Nowouralskoje (, 1947 bis 2020 offiziell Nowouralsk, , ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad im Rajon Krasnosnamensk. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Munizipalkreis Krasnosnamensk.
Geographische Lage Nowouralskoje liegt sechs Kilometer nördlich der einstigen Kreisstadt Dobrowolsk (Pillkallen/Schloßberg) an der Regionalstraße 27A-025 (ex R508). Bis zur heutigen Rajonstadt Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg) sind es zehn Kilometer. Bis 1945 war Uszpiaunen (1938 bis 1945: Kiesdorf, heute russisch: Nikitowka) die nächste Bahnstation an der Bahnstrecke Pillkallen–Lasdehnen (Schloßberg–Haselberg) der Pillkaller Kleinbahn.
Geschichte Der seinerzeit Klein Uspiaunen genannte Ort erfuhr seine erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1625.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Fohlental Um 1780 war Uschpiaunehlen ein meliertes Dorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 173. 1874 wurde die Landgemeinde Uszpiaunehlen dem neu gebildeten Amtsbezirk Groß Rudszen im Kreis Pillkallen zugeordnet.Rolf Jehke, Amtsbezirk Mühlenhöhe 1936 wurde die Namensschreibweise von Uszpiaunehlen in Uschpiaunehlen geändert, 1938 der Ort in Fohlental umbenannt. mini|Die Gemeinde Fohlental (Uschpiaunehlen) auf zwei Messtischblättern von 1937 und 1938
Infolge des Zweiten Weltkrieges kam der Ort bei seiner Lage innerhalb des nördlichen Ostpreußens zur Sowjetunion und erhielt 1947 die russische Bezeichnung Nowouralsk (Nowo-uralsk).Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 июня 1947 г.«Об образовании сельских советов, городов и рабочих поселков в Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. Juni 1947: Über die Bildung von Dorfsowjets, Städten und Arbeitersiedlungen in der Oblast Kaliningrad) Gleichzeitig wurde der Ort Sitz eines Dorfsowjets im Rajon Krasnosnamensk. Nach Auflösung dieses Dorfsowjets im Jahr 1959 gelangte der Ort in den Prawdinski selski Sowet. Von 2008 bis 2015 gehörte Nowouralsk zur Landgemeinde Dobrowolskoje selskoje posselenije. Nach deren Auflösung gehörte der Ort seit 2016 zum Stadtkreis Krasnosnamensk. 2020 wurde Nowouralsk in Nowouralskoje umbenannt.Durch die Распоряжение Правительства Российской Федерации от 18 января 2020 г., № 23-р (Verfügung der Regierung der Russischen Föderation vom 18. Januar 2020, Nr. 23-r) Seit 2022 gehört der Ort zum Munizipalkreis Krasnosnamensk.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 157 1871 141 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 154 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 155 1910 131 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 144 1939 154 1984Sowjetische Topographische Karte 100k--n34-045 ~ 220 2002Allrussische Volkszählung von 2002 204 2010Allrussische Volkszählung von 2010 266 2021Allrussische Volkszählung von 2021 203
Nowouralski selski Sowet 1947–1959 Der Dorfsowjet Nowouralski selski Sowet (ru. Новоуральский сельский Совет) wurde im Juni 1947 eingerichtet. Im Jahr 1959 wurde er wieder aufgelöst und seine Orte auf die Dorfsowjets Dobrowolski selski Sowet und Prawdinski selski Sowet aufgeteilt.
Ortsname Name bis 1947/50 Jahr der Umbenennung Ismailowo (Измайлово) Kallnehlischken, 1938–1945: „Ebenhausen“ 1947 Losowoje (Лозовое) Salten 1950 Lukaschowka (Лукашовка) Schmilgen und Petereithelen [Gut], 1938–1945: „zu Schleswighöfen“Umbenannt wurde nur Schmilgen. 1950 Nikitowka (Никитовка) Uszpiaunen/Uschpiaunen, 1938–1945: „Kiesdorf“ 1947 Nisowoje (Низовое) bei Schmilgenvielleicht der Abbau I (?) 1950 Nowouralsk (Новоуральск) Uszpiaunehlen/Uschpiaunehlen, 1938–1945: „Fohlental“, und Petereithelen [Dorf], 1938–1945: „Schleswighöfen“Umbenannt wurde nur Uschpiaunehlen 1950 Poltawskoje (Полтавское) Groß Rudszen/Groß Rudschen, 1938–1945: „Mühlenhöhe“, und Neu Rudszen/Neu Rudschen, 1938–1945: „zu Mühlenhöhe“Umbenannt wurde nur Groß Rudschen. 1947 Poscharskoje (Пожарское) Doblendszen/Doblendschen, 1938–1945: „Kayserswiesen“ 1950 Saratowskoje (Саратовское) Groß Schorellen, 1938–1945: „Adlerswalde“, und Klein SchorellenUmbenannt wurde nur Groß Schorellen. 1947 Schatilowo (Шатилово) Uszrudzen/Uschrudschen, 1938–1945: „Talwiesen“ 1947 Sokol (Сокол) Kellmischkeiten, 1938–1945: „Stubbenheide“ 1950 Welikolukskoje (Великолукское) Jutschen, 1938–1945: „Weidenbruch“ 1950 Woronzowo (Воронцово) Weidenfeld (Neudorf, Karklaugken und Piptrurig) 1947
Kirche Der größte Teil der Einwohnerschaft Uszpiaunehlens resp. Fohlentals war vor 1945 evangelischer Konfession. Das Dorf war in das Kirchspiel der Kirche Pillkallen (der Ort hieß zwischen 1938 und 1946: Schloßberg, heute russisch: Dobrowolsk) eingepfarrt, die zum Kirchenkreis Pillkallen (Schloßberg) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Heute liegt Nowouralskoje im weitläufigen Einzugsgebiet der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Babuschkino (Groß Degesen), die der Propstei Kaliningrad (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland zugeordnet ist.
Weblinks Nowouralsk bei bankgorodov.ru Nowouralsk bei prussia39.ru
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rajon Krasnosnamensk