Poltawskoje (, , ) ist eine Siedlung in der russischen Oblast Kaliningrad. Sie gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Munizipalkreis Krasnosnamensk im Rajon Krasnosnamensk. Das ehemalige Neu Rudszen ist verlassen.
Geographische Lage Poltawskoje liegt sieben Kilometer nördlich der einstigen Kreisstadt Dobrowolsk (Pillkallen/Schloßberg) und zwölf Kilometer südlich der Rajonstadt Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg) an der Regionalstraße 27A-025 (ex R508). Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Geschichte Groß Rudszen/Mühlenhöhe mini|Die Gemeinde Mühlenhöhe auf zwei Messtischblättern von 1937 und 1938 Der Ort wurde 1556 als Budwetha an der Ragup gegründet.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Mühlenhöhe Um 1780 wurde Groß Rudszen als meliertes Dorf bezeichnet.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 135. Daneben gab es noch das kölmisches Gut Klein Rudszen, das möglicherweise in der Folge in das zeitweise einfach mit Rudszen bezeichnete Dorf mit einbezogen wurde. 1874 wurde die Landgemeinde Groß Rudszen namensgebend für einen neu errichteten Amtsbezirk im Kreis Pillkallen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Groß Rudszen/Groß Rudschen/Mühlenhöhe 1936 änderte man die Schreibweise des Ortsnamens von Groß Rudszen in Groß Rudschen. 1938 wurde zunächst die Gemeinde Neu Rudschen (s. u.) an die Gemeinde Groß Rudschen angeschlossen und diese dann in Mühlenhöhe umbenannt. In Folge des Zweiten Weltkrieges kam der Ort 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 354 1871 349 1885 >Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 372 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 341 davon 18 litauischsprachige 1910 345 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 360 offenbar einschließlich Neu Rudszen 1939 349
Neu Rudszen/Neu Rudschen Das einen Kilometer nördlich von Groß Rudszen gelegene Neurudszen wurde 1766 als Erbfreidorf gegründet.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Neu RudschenJohann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 105. 1874 wurde die Landgemeinde Neu Rudszen in den Amtsbezirk Groß Rudszen eingegliedert. 1936 wurde die Namensschreibweise in Neu Rudschen geändert.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867 41 1871 35 1885 42 1905 75 1910 73 1925 58
Amtsbezirk Groß Rudszen/Mühlenhöhe (1874–1945) Zwischen 1874 und 1945 gehörten zum Amtsbezirk Groß Rudszen (Groß Rudschen bzw. Mühlenhöhe) anfangs zehn Landgemeinden und ein Gutsbezirk, am Ende noch neun Gemeinden:
Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Groß Rudszen Mühlenhöhe Poltawskoje 1936–38: Groß Rudschen Neu Rudszen (Mühlenhöhe) (Poltawskoje) 1936–38: Neu Rudschen, 1938 nach Groß Rudschen eingemeindet Petereithelen Schleswighöfen (Lukaschowka) Scharkabude Friedfelde (Ostpr.) Schwarpeln(Landgemeinde) Schwarpen Schwarpeln(Gutsbezirk) 1928 in die Landgemeinde Schwarpeln eingegliedert Treczaken Treufelde (1936) Uszballen, Ksp. Pillkallen Eichbruch Luschskoje 1936–38: Uschballen Uszpiaunehlen Fohlental Nowouralsk 1936–38: Uschpiaunehlen Uszrudszen Talwiesen Schatilowo 1936–38: Uschrudschen Wiltauten Schatzhagen
Am 1. Januar 1945 bestand der Amtsbezirk aus den Gemeinden: Eichbruch, Fohlental, Friedfelde, Mühlenhöhe, Schatzhagen, Schleswighöfen, Schwarpen, Talwiesen und Treufelde.
Poltawskoje Das eigentliche Groß Rudszen bekam 1947 den russischen Namen Poltawskoje und wurde gleichzeitig in den neu gebildeten Dorfsowjet Nowouralski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk eingegliedert.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR vom 17. November 1947: Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad) Später gelangte der Ort in den Prawdinski selski Sowet. Gemäß dem Ortsverzeichnis der Oblast Kaliningrad von 1976 wurde auch das ehemalige Neu Rudszen zu Poltawskoje gezählt.Населенные пункты Калининградской области: краткий справочник. / Ред. В.П. Ассоров, В.В. Гаврилова, Н.Е. Макаренко, Э.М. Медведева, Н.Н. Семушина. - Калининград: Калининградское книжное издательство, 1976 Von 2008 bis 2015 gehörte Poltawskoje zur Landgemeinde Dobrowolskoje selskoje posselenije, von 2016 bis 2021 zum Stadtkreis Krasnosnamensk und seither zum Munizipalkreis Krasnosnamensk.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1984Sowjetische Topographische Karte 100k--n34-046 ~ 90 2002Allrussische Volkszählung von 2002 129 2010Allrussische Volkszählung von 2010 99 2021Allrussische Volkszählung von 2021 84
Kirche Die Bevölkerung Groß und Neu Rudszens bzw. Mühlenhöhes war vor 1945 fast ausnahmslos evangelischer Konfession. Die Dörfer waren in das Kirchspiel der Kirche Pillkallen eingepfarrt, die zum Kirchenkreis Pillkallen (Schloßberg) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Heute liegt Poltawskoje im Einzugsbereich der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Babuschkino (Groß Degegesen) in der Propstei Kaliningrad (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.
Weblinks Poltawskoje bei bankgorodov.ru Poltawskoje bei prussia39.ru
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rajon Krasnosnamensk