986]. Königswinter 1986, S. 83–112 (hier: S. 110).

1951 erwarb die Post das der Stadt Königswinter gehörende nördliche Nachbargrundstück Dollendorfer Straße 23 (heute Hauptstraße 306/308) mit dem ehemaligen Gebäude des Katasteramtes und errichtete dort 1952/53 eine neue große Kraftwagenhalle.Elmar Heinen: Die Post im alten Königswinter: Aus den postgeschichtlichen Aufzeichnungen des Oberpostmeisters August Heinen. In: Heimatverein Siebengebirge (Hrsg.): Streiflichter aus dem Siebengebirge [Festschrift 1926–1986]. Königswinter 1986, S. 83–112 (hier: S. 111). Anfang 1970 wurde auf dem 2.900 m² großen GrundstückBau-Boom an der Königswinterer Hauptstraße, General-Anzeiger, 24. März 2011 ein anstelle des früheren KatasteramtesElmar Heinen: Königswinter in alten Ansichten. Band 1, Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1976/1981, , Abb. 88. neu erbautes Fernmeldezentrum mit Wählvermittlungsstelle in Betrieb genommen.Heimatverein Siebengebirge (Hrsg.); Frieder Berres, Heinrich Blumenthal: Königswinter am Rhein – eine Stadt ändert sich. Landschaft, Straßen, Häuser und Einrichtungen der Altstadt im Wandel der Zeit. Königswinter 1988, S. 165. 1977 verlor das Postamt seine Selbständigkeit und wurde dem Postamt Bonn angegliedert.Honnefer Volkszeitung, 16. März 1977, S. 4 (zeitpunkt.nrw) Am 26. Oktober 2004 wurde das Königswinterer Postamt geschlossen und durch eine Agentur an anderem Standort ersetzt. Eine Immobiliengesellschaft erwarb die Liegenschaft, die auf dem Grundstück von Sommer 2010 bis 2013 unter Abbruch des früheren Fernmeldeamtes zwei Mehrfamilienhäuser sowie vier „Stadthäuser“ errichten und in dem Gebäude des ehemaligen Postamts fünf Wohnungen einrichten ließ.

Die Eintragung des Gebäudes in die Denkmalliste der Stadt Königswinter erfolgte am 20. Dezember 2012.

Architektur Das Gebäude des ehemaligen Postamts ist ein zweigeschossiger langgestreckter Bau mit ausgebautem Dach. Es enthielt ursprünglich im Erdgeschoss die Posträume und im Ober- und Dachgeschoss Wohnungen. Die Seitenachsen des Gebäudes sind leicht vorgezogen und übergiebelt. Das Erdgeschoss besitzt eine Grauwackeverkleidung und Fenster mit Sandsteinrahmung, das Ober- und das Dachgeschoss sind in Fachwerk ausgeführt. Die Inschrift Postamt war am Obergeschoss angebracht und ist heute nicht erhalten. Das Gebäude grenzt südlich unmittelbar an ein um 1912 erbautes Wohnhaus an der Ecke Wolfgang-Müller-Straße an.

Literatur Angelika Schyma: Stadt Königswinter (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmäler im Rheinland, Band 23.5.). Rheinland-Verlag, Köln 1992, ISBN 3-7927-1200-8, S. 150.

Weblinks

Einzelnachweise Denkmalliste der Stadt Königswinter, Nummer A 415 Angelika Schyma: Stadt Königswinter. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmäler im Rheinland)

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