Die Aprilia RST 1000 Futura ist ein vollverkleidetes Motorrad des italienischen Zweiradherstellers Aprilia, das von 2001 bis 2003 in Noale hergestellt wurde.

Konstruktion Der Sporttourer wird von einem flüssigkeitsgekühlten Zweizylindermotor von Rotax angetrieben, der eine Nennleistung von erzeugt. Der V-Motor hat einen Zylinderwinkel von 60 Grad, wird von einem elektrischen Anlasser gestartet und hat eine elektronisch geregelte Saugrohreinspritzung. Der Viertaktmotor ist weitgehend baugleich zu dem der Schwestermodelle Mille, Tuono und Falco, benutzt jedoch eine andere Einspritzung. Das Krad hat ein Trockengewicht – ohne Flüssigkeiten – von 210 kg. Die Futura nutzt einen Brückenrahmen aus Aluminium, das Hinterrad wird von einer Einarmschwinge mit Kettenantrieb geführt.

Die Doppelzündung mit zwei Zündkerzen pro Zylinder verwendet eine elektronische Kennfeld-Kondensatorentladungszündung. Weiters ist er trockensumpfgeschmiert. Zwei Ausgleichswellen (Anti Vibration Double Countershaft, AVDC) wirken den bei einem V2-Motor auftretenden freien Massenkräften und Massenmomenten erster und zweiter Ordnung entgegen. Eine pneumatisch (durch Unterdruck aus dem Ansaugtrakt des hinteren Zylinders) unterstützte Anti-Hopping-Kupplung mindert beim schnellen Herunterschalten die Motorbremswirkung ab, sodass das Hinterrad weniger zum Blockieren neigt.

Die große, kantige Gestaltung der Vollverkleidung polarisierte seinerzeit: Während einige das Design als innovativ empfanden und die Formsprache einer Lockheed F-117 ähnelt, fanden andere sie schlicht als zu kantig. Mit ihren Hartschalenkoffern sollte die Futura mit dem vergleichbar ausgelegten Sporttourer Honda VFR 800 FI (RC46) konkurrieren, doch unzureichende Verkaufszahlen und Aprilias sich verschlechternde Liquidität führten bereits 2003, drei Jahre nach ihrem Debüt, zur Einstellung des Modells.

Form und Konstruktion Pierluigi Marconi war der verantwortliche Chefentwickler des Projekts. Er gestaltete die Futura um den Motor und das Fahrwerk der Aprilia RSV Mille herum. Maßgebliche Änderungen gegenüber der Mille waren die Einarmschwinge und die unter dem Sitz montierte Abgasanlage, die die Fahrzeugbreite verringerte und Platz für die Seitenkoffer schaffte.

Marconi spezifizierte eine um 30 % stärkere Lichtmaschine mit 470 Watt, um das mögliche, elektrische Zubehör wie Navigationssystem, Heizgriffe oder Freisprechanlage zu versorgen; solches wurde jedoch ab Werk nicht angeboten.

Die Abgasanlage wurde darauf ausgelegt, dass sie trotz ihrer Lage die Sitzbank nicht aufheizt. Der Motor erfüllt mit einem ungeregelten 2-Wege-Fahrzeugkatalysator die Grenzwerte der Abgasnorm Euro 1.

Marconi kündigte bei Aprilia und wechselte erst zum italienischen Motorradhersteller Benelli und dann zum spanischen Hersteller GasGas. Durch seinen Weggang wurden bereits angekündigte Verbesserungen wie ein Antiblockiersystem und Bordspannungssteckdosen nicht umgesetzt.

Ein Hinweis, dass ein Antiblockiersystem später geplant war, findet sich in der Instrumententafel. Oberhalb der 4500/min-Markierung ist das ABS-Warnlicht angebracht.

Terminologie Futura ist ein lateinisches Adjektiv und bedeutet zukünftig. Der Begriff referiert ferner die kunsthistorische Bewegung des Futurismus, die von dem Italiener Marinetti 1909 begründet wurde und in der Malerei auf einfache geometrische Muster in dynamischen Spannungsfeldern setzte.

Kritiken

Weblinks

Offizielle deutsche Homepage Offizielle schweizerische Homepage Offizielle österreichische Homepage Alan Cathcart: Aprilia RST 1000 Futura. In: bikerszene.de.

Belege

Rst 1000 Futura